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Wir waren am Car-Freitag bei den Autotunern von Hamburg-Allermöhe

Die Polizei hält sie für potentielle Kriminelle. Aber was machen Autotuner wirklich, und was bringt sie dazu, den ganzen Abend an einer Tankstelle abzuhängen?

von Lena Fiedler
08 Mai 2019, 2:22pm

Alle Fotos: Philipp Lee Heidrich

Die Autotuner von Hamburg-Allermöhe sitzen auf Campingstühlen vor der Aral-Tankstelle und scheinen auf etwas zu warten. Blickrichtung: Straße. Ein Mercedes AMG mit 18 Zoll Silberfelgen zischt an der jubelnden Menge vorbei, beschleunigt noch einmal, bis der Motor knallt. Sofort legt sich der nächste Wagen, ein Golf GTI mit violett schillernder Folierung, in die Kurve, wieder applaudieren die Zuschauer auf den Campingstühlen. Sie warten nicht, sondern urteilen. Was die heute wollen, ist unterhalten werden, und das ist hier am Wilhelm-Ivan-Ring gar kein Problem. Wären da nicht die etwa 20 Polizisten aus Hamburg, die Spielverderber, die ihnen heute in die Quere kommen könnten.

Der Mannschaftswagen lauert auf der anderen Straßenseite. Bei den Auspuffknallen werden sie aufmerksam, allzu schnelle Fahrer werden rausgewunken. Ansonsten stehen sie mit ausdruckslosen Mienen vor der Menge und begutachten dieses Festival der PS-Narren und Felgen-Protzer.


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Es ist der 19. April, Karfreitag, 18 Uhr. Statt Jesu Christi zu gedenken, feiert die Autotuningszene Hamburgs Saisoneröffnung im Industriegebiet – sie nennen diesen Tag "Car"-Freitag. Aber sie feiern ihn nicht alleine, sondern zusammen mit der Polizei, ihrem natürlichen Feind. Ab jetzt werden sie wieder jeden Freitag und Samstag hier abhängen, so lange, bis die Saisonkennzeichen auslaufen. Die Polizei wird immer auf der gegenüberliegenden Straßenseite lauern, denn sie machen die Tuner zunehmend für illegale Autorennen auf den Straßen Hamburgs verantwortlich. Für die Beamten sind sie alle potentiell kriminell. Aber wer sind diese Leute wirklich – und was ist eigentlich so geil daran, den ganzen Abend an einer Tankstelle abzuhängen?

Zwei junge Männer stehen vor dem geöffneten Kofferraum eines 1er BMWs und versuchen eine Shisha zum Laufen zu bekommen. Der größere der beiden heißt Jay, 24, ihm gehört dieser Wagen, und auch noch zwei andere, die er in seiner Heimatstadt Neumünster gelassen hat. Er trägt Bart, Sonnenbrille, Siegelring und ein eng anliegendes schwarzes Shirt. Jays Vater ist Autohändler. "Ich bin mit Autos groß geworden. Seitdem dreht sich mein Leben nur um Autos", sagt er. Die Shisha blubbert, der Geruch von Doppelapfel zieht über den Platz. Es ist Jays erstes Mal in Allermöhe. Ein Golf fährt vorbei, dem Porschefelgen aufgezogen wurde. "Ja, mit Adapterplatten", nickt er anerkennend. Er lässt den Blick über den Parkplatz wandern: "Für mich müssen Leistung und Aussehen bei einem Auto zusammengehen. Ein Auto macht die Person aus. Da muss ästhetisch alles stimmen", sagt er.

Zwei Tuner vor ihrem Auto
Jay und sein Kumpel sind zum ersten Mal auf dem Tunertreffen

Tuning kommt vom englischen to tune, also etwa "stimmen" oder "justieren". Tuner passen ihre Autos an ihre Bedürfnisse an. Die meisten Menschen stellen sich unter Tuning frisierte Motoren, Vergaser und Auspuff vor, alles neu, alles laut, für mehr Leistung. In den 90er Jahren, der Zeit von Need for Speed und Manta Manta, wurde viel optisch getunt, breite Reifen, Tieferlegung, Felgen und Folien. Wegen der strengeren Richtlinien der Polizei können die Tuner nicht mehr viel technisch tunen, deswegen geht es immer mehr um Optik. Die Veränderungen am Auto nennen sie Mods, und die sollte man besser selbst gemacht haben. Fünf bis acht Prozent aller Autos auf den Straßen sind getunt, schätzt Harald Schmidtke, Geschäftsführer des Verbands der Automobil Tuner.

Was fesselt Autotuner so sehr, dass sie an einem Feiertag zu Tausenden, das zählt zumindest die Polizei, ins Industriegebiet rausfahren? Warum investieren sie so viel Geld in ein Fortbewegungsmittel, das die meisten Menschen einfach nur von A nach B bringen soll? Und sind sie die kriminellen Raser, für die die Polizei sie hält?

Auf den Autos steht: "Kacke, aber bezahlt" oder "100% Benziner – Mein Auto braucht keinen Stecker"

Hinter der ersten Reihe Schaulustiger auf Campingstühlen beginnt das Schauparken der Besucher. Tür an Tür stehen hier Karren, an denen mehr oder weniger offensichtlich etwas geschraubt wurde. Hier gibt es kein System. Wer zuerst kommt, parkt zuerst. Ein schwarzer Mustang steht neben einem VW, der in der Szene als Ratte bezeichnet wird: Der Schaltknüppel wurde durch einen Pfannenwender ersetzt, der Lack ist weggerostet. Bei einem kleinen, weißen Lupo hat sich jemand die Mühe gemacht, nach oben öffnende Türen einzubauen. Autotuner sind Individualisten. Das Auto ist ihr Ausdrucksmittel. Zur Unterscheidung ist den Tunern von Allermöhe alles recht. Neonfarbener Lack, glitzernde Felgen oder eigenwillige Aufkleber auf der Heckscheibe: "Kacke aber bezahlt.", "100% Benziner – Mein Auto braucht keinen Stecker."

Honda mit Energy-Drinks
Kühl bleiben die Drinks unter dieser Motorhaube sicher nicht lange

Man bleibt meistens unter sich. Eine Gruppe Typen hat sich vor dem geöffneten Kofferraum eines schwarzen Audis versammelt. Ihre Jeans sind absichtlich zerrissen, dazu Lederjacken, Turnschuhe und T-Shirts von Jack & Jones, ein Kasten Astra zu ihren Füßen und Musik aus der Karre, Bass und Bier. Einer ruft laut zu einem seiner Freunde: "Komm mal mit aufs Bild N****." So sieht es hier vor jedem Auto aus, Menschen neben Kühltaschen voller Energydrinks, je nach Gusto und Geldbeutel T400, Monster oder Booster.

Nur ab und an macht sich eine Gruppe gemeinsam zu einem Spaziergang auf. Im oder gegen den Uhrzeigersinn umrunden die Besucher dann die Tankstelle, um am Ende in der "Aral-Oase" einzukehren und sich im "Petit Bistro" eine Käsebrezel oder ein Crossino zu kaufen. Der Tunertreff ist kostenlose Automobilmesse und Tagesfestival in einem. Der Gewinner dieses Abends ist in jedem Fall der Betreiber der Tankstelle. Am laufenden Band verkaufen die Angestellten an vier Kassen Drinks und Käsebrezeln. Zu Stoßzeiten arbeiten bis zu 18 Angestellte.

Zwei Frauen mit geglätteten Haaren und aufwändigem Make-Up stehen vor einem Audi R8 Cabrio und reden auf einen Typen ein. Ob sie mal fahren können? Schließlich öffnet er die Tür und lässt die Frauen in das tief liegende Auto einsteigen. Unter grölenden Rufen versucht die Fahrerin, das Auto zu starten, was nicht beim ersten Anlauf gelingen will. Der Typ tritt gerade ans Auto, um ihr zu erklären, wie das geht, als der Motor plötzlich aufheult und das Auto einen Satz nach vorne macht wie ein bockendes Pferd. Sie lenkt den Wagen auf die Ausfahrt zu, wo schon die Erste-Reihe-Fans warten. Beim Abbiegen auf den Wilhelm-Ivan-Ring nimmt sie die Kurve so ausladend, dass die Umstehenden sich nur durch einen Hechtsprung retten können. Die Fahrerin drückt unbeeindruckt das Gaspedal durch und fährt mit dröhnendem Motor und unverhältnismäßiger Geschwindigkeit davon. Auf den Pfiff eines Polizisten vom Mittelstreifen versucht ein Einsatzwagen, der Frau nachzusetzen. Aber zu spät – der schwarze Wagen ist bereits außer Sicht.

Tankstelle Allermöhe
Laut Angaben der Polizei drängten sich am "Car"-Freitag mehr als 300 Autos rund um die Tankstelle

Polizei und Autotuner, eine lang gehegte Feindschaft. Die Tankstelle in Allermöhe ist einer der wenigen Orte, die der Szene geblieben sind. Viele Tuner haben ihre Karren verkauft. Was bleibt ihnen auch anderes übrig, wenn man nicht mehr mit ihnen fahren kann? Früher wurde weniger kontrolliert, heute geht die Polizei richtig auf Safari. Der Rest der Szene verabredet sich jetzt in WhatsApp-Gruppen, um außerhalb von Hamburg zu fahren.

Zusammen mit einer 2017 gegründeten Sonderkommission, der "Soko Autoposer", laufen die Beamten über den Parkplatz, um die gut 300 Fahrzeuge zu überprüfen. Am Wilhelm-Ivan-Ring stehen zwei Beamte und eine Beamtin auf dem Mittelstreifen, um den Verkehr zu regeln. Sie stehen dort wie Securitys im Fotograben bei Konzerten, gelangweilt, konzentriert, das Geschehen immer im Rücken. Auf die Frage hin, wie es so läuft, sagt der Beamte: "Alles unter Kontrolle."

Die Polizei ist mit einem Ford Granada da, Baujahr 1982

Am Vormittag hat die Polizei auf Facebook gepostet, dass Tobias Hänsch auch kommen werde. Hänsch ist Leiter der Soko Autoposer und der meistgehasste Mensch der Szene. Er und sein Team fahren Tag und Nacht in Hamburg Streife und ziehen die Autos aus dem Verkehr, die lauter sind als erlaubt, oder deren Umbauten nicht ordnungsgemäß eingetragen wurden. Für die Polizei sind Poser nur noch nicht verurteilte Raser. Seit dem Mordurteil des Bundesgerichtshofs gegen einen Hamburger Raser hat sich der Konflikt weiter verschärft. Die Soko bekommt medialen Rückenwind.

Ford Granada der Polizei
Die Soko "Autoposer" hat auch eine Karre mitgebracht

Von Tobias Hänsch ist nichts zu sehen, dafür sind Tobias Greve und sein Team da. Greve ist Leiter des Social-Media-Teams. Sie sind heute mit einem großen Einsatzwagen da, um "Präsenz zu zeigen" und mit einem Ford Granada aus dem Jahr 1982, um das Eis zu brechen. Greve ist jung, trägt eine Glatze und ist sympathisch genug, um es mit den Tunern aufzunehmen. Das Thema Autotuning ist auch wegen der Gerichtsurteile emotional besetzt. Zwischen Motorenlärm und Auspuffgeheul erklärt Greve seine Mission: "Tuning an sich ist ein harmloses Hobby", sagt er mit einem offenen Lächeln. Er und 20 weitere Kolleginnen und Kollegen sind heute im Einsatz, einige davon in Zivil, um "die schwarzen Schafe" der Szene zu finden, also die mit den Geschwindigkeitsüberschreitungen, Autorennen und unerlaubten Ersatzteilen. Er ist von seiner Taktik überzeugt, die Tuner "nett und offen" auf die Polizei zugehen zu lassen. Aber ihr Stand wirkt eher wie ein verwaister Wahlkampfstand in einer Einkaufsstraße kurz vor Kommunalwahlen. "Wer Fragen zu seinen Umbauten hat, kann gern herkommen." Ob Greve auch gerne Auto fahre? "Ja, aber es gibt Wichtigeres im Leben", sagt er und schaut rüber zur Tankstelle auf der anderen Seite der Straße.

Mit einem lauten und fröhlichen Jingle hält ein Eiswagen an der Tankstelle. Es ist etwa 19 Uhr, der Treffpunkt wird immer voller. Martin und Christian haben Eishörnchen in der Hand, beide sehr groß, die Jungs, nicht die Hörnchen, dünn, blass in Ledermontur und mit grünen Motorrädern. Sehr höflich fragen sie, ob ich kurz ihre Eishörnchen halten könne, damit sie ihre Kawasaki Ninja H2 für ein Foto positionieren können. Martin hat sich ein großes Drachentribal auf den Sitz nähen lassen. "Auf dem Ding kannst du problemlos für hundert Kilometer sitzen." Der Sitz hat einen Federkern und eine Heizung.

Motorradtuner
Martin und Christian sind Motorrad-Tuner und gönnen sich gerade ein Eis

"Das Bike ist volle Hütte", sagt Martin stolz. Er gehört zu den Tunern, die einfach leidenschaftlich ein Hobby verfolgen, das ihnen Spaß macht. Er hatte mal einen schweren Unfall: Eine Autofahrerin hat ihn beim Abbiegen übersehen und vorne auf den Kotflügel genommen. Statt mit dem Fahren aufzuhören, hat er sich von der Versicherungssumme die Kawasaki gekauft.

So unterschiedlich die Szene auch ist, es gibt Regeln, die für alle gelten: Schlimmer als bauen lassen, ist Serie fahren, und schlimmer als Serie ist nur leasen. Und angeben, obwohl das Auto einem gar nicht gehört, das geht gar nicht, da sind sich alle einig.

Autotuner: Wie viel Klischee steckt in den Tunern – und wie viel Kriminalität?

Autotuning ist eine Freizeitbeschäftigung, die in einem Milieu jenseits der Bildung und diesseits von neuem Reichtum verortet wird. Es wäre ein Leichtes, die Tuner zu verarschen, weil man meint, sie gesellschaftlich unter sich zu wissen. Autotuning ist ein Volkssport, den sich die Öffentlichkeit irgendwo in Bottrop vorstellt, den Leute betreiben, die nach der Jugend nicht aufgehört haben, Energydrinks zu trinken, und möglicherweise Deutschrap hören.

Getränke und Trinkende
Trinken und posen, mehr passiert an der Tankstelle in Allermöhe eigentlich nicht

Dem Klischee nach behandeln sie Frauen als Objekte, die nackt und in High Heels auf Motorhauben liegen. Man meint, sie seien laut, hinterließen Dreck, führen zu schnell, im Zweifel sogar jemanden um. Aber: Zum auffälligen Auto gehört auf dem Parkplatz der Aral-Tankstelle nur selten ein auffallender Eigentümer. Nur manchmal passt das Klischee dann doch: Ein wirklich assiges Auto wird von einem gefahren, der grölt, was das Zeug hält, und ein anderer stellt sich an seinen Wagen und, tut so, als würde er sich den Hosenstall öffnen, um an den BMW pissen, und der andere antwortet bloß: "Einfüllloch ist auf der anderen Seite, du Trottel."

Motorhaube und offener Kofferraum
Blank geputzt spiegelt sich sogar etwas Natur in der Kunst

Der Wunsch nach schnellen Autos ist einer, den die, die meinen, sie kämen aus einem bürgerlichen Milieu, schnell abwerten, und dabei vergessen, dass beim Anblick des Porsche Carreras der Nachbarn oder des BMW SUV des Chefs, oder des Lamborghinis von Tim Wiese andere Bewertungskriterien gelten. Aber der Unterschied zwischen Sportwagen, Oldtimer und Tunerkarre ist bei näherer Betrachtung eher ein Gradunterschied denn ein Artunterschied.

Ziemlich untypisch: Das hässlichste Auto der Welt

Direkt am Eingang der Tankstelle hat Tarik sein Auto geparkt. Inoffiziell gilt es als das hässlichste Auto der Welt: ein roter Fiat Multipla. Immer wieder bleiben Leute beim Vorbeigehen stehen und mustern amüsiert das Auto. Tarik kennt das schon. Er ist ein junger Typ, mit kurzen dunklen Haaren, schlichtem schwarzen Brillengestell und ordentlicher Kleidung. Man würde meinen, er sei ein eher schüchterner Typ.

Warum das hässlichste Auto der Welt?

das hässlichste Auto der Welt

"Schönheit kann jeder", sagt er. Es gehe eben darum, sich von anderen abzugrenzen. "Wenn ich mir einen Audi oder einen BMW zulege, dann steht der überall rum", erklärt Tarik. Am Anfang war die Idee nur ein Witz. Mittlerweile hat Tarik einen fünfstelligen Betrag in sein Auto gesteckt: "Da ist ein neues Luftfahrwerk drin, Sonderanfertigung von Carsport, gibt es so nicht noch mal, 18 Zoll Felgen, Lochkreis umgebaut mit Verbreiterung und Umbau auf Stehbolzen, damit ich Lugnuts fahren kann, die Kotflügel wurden verbreitet, die Karosse gecleant, Klappenabgasanlage dreieinhalb Zoll, 127 Dezibel, also das ist schon krank, drei Sportsitze vorne, und komplett foliert."

Mit diesem Auto fährt Tarik auf Tunertreffen und findet das einfach lustig. Ein Auto wie aus einem Computerspiel. Mit dem könne er gar nicht mehr groß rumfahren, mit den Mods ist er viel zu langsam geworden.

Die Sonne ist untergegangen, und es wird immer voller. Die Umrisse des Parkplatz sind nur noch schwer auszumachen, ein weites Meer von Autos. E-Zigaretten dampfen, Campinggrills qualmen und laufende Motoren erzeugen zusätzlichen Rauch, der durch die vielen Scheinwerfer der Autos sichtbar wird.

An einem blauen Ford steht auf der Heckscheibe der Spruch "100 Prozent Sauger – Hier blasen nur die Weiber". Und auf einem anderen steht auf dem Tankdeckel "Schluck du Luder". Ein Typ sagt zu seinem Freund "Fotoschlampe" und meint damit, dass er auf dem Beifahrersitz angereist ist. Rund um die Tankstelle scheint sich ein Vakuum gebildet zu haben, in dem sich eine zutiefst archaische Gesellschaft erhält.

getunte Wägen bei Nacht

Ich will das durchbrechen, suche eine Frau, die tunt, und finde einen violetten Nissan Silvia S15. Die Besitzerin hat sich den Wagen gekauft, weil sie in einen Tuner verschossen war. Sie hatte damals keine Ahnung, sagt sie, aber fand schicke Autos toll. Als sie erzählen will, wie sie ihren Nissan gekauft hat, kommt ein Typ mit Cap vorbei, nimmt sie zur Seite und fragt, was sie da gerade mache.

"Ich rede über mein Auto", erklärt sie vorsichtig.

"Ah, ja", antwortet der Typ. "Das würde ich an deiner Stelle nicht tun."

Nicht alle Tuner wollen mit mir reden. Niemand hat Lust auf negative Berichterstattung über illegale Autorennen und Raser. "Mein Kennzeichen kannst du schön wieder durchstreichen", sagt ein Typ mit tätowierten Armen im Vorbeigehen.

In Allermöhe steht man mehr, als das man fährt. Unter diesen Umständen wirkt der Einsatz von Tobias Greve und seinem Team der Polizei Hamburg wie vorauseilender Aktivismus. Manchmal ist das Auto ein wenig näher an der Straße als erlaubt, aber ansonsten ist Autotuning so wie viele andere nerdige Hobbies auch. Von außen betrachtet kann man schlecht verstehen, warum Leute so viel Geld und Zeit in ein Vehikel investieren, man würde Leuten wie Jay oder Tarik aber Unrecht tun, wenn man sie kriminalisiert. Die Autorennen finden woanders statt. Hier ist Museum, nicht Freizeitpark.

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