In Chemnitz wurden 320 Hakenkreuze auf ein Sportgelände geschmiert

Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei.

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31 Oktober 2018, 10:32am

Ein durchgestrichenes Hakenkreuz auf einer Mauer des ehemaligen Zechengeländes Bergwerk Fürst Leopold | Foto: imago | biky

Es ist wahrscheinlicher, dass die Deutsche Bank bei den nächsten US-Präsidentschaftswahlen Bernie Sanders als "Wunschkandidat der Märkte" unterstützen wird, als dass mal eine Woche vergeht, in der Chemnitz keine negativen Schlagzeilen auslöst. Auf Jagdszenen gegen nicht-weiße Menschen im August folgten Aufmärsche von der NPD, des III. Wegs und Pro Chemnitz, Anschläge auf Restaurants und die Festnahme einer Terrorzelle. Nun fühlen sich Rechtsextreme anscheinend auch zu Vandalismus ermutigt.

So haben Unbekannte am vergangenen Montag oder Dienstag insgesamt 320 Hakenkreuze auf ein Sportgelände geschmiert. Das verfassungsfeindliche Symbol prangte auf Werbetafeln, Bänken und Gebäudemauern des Sportplatzes Am Harthwald, wo die Sportfreunde Chemnitz-Süd trainieren. Laut Freier Presse haben die Hakenkreuze einen Durchmesser zwischen 10 und 50 Zentimeter. Zudem schnitten die Täter fünf Tornetze durch.


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Die Kriminalpolizei Chemnitz hat Ermittlungen wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung aufgenommen, berichtet die Freie Presse. Am Mittwochvormittag war die Polizeidirektion Chemnitz für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der erste Vorsitzende der Sportfreunde Chemnitz-Süd, Rico Auerbach, wollte sich gegenüber VICE nicht zum Vorfall äußern. "Der Verein wird im Laufe des Tages eine Erklärung zum Vorfall veröffentlichen", sagte Auerbach.

Es ist nicht das erste Mal, dass Täter Gebäude in Chemnitz mit rechtsextremen Symbolen beschmieren. Im September 2016 wurden Hakenkreuze und Parolen wie "Zecken klatschen", "Nazi Area" und "Nazikiez" an das Büro der Landtagsabgeordneten Susanne Schaper von der Linken gesprüht. Im Januar 2018 wurde eine kurdische Bäckerei mit Hakenkreuzen, SS-Runen und Aufschriften wie "NS Jetzt" beschmiert.

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