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Treffen sich zwei Feministinnen und ein betrunkener Typ in einer Bar

Dieser fiktive Barbesuch zeigt, wie absurd – und wichtig – die Feminismus-Debatte noch immer ist.

von Svenja Gräfen
23 Mai 2017, 1:48pm

"Feminismus? Ich halte das für eine übertriebene Scheißidee. Das ist nichts als egoistisches Rumgeheule und ganz und gar falsch. Mittlerweile sind doch die Männer im Nachteil. Jungs werden in der Schule systematisch ausgestochen. Und was dürfen Männer überhaupt noch? Frauen wollen immer schön sein und immer schön gefunden werden, ganz egal wie sie aussehen, ob sie jetzt dick sind oder dünn sind, aber sobald man ihnen dann sagt, sie seien schön, ist das gleich schon wieder Objektifizierung! Oder Sexismus! Oder Mansplaining. Für alles gibt es irgendein scheiß Wort!

Männer dürfen überhaupt nicht mehr mitdiskutieren, die haben gefälligst den Mund zu halten, still in der Ecke zu sitzen, also wo kommen wir denn da hin? Ich finde das inzwischen wirklich gefährlich, das ist eine Verschwörung, und ich würde jedem davon abraten, sich auf diesen Feminismus einzulassen, ich meine: wir sind doch alle bloß Menschen, oder? Oder muss ich jetzt schon sagen: Menschinnen?"

Ich seufze und schaue das Männchen an, das mir gerade diesen Vortrag gehalten hat. Wir befinden uns in einer Kneipe und er klinkte sich vorhin in das Gespräch ein, das ich mit einer Freundin führte. Es ging um Brüste und das fand er wohl irgendwie interessant.

Den gesamten Poetry-Slam-Text von Svenja Gräfen lest ihr auf Broadly.

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