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rumänische revolte

Ein Ultra will einen Investor stürzen und seinen Verein zurückerobern

Nachdem Steaua Bukarest von einem Investor übernommen wurde und seitdem ein neues Logo verwenden muss, will der ehemalige Kopf der Ultras seinen Klub zurück. Ihm helfen soll das Mitgliedermodell vom FC Barcelona.
15.10.15
Imago

Stell dir vor, dein Lieblingsklub wird erst von einem Investor übernommen und muss danach sogar Vereinsname, -farben und Logo ändern. Bei Steaua Bukarest leider bittere Realität. Nun will der ehemalige Kopf der Ultras mit Verbündeten den Verein übernehmen.

Steaua Bukarest ist nicht nur irgendein Verein, sondern der erste osteuropäische Sieger des Europapokals der Landesmeister und ehemaliger Armeeverein, der 1989 privatisiert wurde. Als George Becali, umstrittener Geschäftsmann und einer der reichsten Männer Rumäniens, den FC Steaua Bukarest übernahm, gefiel das weder den Steaua-Fans noch der rumänischen Armee. Das rumänische Außenministerium klagte im Namen der Armee gegen „ihren" ehemaligen Verein und die Nutzung militärischer Symbole. Im letzten Jahr entschied dann Rumäniens Oberster Gerichtshof, dass es dem Verein nicht mehr erlaubt ist, den Namen „Steaua" („Stern") zu benutzen, sein Logo zu verwenden und die Vereinsfarben Blau und Rot zu tragen. Der Verein musste mit gelben Trikots unter dem Namen „Rumänischer Meister" auflaufen. Zwar konnte sich der Verein Name und Farben wieder zurückholen, doch die Steaua-Fans sind trotzdem frustriert.

Erfolgreich ist Steaua immer noch. Der Verein gewann die letzten drei Meisterschaften und in der letzten Saison sogar das Double. Für die Fans zählen diese Erfolge aber nicht viel. Ihr Verhältnis zu Mäzen Becali ist zerrüttet und ihr Logo dürfen sie immer noch nicht benutzen. Jean Pavel, ehemaliger Kopf der Ultras, will sich mit anderen Fans mittels eines ähnlichen Mitgliedermodells, wie es verschiedene deutsche Vereine oder auch der FC Barcelona haben, seinen Verein zurückholen.

Die Idee von Pavel ist ein von Mitgliedern geführter Verein: Jeder Fan soll die Möglichkeit bekommen, für 50 Euro Anteile am Verein zu erwerben. Anschließend können die gleichberechtigten Mitglieder einen Präsidenten und einen Vorstand wählen. Größere Anteile am Verein von einer Person sollen damit verhindert werden. Am 24. Oktober soll es von Pavel und seinen Unterstützern für alle Fans der Bukarester eine Veranstaltung geben. Denn ohne sie wird das Modell nicht funktionieren, damit Steaua wieder Steaua wird. Ob sich das Klubeigner Becali von Pavel gefallen lässt, ist jedoch mehr als fraglich.

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