Was wir 2014 über Sex gelernt haben

Unsere Highlights: die ultimativen Blowjob-Tipps, die Revolution der männlichen Masturbation, ein Blick in den Kopf eines Pick-Up-Artists und unsere große Doku zu virtueller Liebe.

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19 Dezember 2014, 11:00am

Vieles, was wir Menschen den lieben langen Tag so tun, ist auf die eine oder andere Art so ähnlich wie Sex: Ob es das Balzen um Aufmerksamkeit bei einer Party ist oder das Hinauszögern der Pointe in einem Witz, ob wir „die richtigen Knöpfe" auf unserem Smartphone drücken oder am Höhepunkt des Tages wie squirtende Schimpansen in die Welt hinausrufen (OK, das sind vielleicht nur wir)—Sex ist so etwas wie der Dirk Diggler im Schwanzvergleich mit allen anderen kulturellen Aktivitäten.

Leider ist die Welt aber voll von Prüderie und die Menschheit mit ihren Instinkten nicht immer ganz im Reinen. Das ist der Grund, warum ihr so viele unterschwellige Sex-Vergleiche in Artikeln lest, die mit dem Thema eigentlich gar nichts zu tun haben. Wir versuchen, es mit Sex ein bisschen ehrlicher zu halten und haben uns deshalb auch 2014 nicht nur mit Dingen beschäftigt, die so ähnlich sind wie Sex, sondern einfach mit Sex selbst. Wie muss der ultimative Blowjob aussehen? Können Männer Orgasmen wirklich vortäuschen? Liegt die Zukunft von Fernbeziehungen in Virtual Reality? Diese und mehr Fragen haben wir in diesem Jahr geklärt und präsentieren euch jetzt unsere Top 10 der Sex-Erkenntnisse.

THE DIGITAL LOVE-INDUSTRY—DAS GESCHÄFT MIT VIRTUELLER LIEBE

Die Zukunft des Geschäfts mit der Liebe scheint in virtuellem Sex zu liegen. Fortschrittliche Virtual-Reality-Brillen wie Oculus Rift oder die niederländischen „Teledildonics" könnten bald flächendeckend dafür sorgen, dass sich Paare in Fernbeziehungen auch über Tausende Kilometer Entfernung hinweg nahe kommen können. In unserer Doku The Digital Love-Industry—das Geschäft mit virtueller Liebe haben wir uns die wandelnden Paradigmen im Beziehungs-Wirrwarr des 21. Jahrhunderts ein bisschen genauer angeguckt und uns außerdem der Frage gewidmet, ob es jemals zu wahrer Intimität zwischen Mensch und Maschine kommen kann.

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AUF DER VENUS IST KEIN PLATZ FÜR FRAUEN—AUSSER SIE SIND NACKT

Auf der Venus, Deutschlands berühmt-berüchtigter Erotikmesse, geht es um Frauen. Klar. Sie lächeln einem auf jedem Plakat entgegen, ziehen in den Ausstellungsräumen selbst alle Blicke auf sich und zeigen in gutbesuchten Live-Shows, wie man mit geifernden Rentnern Engtanz betreibt, ohne sich all zu sehr antatschen zu lassen. Aber wie steht es eigentlich mit dem weiblichen Publikum? Kann man auch als Frau Spaß auf der größten deutschen Sexmesse haben oder ist das Ganze wirklich eine reine Männerveranstaltung? Wir haben uns mit Besucherinnen unterhalten, jede Menge Silikonvaginen inspiziert und festgestellt: Auch 2014 scheint sich die Erotikindustrie nicht sonderlich für die Bedürfnisse des weiblichen Geschlechts zu interessieren. Schade.

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DAS GEHEIMNIS DES PERFEKTEN BLOWJOBS

Manche mögen es zaghaft, andere lehnen minimalsten Zahneinsatz nicht vollkommen ab und für wieder andere liegt die absolute Erfüllung all ihrer Wünsche im Deepthroat. Es ranken sich viele Mythen und Legenden um den perfekten Blowjob und sexuelle Fantasien sind bekanntlich ähnlich vielfältig wie Intimfrisuren. Gibt es trotzdem eine Art Blaupause, mit der sich eure Chancen erhöhen, beim männlichen Geschlecht als absoluter Sexgott/Sexgöttin zu gelten? Unsere Autorin Stoya, ihres Zeichens Pornodarstellerin, hat sich dieser großen Frage der Menschheit gestellt.

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ORGASMEN SIND NICHT NUR SCHÖN, SONDERN AUCH KUNST

Mit ihrem Projekt Beautiful Agony versucht Kamee, die Schönheit des Moments einzufangen, den die meisten Menschen wohl am liebsten für immer festhalten wollen: den Orgasmus. Vor Lust verzerrte Gesichter, offene Münder, die Hand irgendwo zwischen den Beinen—trotzdem sind die Bilder und Videos, die Menschen beim Kommen zeigen, nicht ordinär oder pornografisch. Stattdessen zeigen sie einen intimen Moment, in dem die Person vor der Kamera alle Fassaden fallen lässt und sich einfach nur hingibt. Und weil jeder das Recht auf Lust hat, kann auch jeder seinen ganz persönlichen Orgasmus einreichen—von Greis bis BWL-Studentin.

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WIR HABEN BERLINER MÄNNER GEFRAGT, WIE OFT SIE ORGASMEN VORTÄUSCHEN

Studien zufolge soll ein überraschend großer Prozentsatz des männlichen Geschlechts regelmäßig nur so tun, als wäre der Höhepunkt erreicht worden. Stimmt das wirklich? Und wie soll das überhaupt gehen? Wir haben auf den Straßen Berlins nachgefragt und klare Antworten bekommen.

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UMWELTFREUNDLICHE KONDOME KÖNNTEN DEN PLANETEN RETTEN

Einen Orgasmus haben, sich dabei vor Geschlechtskrankheiten schützen und zusätzlich auch noch etwas für die Umwelt tun? Was bisher der feuchte Traum eines jeden Greenpeace-Aktivisten gewesen sein dürfte, soll durch das Projekt Sustain endlich Wirklichkeit werden. Jeffrey Hollender entwickelt zusammen mit seiner Tochter Meika Kondome, mit denen unschädliche, nachhaltige und ethische Produktionsmethoden in der Verhütungsmittelindustrie und -herstellung etabliert werden sollen.

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SPANKRAGS—SIND WICHSTÜCHER DIE ZUKUNFT DER MASTURBATION?

Wegwerf-Fleshlights, auswaschbare Vaginen bei Gummipuppen—wem die bisherigen Ejakulatsentsorgungsmöglichkeiten der männlichen Masturbationsindustrie zu seelenlos waren, kann jetzt aufatmen. Jonathan Courtney und Thomas Viehweger haben mit ihren „Spankrags" die ersten Wichstücher entwickelt, auf denen weibliche (und demnächst auch männliche) Blowjob-Gesichter abgedruckt sind. Das Produkt soll sich auf dem Penis noch ein bisschen „kratzig" anfühlen, trotzdem gehen die Tücher bereits weg wie warme Semmeln und selbst die Pornobranche hat bereits Interesse angemeldet. Wir haben die beiden Designer in ihrem Büro gesucht und eines der absurdesten Interviews aller Zeiten geführt. Mit Whiskey und einem Ölgemälde von Pierce Brosnan mit Erektion.

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WIESO SIND MENSCHEN NACH DEM ORGASMUS TRAURIG?

Was in Hollywoodfilmen die Zigarette danach, ist im echten Leben oft nichts anderes als Scham—begleitet von einem mal mehr, mal weniger starken Gefühlsausbruch. Habt auch ihr schon mal nach dem Orgasmus geweint oder einfach nicht gewusst, woher dieses seltsame Gefühl der Niedergeschlagenheit kommt? Kein Grund, sich Sorgen zu machen. Tatsächlich ist diese postkoitale Dysphorie ziemlich verbreitet und war bereits in der Antike bekannt. Doch auch Freud und Nietzsche beschäftigten sich mit der Niedergeschlagenheit nach dem Höhepunkt, der nicht zwingend ein Zeichen für schlechten Sex sein muss. Wir haben uns das Phänomen von Psychiatern ein bisschen genauer erklären lassen.

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GESTÄNDNISSE EINES EHEMALIGEN PICK-UP-ARTISTS

Eigentlich haben wir uns ein bisschen gewundert, dass nach all der Kontroverse um den Vergewaltigungs-Propagandisten Julien Blanc der Begriff des „Pick-Up-Artists" nicht zum Unwort des Jahres erklärt wurde. Nun gut. Um einen Blick hinter die Kulissen der fragwürdigen Aufreiß-Industrie zu bekommen, haben wir jemanden zu Wort kommen lassen, der sich selbst mal als Pick-Up-Guru versucht hat. Der verachtenswerte Auswuchs einer übersexualisierten Gesellschaft, die Frauen nur als Ware ansieht? Oder doch alles nicht so schlimm? Lest selbst.

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WER AUF PORNOS STEHT, HAT KEINEN GUTEN SEX MEHR

OK, zu diesem Artikel muss man sagen, dass schon die These in seinem Titel zu vielen empörten Reaktionen geführt hat. „Doch, geht!!!" und „Man muss schon ziemlich wenig Fantasie haben, um das zu glauben" sind nur zwei valide Gegenargumente. Sagt übrigens auch der Autor des Buches Your Brain On Porn, den wir hier interviewt haben. Aber er sagt auch, dass es vielen Männern schwer fällt, beides zu vereinen. Die Debatte hat euch offenbar auch beschäftigt.

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Header-Collage: Schildkröten (Diego Dacal | Flickr | CC BY-SA 2.0)