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Das Gerichtsprotokoll vom Martin-Shkreli-Prozess ist unsere Leseempfehlung des Tages

"Und er hat den Wu-Tang Clan disrespektiert!" – Gerichtsprozess gegen Martin Shkreli konnte fast nicht beginnen, weil es kaum Geschworene gab, die ihn nicht hassen.

von Hagen Terschueren
18 August 2017, 1:46pm

Foto: Imago | UPI Photo – Screenshot von Twitter |@ashleyfeinberg

Bei Martin Shkreli ist gerade richtig die Kacke am Dampfen. Der Hedgefonds-Manager und Pharma-CEO, der schon seit Jahren mehr negative Schlagzeilen als Donald Trump produziert, ist in drei Fällen wegen Betruges schuldig gesprochen worden und könnte jetzt 45 Jahre hinter Gittern landen. Manchem dürfte das ein seliges Lächeln aufs Gesicht zaubern, denn Martin Shkreli ist vermutlich einer der unbeliebtesten Menschen auf diesem Planeten. Doch von vorn.

Die große Shkreli-Saga begann 2015, als der selbsternannte "Pharma-Bro" die Rechte an einem antiparasitären Medikament kaufte, das auch bei der Behandlung von AIDS zum Einsatz kommt – und den Preis pro Tablette von 13,50$ auf 750$ erhöhte. Nein, kein Tippfehler, sondern eine echte Preiserhöhung von stabilen 5.000 Prozent.

Neben reichlich Kritik von wirklich allen relevanten Kandidaten im damaligen Präsidentschaftswahlkampf, inklusive Donald Trump, brachte diese Aktion Shkreli auch massig Geld. Und was macht man, wenn man mehr Geld hat, als man sinnvoll ausgeben kann? Man stolpert über eine Auktion, in der der Wu-Tang Clan das einzige Exemplar ihres neuen Albums anbietet und ersteigert sich das Ding für zwei Millionen Dollar. Ganz normal, ist jedem von uns schonmal passiert. Später hat Shkreli dann auf Twitter geschrieben, dass er das Album als Gratis-Download zur Verfügung stellt, wenn Trump Präsident wird. Hat er dann aber doch nicht gemacht und nur das Intro und einen Track geteilt. 2016 hat er dann Kanye West 15 Millionen Dollar geboten, um als einziger Zugang zu Life of Pablo zu bekommen. Ihr seht: Martin Shkreli ist jetzt nicht unbedingt eine Person, die sonderlich sympathisch rüberkommt, sondern jemand, der einen fast dazu zwingt, ihn zu hassen.


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Wie seine Verurteilung Anfang des Monats zeigt, gibt es aber manchmal doch Gerechtigkeit. Neben der Genugtuung, Shkreli endlich mal auf der Verlierer-Seite zu sehen, sind es vor allem die Gerichtsdokumente, die jetzt veröffentlicht wurden, die uns schmunzeln lassen. In denen tauchen nämlich auch Aussagen von abgelehnten Geschworenen auf. Und von denen gab es viele. Sehr viele. Denn Martin Shkrelis öffentliches Arschlochverhalten hat dazu geführt, dass es wirklich lange brauchte, genug Menschen zu finden, die ihn nicht hassen und damit ein neutrales Urteil unmöglich machen würden.

Die Aussagen dieser Geschworenen sind pures Internetgold, das wir euch einfach nicht vorenthalten wollen. Unser absoluter Liebling ist dabei eindeutig Geschworener Nummer 59. Eigentlich war er schon entschuldigt und konnte nach Hause gehen, doch er musste unbedingt noch einen weiteren Punkt loswerden, aus dem er Martin Shkreli hasst: "Und er hat den Wu-Tang Clan disrespektiert" – und wir wissen alle: Wu-Tang Clan Ain't Nuttin ta Fuck Wit.

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