Eine Fotosafari durch die Weltraumfriedhöfe der NASA
Alle Bilder: Roland Miller

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Eine Fotosafari durch die Weltraumfriedhöfe der NASA

Über ein Vierteljahrhundert lang hat Roland Miller alte NASA-Anlagen in den USA fotografiert. Das Ergebnis dokumentiert die retrofuturistische Schönheit von Verfall und Forscherdrang.
19.11.14

Überall in den unendlichen Weiten der USA verteilt, finden sich Weltraumfriedhöfe der NASA in den unterschiedlichsten Stadien eleganten Verfalls. Die verlassenen Startrampen und rostigen Forschungseinrichtungen wirken auf heutige Betrachter wie Postkarten aus einer Ära, als der kollektive Fortschrittsglaube der Menschheit sein Heil in der Erforschung des Weltraums zu suchen schien.

Roland Miller hat diese retrofuturistischen Orte über ein Vierteljahrhundert lang in Bildern festgehalten. Sein Projekt „Abandoned in Place" ist gleichermaßen Kunst wie historische Dokumentation, und einfach rundum fantastisch:

„Fotografisch gesehen sind es wunderschöne Orte. Ich musste mich der Herausforderung stellen, dass sie auf den Bildern nicht einfach wie alte Scheunen wirken. Ich wollte mich nicht nur auf die nostalgische Wirkung verlassen, sondern versuchen, etwas tiefer zu gehen", sagt Miller, der auch am College of Lake County in Chicago lehrt.

„Der Verfall dieser Anlagen ist eine gute Metapher für unser eigenes zeitlich begrenztes Dasein auf diesem Planeten. Das hat mich auf vielen verschiedenen Ebenen angesprochen."

Millers Interesse an der NASA-Architektur wurde geweckt, als er 1988 Cape Canaveral zum ersten Mal besuchte. Für die Volkshochschule an der er damals lehrte, war es ihm erlaubt, Chemikalien aus einem Fotolabor als Spende abzuholen, da die NASA gerade eines altes Bürogebäude räumte. Als er die Räume sah, wusste er, dass er sie auf Film bannen wollte.

Im Laufe der vergangenen Jahre gewährte ihm die NASA immer wieder Zutritt zu ihren verlassenen Anlagen in den USA. Stets begleitet von einem NASA-Vertreter fotografierte er unter anderem das Marshall Space Flight Center in Alabama, das Stennis Space Center in Mississippi und das Kennedy Space Center und Cape Canaveral in Florida.

Miller betont, dass er mit seiner Arbeit nicht die Verwahrlosung der Anlagen oder die NASA kritisieren wolle. Ihm geht es viel mehr darum eine historische Epoche und ihren Beitrag zur Erforschung des Universums zu dokumentieren.

Im kommenden Jahr möchte Miller mit Hilfe einer ​Kickstarter-Kampagne 100 seiner Bilder in einem großen Bildband abdrucken. Die Buchveröffentlichung wollte er eigentlich schon vor vielen Jahren realisiert haben. Inzwischen ist er aber froh, so lange gewartet zu haben—schließlich sind in der Zwischenzeit zahllose weitere sehenswerte Bilder hinzugekommen.