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Wie ein Cheat-Anbieter ahnungslose Gamer dazu brachte, Bitcoin für ihn zu scheffeln

Die Spieler wollten sich eigentlich einen Cheat für 'Fortnite' herunterladen – und wurden selbst ausgetrickst. Der Drahtzieher wird nun verklagt.

von Jordan Pearson
22 Oktober 2017, 5:00am

Bild: Epic Games

Mit Kryptowährungen lässt sich gutes Geld verdienen, das haben längst auch geschäftstüchtige Hacker und Websites gemerkt. So kommt es immer wieder vor, dass die Rechner von ahnungslosen Nutzern mittels versteckter Skripte zum Minen von Bitcoin und anderer Digitalwährungen genutzt werden – zuletzt machte The Pirate Bay Negativschlagzeilen mit einer derartigen Aktion. Nun wurde bekannt, dass diese Masche offenbar auch die Videospielewelt erreicht hat.

Am Donnerstag berichtete TorrentFreak darüber, dass der Spieleentwickler Epic Games einen Spieler verklagt, der anderen Gamern Code zum Minen von Bitcoin untergejubelt hatte. Die Gamer dachten dabei, dass sie Cheats für Epic Games' beliebtes kostenloses Spiel Fortnite herunterladen würden.

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"Bei dem 'Cheat' scheint es sich nicht um einen funktionierenden Cheat für Fortnite zu handeln", heißt es in einem Gerichtsdokument, das TorrentFreak veröffentlicht hat. "Tatsächlich ist es ein Bitcoin-Miner, der die Computer der Nutzer mit einem Virus infiziert, so dass der Rechner Bitcoin für einen unbekannten Dritten generiert."

Ein Sprecher von Epic Games wollte den Fall nicht kommentieren und schickte uns stattdessen eine Stellungnahme zum Cheating in ihren Spielen. "Wenn Spieler Aimbots zum besseren Zielen oder andere Technologien benutzen, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen, ruinieren sie das Spiel für alle, die fair spielen wollen", schreibt der Sprecher. "Wir nehmen Cheating sehr ernst und werden alles in unser Macht stehende tun, damit unsere Games allen Spielern Spaß machen und unter fairen Bedingungen stattfinden."

Wenn ein Rechner mit einem Mining-Code infiziert wird, kann das die Rechenleistung des Geräts stark beeinträchtigen. Gerade für Gamer dürfte diese Verlangsamung sehr unangenehm sein und konkrete Nachteile beim Zocken nach sich ziehen.


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Aus Sicht der Betrüger macht es durchaus Sinn, dass sie für ihre Mining-Masche auch Gamer ins Visier nehmen. Schließlich sind viele Gaming-Computer mit spezieller Hardware für gute Grafikauflösung ausgestattet, die sich auch perfekt zum Abbau von Kryptowährungen eignet. Daher erscheint es viel effektiver, Gaming-Computer mit leistungsfähigen Grafikkarten direkt zu infizieren, statt auf andere Tricks wie das Mining über Skripte auf Webseiten zurückzugreifen.

Google-Entwickler arbeiten bereits daran, den ungefragten Mining-Skripten auf Webseiten ein Ende zu setzen. Trotzdem könnte es sein, dass in Zukunft noch mehr Gamer als Minenarbeiter rekrutiert werden, ohne es überhaupt zu merken – vor allem dann, wenn sie Programme von Dritten herunterladen.

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