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Feminisme

Unverheiratet mit 27: Chinas „übriggebliebene Frauen“

14.3.16

Seit der sozialistischen Revolution sind in China Frauenrechte in der Verfassung des Landes verankert. Unter Mao gingen mehr Frauen als jemals zuvor einem Beruf nach und wurden als „tiĕ gū niang" („eiserne Mädchen") gefeiert.

Doch heute werden die Rechte der Frauen in China, die ein Fünftel aller Frauen weltweit ausmachen, immer weiter eingeschränkt. Die Gewalt gegen Frauen seitens männlicher Partner ist extrem angestiegen, Vergewaltigungen gelten in der Ehe als erlaubt, wer es wagt, sich als Feministin zu bezeichnen, kann von der Regierung eingesperrt werden und unverheiratete Frauen über 27 werden als „übriggebliebene Frauen" („shèngnǚ") stigmatisiert.

Um herauszufinden, wie es zu dieser dramatischen Verschlechterung des gesellschaftlichen Status von Frauen in China kommen konnte, haben wir die feministische Gelehrte und tiê gū niang Wang Zhen aufgesucht und einen Tag mit einer sogenannten „übriggebliebenen Frau" verbracht. Außerdem haben wir die Extreme der chinesischen Hochzeitsindustrie erforscht und uns mit Wei Tingting getroffen, die zu den fünf Frauenrechtlerinnen gehört, welche inhaftiert wurden, weil sie eine Kampagne gegen sexuelle Belästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln starten wollten.