Chemielabor und FC Bayern-Werkstatt: Hinter den Kulissen des BND
Eingang zu einer Unterführung auf dem BND-Gelände in Pullach. Alle Fotos: Martin Lukas Kim

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Chemielabor und FC Bayern-Werkstatt: Hinter den Kulissen des BND

Zum 60. Geburtstag des deutschen Auslandsgeheimdienstes durfte Martin Schlüter erstmals im Inneren der neuen Berliner BND-Zentrale fotografieren.
31.3.16

Nachdem der Fotograf Martin Schlüter 2014 zum ersten Mal Zutritt zu den BND-Büros in Pullach erhalten hat, hat der Fotograf—der nach seiner Hochzeit nun Martin Lukas Kim heißt—zum 60. Geburtstag der Behörde erstmals nun auch in den neuen, riesigen Gebäuden in der neuen BND-Zentrale in Berlin fotografieren dürfen.

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BND-Präsident Gerhard Schindler erklärte die teilweise Öffnung der Geheimdienst-Räume so: „Diesen schwierigen Spagat zwischen dem nachrichtendienstlichen Methoden- und Quellenschutz und dem wachsenden gesellschaftlichen Informationsbedürfnis müssen wir einfach hinbekommen."

„Beim Fotografieren in Pullach hatte ich große Freiheiten – mit zwei Einschränkungen: Menschen und Autokennzeichen durfte ich nicht abbilden. Die Konzentration auf die Spuren der Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen, auf die Gestaltung der Büroräume und die seltsam leeren Bereiche zwischen den Gebäuden ließ jedoch interessante Rückschlüsse auf den Alltag innerhalb des BND zu. Ich entschied, ausschließlich nachts zu fotografieren – die Bilder sind ein Ringen mit dem Ort um Licht, um Information, um Erkenntnis", so der Fotograf.

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„Die Bilder der neuen BND- Zentrale in Berlin hingegen sind gleißend hell fotografiert, quasi transparent. Der Betrachter soll sich fragen, ob und wann diese Transparenz zu einem Erkenntnisgewinn führt", wird der Fotograf in einer Pressemitteilung zitiert.

Sind in Pullach noch die Spuren der Arbeit und gewisse, rührende Versuche der Büro-Personalisierung zu erkennen—da liegen AutoBild-Ausgaben unter FC Bayern-Schals in sympathisch chaotischen kleinen Werkstätten zwischen Bastelmaterialien und Feilen—sind die Gebäude in Berlin noch nicht eingelebt und wirken in ihrer Uniformität umso glatter, leerer und gesichtsloser.

Pullach: Arbeitsplatz in den Werkstätten

Die neue BND-Zentrale in Berlin. Eines der zwei riesigen Atrien.

Pullach: Innenansicht eines der fünf Pförtnerhäuser an der Haupteinfahrt, hunderte Dienstausweise liegen zur Ausgabe bereit.

Feststofflager, Keller Chemielabore in Pullach. Der BND beschäftigt sich auch mit der chemischen und physikalisch-technischen Analyse verschiedenster Stoffe.

Kommunikationszentrale in Pullach. Hier findet unter anderem die elektronische Anbindung aller in- und ausländischen Auslandsdienststellen des BND statt.

Neues IT-Zentrum. Es wird auch nach dem Umzug des BND nach Berlin in Pullach verbleiben.

Noch mehr Fotos gibt es gerade in einer Ausstellung („UNHEIMLICH – Der Bundesnachrichtendienst 1956 – 2016") zu sehen: Vom 24. März bis zum 24. April 2016 im Gruner + Jahr Pressehaus in Hamburg.