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Wie man mehr als 1000 Stunden 'Skyrim' mit Porno-Mods spielt

"Das wäre bei einem 40-Stunden-Job ungefähr ein halbes Jahr Arbeitzeit."
26.11.14
Alle Screenshots von wanker17

Unnötig viel Zeit mit einem Videospiel zu verbringen, ist eigentlich nichts Besonderes und viele Leute übertreiben gerne mit dem Satz: "Ich habe schon 1.000 Stunden verplempert mit dem Scheiß." Wir haben uns mit einem Profi getroffen, der diesen Superlativ im Bezug auf Skyrim auch tatsächlich nachweisen kann, und er hat uns erzählt, dass es da draußen einige Gamer gibt, die in einer Welt der Pferde-Sex-Mods, Arschspalter und Single Player leben—die er nach der Recherche für diesen Artikel wohl wie wir nicht so schnell wieder aus dem Kopf bekommen wird.

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Dieses Spiel hat auch ohne perverse Sex-Mods einen extrem hohen Suchtfaktor. Unser Guide erzählt uns, dass er selbst nun seit über 1018 Stunden Skyrim spiele. Selbstironisch lachend meint er, dass das vom Zeitaufwand ungefähr einem halben Jahr in einem "9 to 5"-Job entsprechen würde.

Unbeeindruckt von Gamer- und Sexismus-Debatten gibt es eine Spezies an Videospielern, die hinter keiner großen Ideologie stehen, keine Foren tyrannisieren oder in Gaming-Communitys Anschluss suchen. Die sind glücklich, wenn ein Spiel einfach jede erdenkliche Freiheit bietet und sie ohne Kontakt zur Außenwelt oder zum Internet ultimative Perversionen ausleben können. Wir bekamen eine groteske Führung durch all diese Spielmodifikationen, wie sie manche Skyrim-Ultrafans tatsächlich verwenden.

Skyrim erschien 2011 und ist das letzte der nun genau 20 Jahre alten The Elder Scrolls-Spiele, bestehend aus Arena, Daggerfall, Morrorwind und Oblivion. Das Fantasy-RPG spielt in einer gigantischen Welt namens Tamriel, deren Regionen und Zeitepochen in den einzelnen Teilen der Serie vom Spieler erkundet werden, auf eigene Faust und ohne diese lästigen Multiplayer-Störenfriede.

Die Existenz einer extrem treuen und herzlichen Fan-Gemeinde beweist sich alleine dadurch, dass Skyrim mehr als 20 Millionen Mal verkauft wurde. Es ist ein Spiel für die Lonely Wolves da draußen, die nachvollziehbar so etwas wie online-asoziale Anwandlungen haben und nicht mit irgendwelchen übereifrigen Spiegelbildern ihrer selbst durch programmierte Welten tollen, sondern ihre eigenen Geschichten schreiben wollen.

Passend zur konzeptionellen Narrenfreiheit legt das Entwicklerstudio Bethesda zum Skyrim-Spiel den dazu gehörigen Creation Kit bei, eine Software ähnlich einem Entwickler-Bausatz, was zum Fundament der teils extrem perversen Spielmods werden sollte.

Diese Software-Geste gab den Fans des Spiels eine enorme Schaffensgewalt, die soweit geht, dass Hardcore-Anhänger den gesamten Morrowind-Teil mit der Skyrim-Engine nachbauen. Die Bearbeitungen der Fans haben auch zur Entstehung komplett neuer Kontinente sowie völlig eigenständig entwickelter Charakter- und Umwelt-Animationen in der Spielwelt von Skyrim geführt.

Ein unter Fans weltbekanntes Beispiel ist die komplett von Fans entwickelte NPC-Figur Vilja, die eigene Missionen, neu generiertes Auto-Verhalten, Stunden an eigens aufgenommenen Dialog und einen schwedischen Akzent mit sich bringt. Sie nervt manchmal, weil sie glaubt, vieles, was der Spieler tut, kommentieren zu müssen.

Skyrim Nexus nennt sich die Plattform für die Bastler und Freizeitprogrammierer. Diese Seite bietet circa 36.000 DIY-Spielmodifikationen für das "Vanilla-Game"—die leckere Bezeichnung für unveränderte Originalversionen von Spielen—darunter natürlich die ersten prominenten Nude Patches, aber größtenteils "seriöse" Mods, um beispielsweise bessere Lichteffekte, mehr Vögel, schönere Augen oder auch feinere Haut- und Umwelttexturen zu generieren.

Du kannst dir neue Missionen saugen, neue Häuser oder sexy Custom-Companions bauen. Wenn man auf dieser Plattform jedoch noch nicht angemeldet sein sollte, bekommt man den "Adult Content"—wie penibel genau gerenderte Intimrasur plus unheimlich detailreiche, innere Schamlippen—leider nicht zu sehen.

Um nun entsprechend abgedrehte Porno-Mods zu erstellen, müsste man "die Engine ordentlich aufbohren" und neue Zusätze bis Animationen implementieren, die so natürlich nie vom Creation Kit vorgesehen waren.

Zusatz-Software für Skyrim wie FNIS für neue In-Game-Animationen, CBBE für alternative Körper-Optik—siehe Nude-Patch—sind die bekanntesten. Das Polygon-Drahtgeflecht, auch genannt "Mash", aus denen Game-Figuren bestehen und über dem dann die Texturen liegen, wurde auch geknackt. In dem handlichen "Bodyslide"-Modus kann man nun Körpermodelle problemlos zu Tittenmonstern verwandeln oder mit fetten Bierbäuchen ausstatten, falls man dahingehende Wünsche haben sollte.

Nach drei Jahren Mods passen sich auch längst Kleidung und Rüstung in Form von unzähligen Lederschurz-Modellen oder metallenen Bikini-Höschen an die Pornokörpermaße an.

Bei manchen Spielern sind schon lange auch die letzten Textilien gefallen und da kann auch ein Dildo namens "feuriger Arschspalter" im (detailreich mit Sperma bespritzten) Popo der Protagonistin zum Vorschein kommen, der sie mit 1800 Prozent vor Feuerschaden schützt—perfekt bei einem Drachenangiff.

Andere Gamer zeigten uns die durchsichtigen Latex-Zipsuit oder bemängeln Intim-Piercings, die aus irgendeinem Grund nicht mehr zu entfernen sind. Mit dem richtigen Patch kann man in Skyrim pissen, ficken und sich auch an die Nichtspieler-Figuren prostituieren, was spätestens in Kombination mit dem "Fill her up"-Mod äußerst abartig wird. Ich sage nur: Der Bauch der Spielfigur schwillt dann kontinuierlich an, bis es wie eine Schwangerschaft aussieht, und nur die richtige Tastenkombination bringt Erleichterung.

Mit einem schamvollen Staunen bemerke ich auch, dass die Pobacken und sekundären Sexualorgane der entblößten Heldinnen in einer beinahe realistischen Art und Weise schwabbeln, wenn sie in Richtung eines voll erigierten Pferdes steuern.

Wir kommen zu einem der verstörendsten Mods—die sich eigentlich als "Zauber" tarnen. Im TFC-Fotomodus, der perfekt ist, um den bestialischen Sex zu dokumentieren, positioniert man am besten die Kamera vor und die eindeutig überbeanspruchte Protagonistin mit dem Beckenbodenbereich aus Titanium unter dem Pferd. Sie tut, was der Mod befiehlt.

Drachensex soll grafisch aber eher mies aussehen, sagt man sich in den Foren der Skyrim-Monteure, die Proportionen seien einfach zu unterschiedlich. Ich muss zugeben, das ist schon ein ungeahntes Level an perversem Scheiß, aber wenn man angefangen hat, sieht man die unbegrenzten Möglichkeiten. Hinter der ekelhaften Erniedrigung von weiblichen Figuren durch Porno-Mods steckt auch ein Fünkchen Faszination dafür, dass Fans und Leute diese Dinge auf Heimcomputern technisch überhaupt zu Stande bringen.

Peinlich eigentlich, dass ich ursprünglich davon ausgegangen bin, dass ein mächtiger Paladin oder Warlock irgendein Vieh von hinten ficken würde. Es gibt aber anscheinend ganze Mod-Menüs in denen man nachschauen kann, welche weiblichen Kreaturen mit Genitalien versetzt werden können, um diese Gedankengänge zu verwirklichen.

Unser Skyrim-Experte selbst hat zur Zeit 229 Mods in seinem Spiel laufen, die wie erwähnt hauptsächlich Grafik und Texturen besser aussehen lassen und nichts mit niederen Sauereien zu tun haben. 34 GB besetzt Skyrim auf seinem PC—und ist damit mehr als 10 Mal so groß wie das originale "Vanilla-Game".

Das Entwicklerstudio Bethesda ist für viele aufgrund der unendlichen Modifkationsmöglichkeiten ihrer Spiele das beste der Welt. Fans haben uns erzählt: "Bethesda trauen sich wenigstens noch was und wollen einfach nur gute Spiele machen, nicht Geld. Das ist zweitrangig, und deshalb haben sie die härteste Fanbase überhaupt."

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Wegen dem In-Game-Drogenkonsum in Bethesdas Fallout 3 wurde es in Australien verboten und die Skyrim-Mods wirken tatsächlich wie der ultimative Open-Source-Spielplatz für jegliche selbstgemachten Wahnsinnigkeiten. Dinge, die Videospiel-Entwickler selten zulassen, geschweige denn ermöglichen.

Wie ich schon einmal argumentiert habe, kann und will ich die Existenz dieser weirden Porno-Mods und programmierten Fickfantasien nicht legitimieren oder verteidigen, aber bin definitiv von ihrer technischen Kuriosität beeindruckt und unterhalten.

Als Nächstes knöpfen wir uns wohl am besten Dragon Age: Inquisition vor, das in Indien vom Markt genommen wurde, weil es "Obszönitäten" und Homosexualität beinhaltet.

Holt euch von Josef auf Twitter einen "Skyrim-Job": @theZeffo