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Ex-NASA-Forscher will mit bunkerbrechendem Riesenspeer Leben auf dem Mars finden

Ein pensionierter NASA-Direktor möchte herausfinden, ob es Leben unterhalb der Erdoberfläche des Roten Planeten gibt.

Ab 2024 sollen  bemannte One-Way-Missionen zum Mars geschickt werden, die uns vielleicht mehr über das Leben auf dem Roten Planeten verraten. Doch was tut der ungeduldige Weltraumforscher in der Zwischenzeit?

Eine Kickstarter-Kampagne namens  ExoLance möchte nun endlich Antworten auf die Fragen nach außerirdischem Leben auf unserem Nachbarplaneten liefern. Denn wie ihr Initiator Doug McCuistion etwas traurig erklärt, gibt es momentan keine Programme der NASA, die nach Leben auf dem Roten Planeten suchen. Mit seinem Projekt möchte der ehemaliger Direktor des NASA Mars Exploration Programs die Sache selbst in die Hand nehmen und in bester Tradition griechischer Göttermythen mit ordentlich militärisch erprobten Kawumms einen Speer bunkerbrechender Kraft auf den Planeten werfen, um in seine Oberfläche einzudringen wie in einen Schweizer Käse.

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Der Mars bietet alle Voraussetzungen, die für die Grundlage von Leben nötig sind. Die Speere von ExoLance sollen nun von einem Orbiter über der Planetenoberfläche abgeworfen und sich in dessen Oberfläche hinein bohren. Die Ergebnisse dessen, was sie dort vorfinden (bestenfalls Formen bakteriellen Lebens), funken die Speere an den Satelliten, welcher die frohe Kunde zur Erde weiterleitet.

Anhand der Gesteinsproben kann untersucht werden, ob sich außerirdische Lebensformen im Mars nachweisen lassen. Leidenschaftliche Mitarbeiter nehmen sich eben auch im Rentenalter der vernachlässigten Themengebiete ihres ehemaligen Arbeitgebers an—und wenn der Arbeitgeber die NASA war, dann wird eben weiter in die Tiefen der Weltraumforschung vorgedrungen.

Die Spendensammlung für die rabiate, extraterrestrische Kampagne startete bereits am 31. Juli, kommt bisher jedoch nur schleppend voran. 34 Tage vor ihrem Ende sind erst sechs Prozent des erhofften Zielbetrags erreicht, was vielleicht auch daran liegt, dass die Prämien für die Unterstützer keine unbedingten Knaller sind. Erst bei einer Spende von 1000 Dollar wird es mit dem Replikat eines Mars-Speers richtig interessant. Doch bei dieser Initiative geht es ja auch eher um ein hehres Ansinnen und keine Jagd nach Merchandise-Artikeln.

Die Seite der Indiegogo-Kampagne ist jedoch nur der Tropfen auf dem heißen Stein, der das Geld für die Umsetzung beschaffen soll. Neben dieser Info-Seite gibt es auch noch den wahren Stoff:  exploremars.org. Ich hätte mich nicht gewundert unter „The Team" die Mitglieder der ISS Enterprise zu finden, wo Captain Picard aus seinem Mars-Nähkästchen plaudert.

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Das Abwurfsystem der Mars-Speere wurde ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt. Dabei „kombiniert ExoLance die Experimente der Viking-Landungen von 1970 mit dem Curiosity Rover und fügt dem ganzen eine Art bunkerbrechende Waffentechnologie hinzu". Eine ganz hervorragende Idee, sich mit einer Sprengung bei seinen möglichen neuen Bakterien-Freunden anzukündigen.

„Das System verfügt über einen Stoffwechseltest, der sehr genau die chemischen Eigenschaften von leblosen und die von lebendigen Mikroorganismen unterscheiden kann", schreibt McCuistion begeistert bei Kickstarter:

„Das macht dieses Experiment noch faszinierender. Es kann nicht nur Leben feststellen, sondern ebenfalls sagen, ob es eine Verbindung zu unseren Lebensformen auf der Erde hat oder ein völlig neuer Strang ist—ein separates „Genesis"."

Nach erfolgreichem Abschluss der Kampagne soll von den gesammelten 190.000 Euro in der Wüste von New Mexico zuerst die Machbarkeit des Experiments geprüft werden. Im Anschluss daran, wollen die Forscher mit ihrem Projekt an die NASA oder andere Weltraumorganisationen herantreten, um eine Beförderung der Technik zum Mars zu organisieren. Ob die NASA sich freut, wenn McCuistion seinen ehemaligen Arbeitgeber mit seinen privaten Forschungsideen aus dem Pensionsfundus beschenkt, sei mal dahingestellt. Es wäre in jedem Falle eine interessante Geschichte.

Und auch ob die Vampirlady mit blauer Haarsträhne am Ende des Kickstarter-Videos der Glaubwürdigkeit der Kampagne förderlich ist oder die skurrile Idee noch unterstreicht, wird sich zeigen.