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Die Polizei—dein Freund und Drogenkäufer

Vor einer Razzia in einem Club haben Beamte noch schnell für 43.000 € E und Koks dort eingekauft.
10.5.16
Photo via Yelp

Die Polizei in Melbourne führte vor kurzem Razzien in zwei Clubs der Stadt durch. Sie standen in Verdacht, am Verkauf von Drogen beteiligt zu sein. Im Fall des Railway Hotels hatten die Beamten dafür auf absurde Weise „Indizien" gesammelt: Wie die Herald Sun berichtet, haben verdeckte Ermittler der Polizei von Januar bis März 2016 in dem Club Drogen mit einem Gesamtwert von nicht weniger als 67.000 Australischen Dollar gekauft. Das sind umgerechnet schlappe 43.213 €, die da bei zwölf Einkäufen zusammenkamen. Der zuständige Richter Peter Reardon zeigte sich folgerichtig auch leicht irritiert, warum die Ermittler dem Etablissement so viele Besuche abstatten mussten, bevor es zu einer Razzia kam.

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Die Polizei gab an, das Drogen-Geschäft sei derartig groß gewesen, dass die verdeckten Ermittler für den Erwerb Schlange stehen mussten. Unter den Einkäufen fanden sich Kokain, Metamphetamin und Ecstasy mit dem VW-Logo. Ein Teil der Drogen sei rein gewesen, während andere stark verunreinigt und gestreckt gewesen seien. Als treibende Kräfte des Drogen-Verkaufs werden Chris Lytras, Manager des Railway Clubs, und Paul Polito, der als „Concierge" der Location bekannt war, bezichtigt. Polito führte die Leute aus dem Erdgeschoss, wo sich die Tanzfläche befindet, in den ersten Stock, wo der Verkauf der Substanzen aus einem Büro heraus erfolgte. Lytras ist momentan noch in Haft, während Polito auf Kaution frei kam.

Bei dem anderen Club, der von der Polizei durchsucht wurde, handelte es sich um das Two Floors Up. Die Beamten fanden einem Bericht von Tonedeaf zufolge mehrere tausend Pillen Ecstasy. Einer der Mitbesitzer, ein gewisser DJ Jason Kolbeck, sitzt ebenfalls in Haft. Sein Antrag auf Freilassung gegen Kaution wurde abgelehnt.

Trotz der Razzien bleiben beide Clubs weiterhin geöffnet. Ob die Einnahmen aus der Staatskasse in eine neue Anlage gesteckt oder anderweitig investiert wurden, ist nicht bekannt. Auch nicht, ob, wie zuletzt in Australien beobachtet, „Geister" mitfeierten.

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