Cannabis soweit das Auge reicht

Jahr für Jahr wird tief in den Wäldern Kaliforniens Cannabis im Wert von einer Milliarde Dollar geerntet. Die Fotografin H. Lee hat das paranoide und gesetzlose Leben der Pioniere im Cannabis-Geschäft dokumentiert.

von H. Lee
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März 27 2014, 4:21pm

Der Ursprung des derzeitigen Cannabis-„Greenrush" befindet sich hinter den dichten Reedwood-Wäldern Nordkaliforniens, inmitten der idyllischen Hügel von Humboldt County. Hier hat sich eine Gemeinschaft von Landwirten niedergelassen, die als Pioniere im Cannabis-Geschäft gelten. Es wird geschätzt, dass in dieser Ecke Kaliforniens Jahr für Jahr Cannabis im Wert von einer Milliarde Dollar geerntet wird. Die New Yorker Fotografin H. Lee hat dort die Aufnahmen für ihr neuestes Buch Grassland gemacht.

H. besuchte Humboldt County erstmals 2004 und ließ sich dann sechs Jahre Zeit, bevor sie mit dem Fotografieren begann. Die Gefahr, dass die Gemeinschaft aufflog und hochgenommen wurde, lag immer in der Luft. Paranoia war der Pfeiler, der alles zusammenhielt, aber mit dem ganzen erwirtschafteten Geld auch eine höchstbrisante und gefährliche Kombination darstellte.

1996 wurde Cannabis in Kalifornien für den medizinischen Gebrauch legalisiert. 2010, in dem Jahr, in dem H. mit den Aufnahmen für ihr Buch begann, wurde ein Gesetz, das es Personen, die älter als 21 sind, in den ganzen USA erlaubt hätte, legal kleinere Mengen Cannabis anzubauen oder mit sich zu führen, abgesägt. 2013 kehrte sie abermals zurück und stellte fest, dass der Anbau ein bis dahin unbekanntes Ausmaß erreicht hatte. Die eingeschworene Gemeinschaft begann, zusammen mit den Staaten Colorado und Washington, an der Prohibition von Cannabis in den USA zu rütteln.

Diese Fotos geben einen faszinierenden Einblick in die Welt des Cannabis-Anbaus und vor allem auf den Lebensstil darum herum. Das Buch Grasslanderscheint Ende April in Europa, aber bis dahin könnt ihr mehr großartige Fotos von H. Lee auf ihrer Website finden.

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