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Marihuana

Mit 793 Kilo Gras hätte Marcelo Pletsch mehr als fast jeder Bundesliga-Spieler verdient

Ex-Gladbach-Profi Marcelo Pletsch wurde in Brasilien mit 793 Kilo Marihuana erwischt. Seine zweite Karriere hat sich definitiv mehr gelohnt als seine Bundesliga-Zeit.

von Bastian Krauss
05 Oktober 2016, 10:00am

Foto: Imago

Die Karriere nach der Fußballprofi-Karriere ist mal erfolgreich, mal ausgefallen und mal einfach nur misslungen. Bei Marcelo Pletsch dürften—mittlerweile—vor allem die letzten beiden Kategorien zutreffen. Der Ex-Profi, der für Borussia Mönchengladbach und den 1.FC Kaiserslautern in der Bundesliga spielte, wurde in seiner Heimat Brasilien in seinem weißen LKW von der Militärpolizei angehalten—mit dabei hatte er 793,3 Kilo Marihuana. Wie der Express berichtet, hatten der 40-jährige Pletsch und zwei weitere Männer auf dem Dach und im Fahrgestell des LKW ganze 854 gepresste Platten Marihuana versteckt. Ein ganz schön lukratives Geschäft.

Pletsch wollte nach seiner Karriere wohl das ganz große Geld machen. Laut dem Cannabis-Blog „Royal Queen Seeds" ist gutes und potentes Marihuana in Brasilien oftmals schwer zu finden und kann daher zu einem hohen Preis verkauft werden. Die Preise für ein Gramm sollen umgerechnet zwischen 0,5 und 30 US-Dollar variieren. Pletsch hätte seine Ware also zwischen 396.650 und 23.799.000 US-Dollar verkaufen können—nach Abzug des Einkaufspreis wäre sicherlich noch genug übrig geblieben. Pletsch konnte dem lukrativen Ruf des Geldes nach seiner 2011 beendeten Profilaufbahn scheinbar nicht widerstehen. Zum Vergleich: Etwa 22,7 Millionen US-Dollar verdiente laut France Football Barcelona-Star Luis Suarez in der letzten Saison und steht damit auf Platz 10 der bestbezahltesten Fußballprofis weltweit. Und das vor Steuerabgabe und an den Fiskus hätte Pletsch bestimmt nicht gezahlt. Bis auf Thomas Müller, der auf Platz 8 steht, träumt jeder heutige Bundesliga-Profi von solchen Summen. Auch zu Pletsch' Zeit bei Borussia Mönchengladbach standen diese Millionen definitiv nicht auf seinem Gehaltszettel.

Schon zu seiner aktiven Karriere war Pletsch als knallharter Innenverteidiger und lautstarker Querdenker bekannt. Der Brasilianer mit deutschen Pass beendete seine längste Karrierestation bei der Borussia, für die er zwischen 1999 und 2005 142 Spiele bestritt, mit einem Eklat. Pletsch wurde bei der abstiegsbedrohten Borussia in die zweite Mannschaft degradiert. Der damalige Sportdirektor Christian Hochstätter warf Pletsch im ZDF bewusst schlechte Leistungen vor: „Wenn ich höre, dass ein Spieler draußen sagt: Hoffentlich verlieren wir 4:0, dann ist der Trainer und der Sportdirektor weg. Und ich sehe dann, dass er in dem Spiel gegen Bochum auch noch an zwei Gegentoren beteiligt ist, dann muss man den Verein vor solchen Leuten schützen."

Daraufhin giftete Pletsch: „Was Christian Hochstätter über mich gesagt hat, ist eine Frechheit. Der ist eine linke Bazille und lügt, wenn er nur den Mund aufmacht." Anschließend erklärte er, die Borussia sei ein „beschissener Verein geworden"—nach Karriereende revidierte er die Aussagen in einem Interview mit 11Freunde. Dort erzählte er auch, dass er in Brasilien eine Schweinefarm besitze. Die sieht er momentan jedoch selten: Pletsch sitzt immer noch im Gefängnis. Ihm drohen wegen Drogenhandel fünf bis fünfzehn Jahre Haft.