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Bill Cosby soll 1974 in der Playboy Mansion eine 15-Jährige missbraucht haben

Trotz all der Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Schauspieler, gab es seit 2004 keinen Prozess mehr gegen ihn—bis jetzt.

von Allie Conti
04 Dezember 2014, 11:15am

Trotz all der Vergewaltigungsvorwürfe gegen Bill Cosby gab es bis jetzt keinen neuen Prozess gegen ihn. Doch wie die Los Angeles Times am Dienstag berichtete, hat nun eine 55-jährige Frau vor Gericht ausgesagt, dass der Comedian sie vor 40 Jahren sexuell missbraucht hat.

Laut ihrer Aussage stolperten die damals 15-jährige Judy Huth und eine 16-jährige Freundin 1974 versehentlich auf ein Filmset. Cosby lud die Mädchen in seinen Tennisclub ein, um Billard zu spielen und wies Huth an, nach jedem Spiel, das sie gegen den viel älteren Mann verlor, ein Bier zu trinken.

Später gingen die drei dann zusammen in die Playboy Mansion, wo Cosby die Mädchen anwies, sich als 19 auszugeben, falls sie jemand nach ihrem Alter fragen sollte. Huth gab an, dass sie irgendwann aus dem Badezimmer kam und Cosby auf dem Bett sitzen sah. Sie behauptet, dass er sie gebeten habe sich hinzusetzen und daraufhin versuchte, „seine Hand in ihre Hose zu stecken". Danach nahm er Huths Hand und vollzog „einen Geschlechtsakt" an sich selbst.

Knapp ein Dutzend Frauen haben sich in den vergangenen Wochen gemeldet, um auszusagen, dass Cosby sie missbraucht habe. Der Schauspieler hat außer eines Kopfschüttelns während seines mittlerweile berühmt-berüchtigten NPR-Interviews nicht reagiert. Der Prozess könnte es ihm jetzt deutlich schwieriger machen, weiterhin zu schweigen—oder sich hinter Statements von Anwälten und PR-Leuten zu verstecken.

Andererseits besteht die Möglichkeit, dass Cosby sich erneut außergerichtlich einigt und die Öffentlichkeit somit keinerlei Details erfährt. Genau das passierte nämlich bei der letzten Klage gegen den Schauspieler. 2004 behauptete Andrea Constand, eine Angestellte an der Temple University, dass Cosby sie unter Drogen gesetzt und begrapscht habe. Bezirksstaatsanwalt Bruce Castor sagte, dass es „nicht genügend glaubwürdige und zulässige Beweise" gebe, um ein Strafverfahren einzuleiten, woraufhin Constand ein Zivilverfahren anstrebte. Nachdem ihr Anwalt und sie 13 andere Frauen gefunden hatten, die zu Cosbys Missbrauchsmustern aussagen wollten, entschied sich der Schauspieler dafür, sich gegen eine unbekannte Summe außergerichtlich zu einigen.

Bei Cosbys Anwalt handelt es sich um Marty Singer, den die New York Times in einem Artikel von 2011 als „Wachhund der Stars" titulierte. Bis jetzt hat Singer die Behauptungen der Frau bloß als „unbegründete, fantastische Geschichten" abgetan: „Es wird jeden Tag gegen Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, geklagt". Das ist die übliche Litanei des Anwalt: Stars werden immer zu Opfern von Leuten, die versuchen, schnelles Geld zu machen. „Ich bin überzeugt, dass Charlie Sheen in Wirklichkeit das Opfer ist", sagte er der Times.

Selbst wenn der Strafprozess nicht stattfinden sollte oder es nur zu einem Zivilprozess kommt, wird Cosbys Karriere sich nur schwerlich von den Missbrauchsvorwürfen erholen. Obwohl sein überwiegend älteres Publikum ihn kürzlich nach seinem Auftritt in Melbourne, Florida mit Standing Ovations verabschiedete, ist der Rest der Öffentlichkeit nicht so nachsichtig. Selbst Comedians, denen Cosby eine Inspiration ist und die daher eher dazu neigen würden, ihn zu verteidigen, scheinen nun langsam zuzugeben, dass die Fassade bröckelt.

In einem Interview, das Chris Rock kürzlich dem New York Magazine gegeben hat, stellte er fest: „Es ist ein merkwürdiges Jahr für die Comedy. Wer haben Robin verloren, wir haben Joan verloren und jetzt irgendwie auch Cosby."

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