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Marduk sollen antisemitische Propaganda gekauft haben – Die Band bestreitet das

Ein Leak soll zeigen, dass zwei Bandmitglieder ausgiebig bei einem rechtsextremen Versandhandel bestellt haben. Die Black Metaler reagieren genervt auf die Vorwürfe.

von Noisey Staff
05 April 2018, 11:09am

Foto: imago/ZUMA Press

Eine schwedische Zeitung hat berichtet, dass die Black Metaler von Marduk bei einem rechtsextremen Online-Shop eingekauft haben sollen. Und nicht gerade wenig. So hätten sich Sänger Daniel Rostén und Drummer Fredrik Widigs im Mai 2016 unter anderem hunderte antisemitische Sticker und Flyer, sowie Bücher mit Titeln wie Zionismus – Die verborgene Unterdrückung und Trotzdem, wirklich sechs Millionen? bestellt.

Raus kam das alles laut Metalsucks dank eines Hackerangriffs auf den Server des Shops "Nordic Resistance Movement", bei dem Daten geleakt wurden. NMR ist auch der Name einer rechtsextremen Partei in Schweden, die mit dem Shop in Verbindung steht. Demnach wurden die Bestellungen auf den Namen der beiden Bandmitglieder getätigt und zu ihnen nach Hause geschickt. Auch die IP-Adressen sollen übereinstimmen. Die schwedische Band selbst hat bereits auf den Bericht reagiert – sie streiten alles ein wenig genervt ab.

"Kein Mitglied von Marduk hat irgendwas von der betreffenden Website bestellt […] Es ist lächerlich, das nach 28 Jahren Bandgeschichte zu wiederholen, aber: Marduk hat keine politische Agenda oder ideologische Verbindungen, zu Nationalsozialismus oder sonst was." Tatsächlich musste sich die Band schon oft diesem Vorwurf stellen. Einerseits, weil sie in ihren Texten und Artworks oft Nazideutschland und die Zeit des Zweiten Weltkriegs behandeln, andererseits, weil etwa Gründer und Gitarrist Morgan Håkansson mal fremdenfeindliche Aussagen getätigt hat.

Black Metal und Neonazi-Vorwürfe, es bleibt eine unendliche Geschichte. Einerseits, weil es eben eine aktive NSBM-Szene gibt, andererseits, weil es Bands wie Marduk gibt, die allzu gerne die NS-Zeit thematisieren. Und noch immer niemand erklären kann, wie die Namen ihrer Bandmitglieder in den Daten eines rechtsextremen Online-Shops landen konnten.

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