Indische Süßigkeiten für Einsteiger

Was ist eigentlich ein "peda"? Und ein "cham cham"? Wir erklären dir die wichtigsten Köstlichkeiten.

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15 Juni 2017, 9:44am

Wer gern indisch essen geht, hat vielleicht schon einmal von gulab jamun oder jalebi gehört, doch für die Auslage in einem indischen Süßigkeitenladen braucht man schon Expertenwissen (oder man muss eine extrem große Vorliebe für Süßes haben). Indische Süßigkeiten, mithai – das ist Hindi bzw. Urdu für Nachtisch –, werden immer aus einer Mischung aus Mehl, Zucker, Nüssen, Hülsenfrüchten und Milch oder khoya gemacht, einem halbfesten Milchprodukt, das durch Eindicken von Milch hergestellt wird. Die Süßigkeiten werden dann oft mit Kardamom, Safran oder Rosenwasser verfeinert. Die meisten sind trocken oder halbfest und in Milch oder Zuckersirup getränkt.

Es gibt ein paar wenige klassische Sorten, doch in jeder Region gibt es je nach lokalen Vorlieben unzählige Variationen. Wir haben euch deshalb einen kleinen Einsteigerguide für Süßes aus dem südasiatischen Raum zusammengestellt.

Oben: barfi in drei Farben, kesar peda (3 Stück), malai cham cham ; MItte: barfi mit Schokolade, kesar peda , kalakand , boondi ladoo ; Unten: barfi mit Pistazien, malai cham cham , boondi ladoo , malai cham cham . Foto mit freundlicher Genehmigung von der Autorin.

Barfi sind würfelförmige oder rautenförmige Konfekte aus Zucker und khoya mit einer weichen Konsistenz. Oft werden sie mit einer essbaren Silberfolie überzogen. Besonders beliebt sind sie im Norden Indiens und werden zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder dem Lichterfest Diwali gereicht. Meist sind sie weiß, es gibt sie jedoch in verschiedensten Geschmacksrichtungen: Pistazie, Mandel, Schokolade, Mango oder Ananas-Orange.


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Es gibt auch regionale Varianten, zum Beispiel die mohantal aus Gujarat, die mit Kichererbsenmehl anstelle von Milchpulver gemacht werden. In Rajasthan gibt es kalakand, die aus Vollmilch gemacht werden, wodurch sie eine seidige Textur und einen milchigen Geschmack erhalten. Und dann gibt es noch patisa oder auch soan papdi, das ist ein etwas trockeneres quadratisches Konfekt aus Kirchererbsenmehl.

Ein Turm aus verschiedenen barfi

Für halwa köchelt man Milch, Zucker und Ghee mit einer anderen Zutat ein, meist Früchte, geriebenes Gemüse oder Mehl. Im Unterschied zu barfi erinnert halwa eher an eine Paste; es gibt halwa mit Karotten, Kürbis, aber auch mit Sapodilla oder Datteln, und meist mit Nüssen garniert.

Peda. Foto von Farideh Sadeghin

Peda ist ein rundes, halbweiches, grießartiges Konfekt aus Milchpulver oder Kondensmilch. Oft verbindet man damit die heiligen Städte Varanasi und Mathura in Nordindien, wo die "Plätzchen" ursprünglich herkommen. Und genau deshalb werden sie in den Tempeln oft als prasad, Opferspeisen, verteilt. Am häufigsten gibt es sie mit Safran oder Pistazien.

REZEPT: Peda mit Pistazien

Besan ladoo. Foto von Farideh Sadeghin

Genauso wie peda sind auch ladoo eine typische Opferspeise in Hindutempeln. Diese runden, süßen Bällchen können aus verschiedenen Mehlsorten oder Ölsaaten gemacht werden. Häufig findet man nussige besan ladoo (aus Kichererbsenmehl, Zucker, Ghee und gemahlenem Kardamom) oder etwas gröbere motichoor ladoo (perlengroße, frittierte Kichererbsenbällchen, die in Zuckersirup gekocht werden und anschließen zu kleinen Kugeln geformt werden). Es gibt auch regionale Varianten, in Rajasthan zum Beispiel atta ladoo aus Weizenvollkornmehl und in Maharashtra til ladoo aus Sesam.

REZEPT: Besan Ladoo (süße Kichererbsenbällchen)

Konfekt aus dem ostindischen Bundeststaat Westbengalen wird oft mit chhana gemacht, eine Art Weißkäse, der ursprünglich aus Portugal kommt. Sandesh werden in den schönsten Formen hergestellt und in Ghee frittiert. Die bengalischen rosogolla sind fluffige Bällchen aus chhana, die in Zuckersirup geköchelt und auch damit serviert werden. Die rechteckigen cham cham werden ähnlich wie rosogalla zubereitet, enthalten jedoch neben chhanna auch noch khoya. Es gibt sie in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und Farben, zum Beispiel mit Milchcreme (weiß) oder Rosenwasser (rosa).

Jalebi. Foto von der Autorin

Jalebi ist ein frittiertes schneckenförmiges Konfekt aus Weizen- oder Linsenmehl. Nach dem Frittieren werden die Kringel in warmen Zuckersirup getaucht, der meist mit Kardamom oder Safran aromatisiert wurde. Außen sind sie knusprig, innen weich und bei jedem Bissen kommt etwas klebriger Sirup heraus. Ihre Ursprünge hat diese Süßigkeit in Westasien, durch Händler ist sie wahrscheinlich im 14. oder 15. Jahrhundert nach Indien gekommen.

Auch gulab jamun ist durch den Handel von Westasien nach Indien gekommen. Diese reichhaltigen, goldbraunen Bällchen aus khoya, die in Zuckersirup getränkt und mit Kardamom, Rosenwasser und Safran versetzt werden, haben ihre Ursprünge wahrscheinlich in den ausgebackenen Köstlichkeiten aus dem persischen Raum. Bei der beliebten Version kala jamun (kala bedeutet wörtlich schwarz) wird noch Zucker zum khoya-Teig hinzugegeben. Beim Frittieren karamellisiert der Zucker, so dass das Gebäck seine dunkle, fast schwarze Farbe erhält.

Natürlich gibt es von all diesen Gerichten je Region unzählige Varianten. Und jetzt? Am besten von allen ein Stück probieren.