Jetzt, wo die Nordkoreaner ihre Atomwaffen aufstocken, dachten wir, es sei an der Zeit, unser Büro für den unmittelbar bevorstehenden nuklearen KRIEG zu sichern.Als erstes riefen wir bei den Jungs von Abcguard an und erkundigten uns, welche Maßnahmen wir ergreifen müssen, um das Überleben unserer Redaktion im Worst-Case-Szenario zu garantieren.VICE: Hallo! Sie bauen Gebäude so um, dass sie gegen automare Bedrohungen gesichert sind?ABCGUARD: Genau - gegen ABC-Waffen, also auch gegen chemische und biologische Kampfstoffe.Geht das nur bei Häusern oder auch bei Wohnungen?Wohnungen sind schwierig, normalerweise integrieren wir die Schutzvorkehrungen während der Bau- und Planungsphase. Saferooms können wir jederzeit einbauen. Am sinnvollsten im Keller, damit die Welle darüber wegrollt.Wir haben keinen Keller …reicht ein Extraraum?Das ist weniger effektiv, aber geht notfalls auch. Wie groß ist die Wohnung? Haben Sie einen abgetrennten Raum, mit möglichst wenig Kontakt zur Außenwand?Schätzungsweise 300 Quadratmeter… abgetrennter Raum … Schwierig. Es handelt sich um eine Art große Loft… aber es gibt zwei ziemlich geräumige Toilettenräume, von denen wir im im Alltag im Grunde nur einen brauchen. Würde das reichen?Nun, wir könnten sie dementsprechend umbauen … sie benötigen ein spezielles Lüftungssystem und eine strahlensichere Tür. Ferner müssten wir die Wände mit einer Beschichtung verstärken.Sehr gut - für Luft ist dann also gesorgt, wie sieht es mit Nahrung und Wasser aus? Außerdem brauchen wir Strom.Wir empfehlen, da entsprechende Vorräte einzulagern. Es gibt Trockennahrung von der Bundeswehr und Wasservorräte. Wenn die Wohnung größer ist, kann man das sehr komfortabel integrieren. Außerdem installieren wir eine chemische Toilette - so eine Art Camping-Klo. So können sie autark existieren. Strom.. man kann mit Notstromaggregaten arbeiten, aber im Ernstfall müssen sie davon ausgehen, dass sie irgendwann auf Strom verzichten müssen.Hm..wielange können wir dann in unserem Schutzraum überleben?Wenn sie ein Filtrationssystem haben… der Atomschutz wirkt neun Monate, vier Personen können sicher ein Jahr darin durchhalten.Oh. Wir sind mehr. … mindestens acht.Das wird schwierig–der Strahlungschutz wirkt so oder so, aber die Zeit verkürzt sich natürlich wegen der Nahrungsvorräte…Aber im Prinzip wären wir sicher, wenn es zu den ersten Atomanschlägen in Berlin kommt?Das hängt vom Einschlagsort und der Gas- bzw. Strahlendichte ab. Aber sobald Sie im Saferoom sind, kann ihnen nichts geschehen. Sie kommen aus Berlin? Da bauen wir gerade an drei Bunkern.Wirklich? Wo genau? Da könnten wir die Externen.. hallo? Entschuldigung?(An dieser Stelle brach die Verbindung ab.)VICE ist bereit für den Atomkrieg. Wir müssen zwar die Musik- und die Fashionredaktion opfern und das Management in Fremdbunker auslagern, aber der harte Kern wird überleben, verbunkert im jetzigen Damenklo. Wenn die Vorräte knapp werden, werden wir nach und nach die Praktikanten mit Gasmasken ausschicken, um nach Überlebenden zu suchen und ihnen unsere frohe Botschaft zu bringen - die handgeschriebene, mit Speichel fixierte VICE, die mit einer Auflage von zehn Exemplaren, von den einzigen Überlebenden Berlins geschaffen, das letzte Magazin des 21ten Jahrhunderts sein wird. Wir sind vorbereitet.Die einzige Frage, die sich uns jetzt noch stellt, ist: Was für Bunker?Fortsetzung folgt.JULIANE LIEBERT
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