THEY COME OUT AT NIGHT ISSUE

Die Geschichte hinter dem luftigen Cover der aktuellen Ausgabe

Wir haben uns mit dem Fotografen Mauricio Alejo über seine außergewöhnlichen Stillleben unterhalten.
17.12.16

Aus der They Come Out at Night Issue

MAURICIO ALEJO

Mauricio pendelt zwischen Mexico City und seinem Apartment in Brooklyn, in dem die meisten seiner Kunstwerke entstehen. Rituale, Skulpturen und Brüche finden sich immer wieder in seinen Arbeiten, die er unter anderem schon auf der Biennale in Havanna ausgestellt hat.

Was versuchst du mit deiner Arbeit, die so stark mit der Absurdität des Alltags spielt, zu erzählen?
Ich versuche gar nicht so viel zu erzählen. Ich sehe meine Arbeit eher als etwas, das sich nicht ganz verbalisieren lässt. Um es anders auszudrücken: Ich sehe meine Bilder als Bruch in der Bedeutung, die Objekte sonst im Alltag haben. Mir gefällt der Gedanke, dass dieser Bruch etwas sehr Subversives hineinbringt und damit neue Ebenen in unserer gewohnten Umgebung aufmacht. Es geht um mentale Ebenen im physischen Raum. Mir gefällt die Idee, dass unsere Vorstellungskraft sogar in Situationen, wo wir vor vollendeten physischen Tatsachen stehen, eine Rolle spielt.

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Mauricio in seinem Studio in Brooklyn, NY, das gleichzeitig sein Zuhause ist

Kannst du uns verraten, wie du dieses Cover gemacht hast, oder musst du schweigen wie ein Magier?
Ganz im Gegenteil. Es sind keine Tricks involviert. Du siehst das, was da ist. Ich bin sehr oldschool, was meine Fotografie angeht. Für dieses Bild musste ich meinen Nachbarn in Brooklyn einspannen. Fred musste unendlich oft dieses Stück Stoff in die Luft werfen. Ich wollte mit der Idee, das Unsichtbare sichtbar zu machen, arbeiten. Das fliegende Tuch ist der Inbegriff von Luft. Das Foto heißt Bubble. Die Blase enthält einfach nur Luft, aber mir gefällt vor allem die Idee, dass der Stoff für die Luft zur Haut wird.

„Ich bin schon etwas chaotisch. Die Leute denken das immer nicht von mir. Was du hier siehst, liegt seit einem Monat da herum. Ich lebe seit sieben Monaten in diesem Apartment und lebe immer noch aus Kisten", sagt Mauricio zu dem Bild

Deine Bilder sind so perfekt arrangiert, dass es naheliegt, dir einen Putzfimmel zu unterstellen. Ganz ehrlich, wie sauber ist deine Wohnung?
Ich gehöre definitiv zum unordentlichen Teil des Spektrums. Ich bin aber kein übertriebener Messy, ich habe Freunde, bei denen denke ich WTF, wenn ich ihr Studio betrete. Aber ich bin schon unordentlich genug, um einige Leute wahnsinnig zu machen, zum Beispiel meine Frau. Die meisten Leute halten mich aufgrund meiner Bilder für einen Clean-Freak, aber die Wahrheit ist, dass ich ungern Entscheidungen treffe und deshalb versuche, meinen Arbeitsbereich simpel zu halten.

ALTERNATIVE TITELFOTOS

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