Wisst ihr, wer Nummer zwei in den Friedens-Charts ist? Dänemark. Abgesehen davon, dass sie gerade erst einen Ausbruch der Gewalt erlebten, als sich Bürger über die Politik ihrer Regierung und deren Umgang mit Ausländern aufregten. Wird sie das also auf Platz Nummer drei im kommenden Jahr drücken?Vergangene Nacht stürmte die Polizei in voller Kampfmontur eine Kirche in Kopenhagen, um 19 abgelehnte, irakische Asylanten festzunehmen. In den vergangenen drei Monaten hatten sie und ihre Familien dort Asyl gefunden. Dies war das erste Mal, dass die dänische Polizei Türen eintrat und das Heiligtum der Kirche entweiht hat.
Anzeige
Jeder ist schlicht gelangweilt und genervt von der Immigrations-Regelung des vergangenen Jahres, dem dänischen Engagement im Irak und dem steigenden Einfluss der rechtsgerichteten dänischen Volkspartei. Jedenfalls verbreitete sich die Nachricht der Festnahme schnell und knapp 100 Leute blockierten die Straße und den Bus, mit dem man die Iraker ins Asylantenheim hätte bringen sollen. Die Scheiße kochte hoch und Pfefferspray wehte durch die Luft und Schlagstöcke trafen auf das Fleisch von Frauen.Interessanterweise ereigneten sich die Verhaftungen am selben Tag, an dem der irakische Premierminister die Existenz jeglicher Vereinbarung mit anderen Ländern dementierte, die besagten, dass Asylsuchende in ihre Heimat zurückkehren dürften. Die dänische Regierung war davon überzeugt, dass so ein Vertrag im Mai geschlossen wurde. Uups, ich glaube, dass das ein kleines Missverständnis war! Zur gleichen Zeit, als die imaginäre Vereinbarung unterzeichnet wurde, zogen auch die Iraker in die Kirche. Es scheint fast, als würde sie niemand wollen. Nicht mal ihr eigenes Land.Der Justiz-Minister, Brian Mikkelsen sagte daraufhin, "Wir leben in einer Demokratie, die darauf aufgebaut ist, dass Menschen die Gesetze achten und man keine Sonderbehandlung erfährt, wenn man eine Kirche besetzt."Vor knapp einer Stunde ging eine Demonstration für die ausgewiesenen Iraker zu Ende, bei der 20.000 Menschen (die Polizei meint 15.000) durch die Straßen Kopenhagens liefen und das Parlament als Ziel hatten.
Anzeige
Es ist immer wieder witzig, sich Riot-Pornos anzusehen, aber die Dänen sind eben anders und machen es auch anders.
Auf seinem Schild steht: "Stoppt Rassismus, Nieder mit der Regierung"
Der gleiche Typ, der nun verdammt müde davon ist, das Schild hochzuhalten und sich stattdessen lieber am Kopf kratzt, während er Bier trinkt.
Die Kirche, in der die Polizei die Iraker gestern um ein Uhr morgens aufweckte.
Der Priester meint, dass der Altar und andere heilige Gegenstände während der Festnahme beschädigt wurden. Die Polizei ist eine Bande gottloser Wilder.
Auf diesem Badge steht: "Grosseltern für Asyl."
Noch mehr Großeltern für Asyl. Sie waren verdammt stark vertreten--wahrscheinlich haben sie gut geschlafen, nachdem sie sich mit diesem Banner so angestrengt hatten.
Die Menge passiert friedfertig die Königin-Louise-Brücke.
Das muss die "Väter mit Ehefrauen und Kids in Buggies für Asyl"-Gruppe sein.
Die beiden laufen wohl in der friedfertigsten Art und Weise, die man sich vorstellen kann.
Ja, ja PEACE, OK.
Die gute Sache an Demonstrationen ist, man kann rumsitzen, wo man will.
Und hier endete alles: Christiansborg, das dänische Parlament.
Seht! Frieden!SIGURD KONGSHØJ LARSENFotos von Niels Holm
Lass dir das Beste von VICE jede Woche per Mail schicken!
Indem du den VICE-Newsletter abonnierst, erklärst du dich einverstanden, elektronische Mitteilungen von VICE zu erhalten, die Werbung oder gesponserte Inhalte enthalten können.