Premiere

Videopremiere: Son Lux kämpfen in "The Fool You Need" ums Überl(i)eben

Leben, Liebe und Tod liegen nah beieinander. Das beweist das Trio Son Lux im neuen Musikvideo auf tragische Weise.

von Tina Blech; Übersetzt von Meredith Balkus
24 April 2018, 12:52pm

Screenshot via YouTube aus "The Fool You Need" von Son Lux

Schweiß, Dreck, Tränen und ein verzweifelter Kampf ums Überl(i)eben. Das Musikvideo zu "The Fool You Need" von Son Lux feiert heute exklusiv auf Noisey Premiere! Er habe sofort eine tiefe Verbindung zu diesem Song gefühlt, sagt der Regisseur Jean-Paul Frenay, der 2016 bereits das Musikvideo zu "Cage of Bones" für die Band drehte. Für das neue Video haben sie ihn einfach machen lassen, es repräsentiert Frenays ganz eigene Interpretation des Songs und soll den endlosen Kreis von Leben, Liebe und Tod darstellen.

Im Clip versuchen ein Mann und eine Frau verzweifelt, sich aus einem gebärmutterartigen Kokon zu befreien. Sie schreien, zerreißen die Hülle, erschöpft und durchnässt. Als es ihnen gelingt, schleudert sie eine unsichtbare Kraft auseinander. Auf allen Vieren kämpfen sie sich wieder aufeinander zu, gegen einen Sturm aus Dreck, Feuer und Wasser. Zu den flehenden Worten "Hollow me" treffen ihre Hände endlich auf seine. Wieder vereint klammern sich die beiden Liebenden aneinander, während Sänger Ryan Lott "I am not letting go / no matter what you do" haucht. Am Ende siegt der Sturm und die beiden schweben wie leblose Hüllen im Korridor.

Der qualvolle Kampf der beiden zeigt: Beziehungen sind komplex. Egal wie hart man dafür kämpft, zusammen zu kommen und anschließend zusammen zu bleiben, am Ende kann man dennoch scheitern.

Der Kreis von Leben, Liebe und Tod, den Frenay so tragisch im Musikvideo darstellt, beschäftigte Ryan Lott nicht nur im Track "The Fool You Need"; er zieht sich wie ein roter Faden durch das aktuelle Album Brighter Wounds, das am 9. Februar 2018 erschien. Während er an den Songs arbeitete, kam sein Sohn zur Welt und sein bester Freund starb an Krebs. Diesen Kontrast verarbeitet er in seinen Lyrics, die vom dramatisch-harmonischen Sound der Band ergänzt werden, der sich irgendwo zwischen Electronic-Post-Rock, Avant-Garde-Jazz und Synth-Pop bewegt. So schaffen Son Lux Musik, die überlebt, auch wenn Liebe und Leben erloschen sind.

Wer Son Lux dieses Jahr live erleben will, der kann das hier tun:

28.06. Fusion Festival, Larz
29.06. Slow Down Festival, Nürnberg
14.07. Les Georges, Fribourg, CH
21.07. Acoustic Lakeside, Sittersdorf, AT
13.10. Funkhaus, Berlin

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