Zwei Polizisten wurden verurteilt, weil sie betrunken Schwarze durch einen Park gejagt haben

Die beiden Zivilpolizisten verprügelten grundlos erst den einen, dann den anderen Schwarzen—weil er dazugekommen war, um den Streit zu schlichten.

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25 September 2014, 2:39pm

Zwei Zivilpolizisten, die zwei Schwarze in einem Berliner Park grundlos angegriffen hatten, sind am Dienstag zu Geldstrafen verurteilt worden. Die beiden hatten letztes Jahr Im Dezember zuerst einen Schwarzen im Görlitzer Park angegriffen, angeblich weil er ihnen Drogen verkaufen wollte, und dann Liam G., der den Streit hatte schlichten wollen. Liam G., der die beiden dann auch angezeigt hat, hatte sie natürlich nicht als Polizisten erkannt. Er sah nur zwei Weiße, die brüllend und schwankend einen Schwarzen angriffen, und wollte eingreifen.

Anstatt aufzuhören, wendeten die beiden Schläger sich dann aber ihm zu. Ihr erstes Opfer konnte fliehen, Liam G. wurde aber so lange geschlagen, bis Umstehende die Polizei riefen. Vor Gericht sagte er aus, dass die beiden dabei Affenlaute nachgemacht hätten. Man muss noch einmal erwähnen, dass die ankommenden Polizisten zuerst Liam G. verhaften wollten—nur auf Zuspruch der Umstehenden konnte ihnen klargemacht werden, dass die Täter die beiden Männer waren, die sich dann als sturzbetrunkene Kollegen in Zivil herausstellten.    

Liam G. wurde vorsichtshalber natürlich trotzdem angezeigt, die Anzeige wurde aber schnell fallengelassen. Die beiden Polizisten ließen über ihre Anwälte mitteilen, dass sie sich an nichts erinnern könnten, sie hätten eine achtstündige Kneipentour hinter sich gehabt. Beide wurden Dienstag wegen schwerer Körperverletzung zu Geldstrafen von jeweils 7500 Euro verurteilt. Die Richterin erklärte aber, dass sie hinter der Tat keine rassistische Motivation erkennen könnte—obwohl die beiden im Vollsuff keinen der weißen Spaziergänger angegriffen hatten, die ebenfalls zu schlichten versucht hatten. Biplab Basu vom Verein „Reach Out“ kritisierte außerdem, dass die die Gleichsetzung „Schwarzer“ und „Drogenhändler“ rassistisch sei.