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Fotos: Wie die Berliner an Silvester mit Böllern ausrasten

Unser Fotograf verbrachte die Nacht auf den Straßen Neuköllns. Jetzt hat er eine blutige Nase.

Silvester heißt Wunderkerze anzünden und Sekt schlürfen? Nein. Jedenfalls nicht in der Hermannstraße in Berlin, wo unser Fotograf die Stunden verbrachte, in denen Feuerwerkskörper zu Schusswaffen werden. Aus einem Späti dröhnt Techno, während Raketen nicht in der Luft, sondern mitten auf der Straße explodieren. Böller treffen unseren Fotografen in dieser Nacht nicht, dafür die Faust eines Mannes, der offensichtlich kein Foto-Fan ist.

Beim Silvester in Neukölln erlebt man den Oktoberfest-Effekt: Menschen aus sehr vielen Ländern verlieren kollektiv den Verstand. Nur, dass die Leute hier nicht mit Maßkrügen um sich werfen, sondern mit Raketen.

In Mexiko-Stadt starben kurz vor Weihnachten 29 Menschen bei einer Explosion auf einem Pyrotechnikmarkt, Dutzende wurden verletzt. Weil Feuerwerkskörper gefährlich sind, gibt es Einschränkungen: Viele Böller sind offiziell erst ab 18 Jahren erlaubt. Und überhaupt nur jene, die es hierzulande in den Tagen vor Silvester in den Geschäften zu kaufen gibt.

Doch viele brechen die Regeln.

Vor wenigen Wochen versuchte ein 14-Jähriger aus Berlin-Wedding 8600 Knallkörper aus Polen in einer Sackkarre über die Grenze nach Deutschland zu schmuggeln. 114 Kilo illegale Pyrotechnik. In seinem Fall hat die Taxifahrerin, die ihn zum Bahnhof in Frankfurt an der Oderbringen sollte, die Polizei gerufen. Wie er wurden 300 Menschen erwischt, insgesamt 3,5 Tonnen hat der Zoll an der Grenze beschlagnahmt.

Was die Menschen mit den Böllern anstellen, zeigt sich auf Berlins Straßen—und auf diesen Fotos aus der Silvesternacht.