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Weihnachten

Wettesserinnen verraten, wie du dich an Weihnachten nicht überfrisst

„Wenn du nicht bis an deine Grenzen gehen willst, dann solltest du dich wahrscheinlich von vornherein gar nicht erst an den Tisch setzen.“

von Sirin Kale
23 Dezember 2016, 8:00am

Foto: Michelle Lesco

Manche Menschen sagen, die Feiertage seien dazu da, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Das ist so aber nicht ganz richtig. Weihnachten existiert nur aus einem einzigen Grund: um zu essen, bis einem schlecht wird—und dann noch mehr zu essen.

„So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen", heißt es schon in der Bibel. Ein anderes essenstechnisches Highlight aus dem heiligsten Buch des Christentums: „Abraham eilte in das Zelt zu Sara und sprach: Eile und menge drei Maß feinstes Mehl, knete und backe Kuchen."

Natürlich musst du dich nicht an das Alte Testament halten und wirklich kneten und backen. Es reicht auch, wenn du dich mit deinen Leuten in deiner Lieblingspizzeria triffst. Es ist egal, was du isst, solange du so viel isst, wie nur menschenmöglich.

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Weil das nicht immer ganz so einfach getan ist wie gesagt und die Weihnachtsfeiertage oft genug damit enden, dass man sich absolut sicher ist, nie wieder irgendetwas zu sich nehmen zu können, haben wir uns an Profis gewandt: Frauen, die bei Wettessen antreten. Hier ist der Broadly-Guide für ein erfolgreiches Weihnachtsessen—von jemandem, der schon mal auf den Parkplatz von KFC gekotzt hat, nachdem sie am zweiten Weihnachtsfeiertag einen ganzen Eimer voller Hühnchenflügel gegessen hat. Ich habe also auch noch viel zu lernen. Frohe Weihnachten!

Kate Overs, hat mal den britischen Reality-TV-Star Scotty T bei einem Sandwich-Wettessen geschlagen

Wenn man die 20-Minuten-Grenze überschritten hat, ist es schwierig, das Völlegefühl zu ignorieren. Nimm dir Zeit und mach es Schritt für Schritt. Wenn noch ziemlich viel übrig ist und du schon super voll bist, dann sind es die paar zusätzlichen Bissen auch nicht mehr wert, dass dir schlecht wird. Versteh mich nicht falsch, du solltest dein Bestes geben, aber ich persönlich hasse es, kotzen zu müssen. Deswegen würde ich an deiner Stelle lieber aufhören.

Wenn du denkst, dass dir schlecht werden könnte, hör auf zu essen und mach eine Verschnaufpause. Geh nach draußen und schnapp etwas Luft, damit du das Essen nicht mehr länger sehen oder riechen musst.

Michelle Lesco, Spitzname „Die Kartonhülle"

Versuch dich zu entspannen und auf das Essen zu konzentrieren, das du vor dir stehen hast. Wenn ich mich auf mein Ziel und meine Essenstechnik konzentriere, dann hilft mir das, das Essen möglichst effizient runterzubekommen. Es gibt Lebensmittel, die etwas mehr Technik erfordern. Deswegen trainiere ich exklusiv mit den Lebensmitteln, die ich später essen werde. Auf Rippchen bereite ich mich mit Rippchen vor und auf Twinkies bereite ich mich mit Twinkies vor. Hot Dogs sind so ein Zwischending: Ich baue mein Fassungsvermögen mit Unmengen an Obst auf und gehe anschließend zu Hot Dogs über, um eine effiziente Technik zu entwickeln.

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Wenn dein Sättigungsgefühl einsetzt, denk daran: Es geht um die Macht der Gedanken über die Materie. Ich vergleiche das Ganze gerne mit einem Marathon. Du rennst so weit du kannst, dein Körper sagt dir, dass du aufhören solltest, du hast Schmerzen, es wird immer schwerer, aber du ignorierst es einfach. Wie heißt das gute alte Sprichwort? „Der Schmerz geht vorüber. Der Stolz bleibt für immer." Wenn du nicht bis an deine Grenzen gehen willst, dann solltest du dich wahrscheinlich von vornherein gar nicht erst an den Tisch setzen. Wenn du allerdings merkst, dass sich dein Magen auf keinen Fall noch weiter ausdehnen kann oder du anfängst zu würgen, setz dir kleinere Ziele—noch ein Hot Dog mehr, noch eine Schüssel Chilli, iss Stück für Stück und gib nicht auf, bevor die Zeit um ist.

Wenn es dann vorbei ist, lass dich unter den Tisch fallen und setz dich auf den Boden, bis du keine tickende Zeitbombe mehr bist.

Nela Zisser, Model und professionelle Wettesserin

Versuch zu entspannen. Je entspannter du bist, desto besser wirst du am Ende abschneiden. Du musst dich selbst in einen Zustand versetzen, in dem du nur noch darüber nachdenkst, das Essen so schnell wie möglich aufzuessen. Das schafft nicht jeder, aber es ist definitiv eine Fähigkeit, die man erlernen kann. Ich finde, es hilft auch, wenn man sich während dem Essen an irgendetwas festhalten kann, dem Tisch beispielsweise. Es wird Zeit aufzuhören, wenn du keinen einzigen Bissen mehr herunterbekommst. Kenn deine körperlichen Grenzen und zwing dich zu nichts.

Anschließend ist es das Beste, sich einfach in einem kühlen Raum hinzulegen und viel zu trinken.

Miki Sudo, dreimalige Meisterin im Hot-Dog-Wettessen der Damen

Mein Magen ist durch mein ganzes Training größer als der vieler andere Menschen auf diesem Planten, deswegen muss ich mich nicht mehr groß vorbereiten. Versuch kurz zuvor auf die Lebensmittel zu verzichten, die du am liebsten magst, damit du dich über den ersten Bissen so richtig freuen kannst.

Wenn du Lebensmittel isst, wo du beispielsweise um den Knochen herum essen musst, versuch vor allem die fettreichen Teile zu essen—die sind leichter zu schlucken. Hot Dogs sind ziemlich einfach: Iss zwei Hotdogs gleichzeitig, schnapp dir ein Brötchen, tunk es in Wasser und stopf es dir in den Mund.

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Zieh dich dem Anlass entsprechend an. Vergiss nicht, es ist ein Fressgelage und keine Miss-Wahl. Trag möglichst weite und elastische Hosen. Obenrum trage ich meistens etwas sackartiges.

Wenn du das Gefühl hast, dass du drauf und dran bist dich zu übergeben, dann hör auf. Du musst deinen Körper und seine Grenzen kennen. Schließlich will sich niemand am Tisch übergeben müssen.

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