Ein Mann liegt auf einer schwarzen Couch und trägt einen Smoking mit roter Fliege. Er hält eine Tüte Popcorn in der Hand. Im Hintergrund fährt ein Auto in einer Schneelandschaft vor einem explodierenden Haus davon.
Nur ein Symbolbild. Der Smoking ist ein Erbstück vom Großvater des Autoren. Foto und Bearbeitung: Philipp Sipos | Hintergrund: IMAGO / Cinema Publishers Collection
Popkultur

Ich habe alle James-Bond-Filme geschaut (während der Arbeitszeit)

007 hat Generationen von Männern geprägt. Ist das gut oder eine Katastrophe? Eine 51-Stunden-Recherche. 
17.11.21

Wäre dies ein James Bond-Film, würde ich jetzt auf euch schießen. Euer Blickfeld würde sich rot färben, ihr würdet zu Boden sinken. Aber das ist kein James Bond-Film, sondern der traurige Versuch, so cool zu werden wie 007. So souverän und mutig, kultiviert und sexy. Traurig ist das, weil ich nach fast 51 Stunden "Recherche" an vielem zweifeln werde, woran ich vorher geglaubt habe.

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Als ich dem Chef von meiner Idee erzähle, bis zum Release des neuen James Bond-Films Keine Zeit zu sterben alle anderen der Reihe zu schauen und darüber zu schreiben, sagt er, ich solle mal machen. Natürlich sage ich ihm nicht, dass ich auch deshalb alle James Bond-Filme gucken will, um während der Arbeitszeit alle James Bond-Filme gucken zu können. Ich vermute aber, dass er das weiß. 

Draußen strahlt also die Sonne, als ich die Rollläden runterlasse, mich ins Bett lege und 007 jagt Dr. No (1962) anmache. Ich erwarte Großes beim ersten Film der Reihe. Der, der alles startete, Geschichte schrieb. 

Tatsächlich ist er unspektakulär. Klar, 1962 und so, noch vertraute man der Idee nicht komplett, das Budget war geringer als bei späteren Filmen. Aber man kann ihn gut weggucken. Immerhin schaue ich ihn im Bett. Während der Arbeitszeit.

Und er überrascht mich auch. Vieles, was ich von Bond-Filmen erwarte, fehlt. Der Song mit dem fancy Intro voller Streicher und Heulen. Die Gadgets. Die vielen Schauplätze.

Auch ist James Bond gar nicht der Verführer, als den ich ihn in Erinnerung habe. Stattdessen ist er es, der sexualisiert wird. Frauen starren ihm auf den Hintern, immer wieder hört er billige Anmachen. Er wird konstant objektiviert. Außerdem zieht er durchgehend den Bauch ein. Alle ziehen den Bauch ein in diesem Film, und das finde ich toll, weil ich das ja auch tue seit gefühlt 1962. Ich lerne: Alkohol, gut aussehen, kämpfen und klug daherreden, das ist James Bond, das will ich sein.

James Bond ist Familie

Als der Film vorbei ist, bin ich gut gelaunt. Er spielt auf Jamaika, die Stimmung ist fröhlich, das Wetter gut. Außerdem ist gleich Feierabend.

Mit James Bond verbindet mich eine fast schon familiäre Beziehung. Mein Vater zeigte die Filme meinem Bruder und mir, als wir so zehn und elf waren. Unsere Eltern waren seit einigen Jahren geschieden, jedes zweite Wochenende verbrachten wir bei unserem Vater. Freitagabends hatte er Tennistraining, weswegen wir bei ihm zu Hause auf ihn warteten. Um uns die Zeit zu vertreiben, vielleicht auch, um sicherzustellen, dass ich nichts kaputtmachen würde, durften wir vorher in der Videothek einen James Bond-Film ausleihen. Der Fernseher stand auf dem Teppichboden, wir saßen davor. In meiner Erinnerung lebte mein Vater in diesen Jahren wie der Junggeselle, der er war. Wie James Bond eigentlich. Wenn er wiederkam, gab es Fertignudeln. 

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25 Filme, 51 Stunden. Das sind sechseinhalb Arbeitstage. Ich weiß nicht, ob ich schon einmal so viel Zeit in eine Recherche gesteckt habe. Den nächsten Film schaue ich an einem Freitagnachmittag, an dem es sich nicht lohnen würde, noch etwas Neues anzufangen. 

Nackte Schläge

Jetzt knallt schon das komplette Bond-Feeling. Im Intro des zweiten Films tanzen Nackte, auf die die Credits projiziert werden: Liebesgrüße aus Moskau (1963), dazu ein schnulziger Song. Hier taucht wieder Spectre auf. Spectre? Das ist diese Geheimorganisation, die 50 Jahre später einen eigenen Film bekommen sollte. Ein internationales Verbrechersyndikat, das angesiedelt ist irgendwo zwischen KGB und einer Organisation, die sich Antisemiten unter einer jüdischen Weltverschwörung vorstellen müssen. Männer, die im Dunkeln die Geschicke der Welt lenken. Spectres Logo ist sogar eine Krake. Das Symbol findet man auch in antisemitischen Karikaturen, die über Weltherrschaftspläne fantasieren. Die Assoziation zur Sowjetunion liegt nah, da ja schon die englische Übersetzung des Kommunistischen Manifests von Karl Marx mit dem Satz "There's a spectre haunting Europe – the spectre of communism" beginnt. Als ich die Verbindung herstelle, fühle ich mich ganz schön schlau und kultiviert. Wie Bond.

In Liebesgrüße aus Moskau will Spectre Russland und die USA gegeneinander ausspielen. Oder Russland und England? Wegen des Freitagnachmittags im Hochsommer fällt es mir schwer, aufmerksam zu bleiben. Ich verliere bald den Überblick. Das passiert mir bei Bond-Filmen allerdings fast immer. Es gibt wenige, bei denen ich nach der Hälfte sagen könnte, warum Bond da ist, wo er ist und welche Rolle der Mensch spielt, mit dem er sich gerade trifft. Nach zehn, spätestens zwanzig Minuten bin ich raus. Die Sprünge sind mir zu schnell, die Gespräche zu technisch. Wie kann man von mir erwarten, dass ich erst zehn Minuten lang meinen Körper mit Adrenalin flute, um direkt danach einem langweiligen Bürokraten-Gespräch zu folgen?

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Immerhin verstehe ich, dass James Bond sich mit einer sowjetischen Agentin zusammentun muss, um den Atomkrieg zu verhindern, oder etwas Vergleichbares. Den Auftrag nimmt er vor allem an, weil er die Agentin hot findet. 

Als Tanja Romanova dann nicht das tut, was er will, hat Bond kein Problem damit, sie zu schlagen. Und zwar hart. "Lügnerin!" sagt er und haut ihr so fest ins Gesicht, dass ihr Körper in die Ecke fliegt. 

Sean Connery fand es nach eigener Aussagen selbst “nicht falsch”, Frauen zu schlagen und es ist schon deshalb Wahnsinn, dass früher niemandem aufgefallen ist, wie daneben das ist, wie verroht und kaputt. Und dass mein Vater uns solche Filme hat schauen lassen, ohne es einzuordnen, zeugt davon, dass man das auch 35 Jahre später noch nicht reflektiert hatte.

Jedenfalls prügelt sich Bond nach dem gemeinsamen Abendessen mit einem blonden Hünen. Bond hat früh erkannt, dass mit dem nicht gut Kirschenessen ist, als er zum Fisch Rotwein bestellt hatte. Ein ordentlicher Brite, wie James Bond einer ist, trinkt dazu Weißwein. Das schreibe ich mir natürlich auf. 

Wackeliges W-LAN

Bei Goldfinger (1964) erlaubt mir ein kleiner Kater, trotz tollen Wetters mit gutem Gewissen im Bett zu bleiben. Es sind diese kleinen Selfcare-Psycho-Tricks, die das Leben lebenswert machen.

Bond braucht die nicht. Müdigkeit, Traurigkeit, Melancholie – das gibt es bei ihm nicht. Andere Menschen wären längst in psychische Erkrankungen versunken, Bond bumst einfach weiter. Und wenn ihm Frauen lästig werden, gibt er ihnen einen abfälligen Klaps auf den Po. Das ist vielleicht noch keine psychische Erkrankung, aber schon mehr als schlechter Stil. Das ist, vielleicht kann man das so sagen, frauenverachtend. 

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So kultiviert Bond sein mag, so rückständig ist also sein Verhalten gegenüber Frauen. Und sein Verständnis von Kultur ist nun auch nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Er erkennt den Jahrgang eines Champagners am Geschmack aber würde sich die Beatles nicht ohne Ohrenschützer anhören, wie er stolz erklärt. 

Beeindruckend ist der Name des Bondgirls: Pussy Galore, was sich übersetzen lässt mit "Weibliches Geschlechtsteil im Überfluss". Das ist so wahnsinnig sexistisch, dass man fast den Hut ziehen muss vor der Plumpheit Ian Flemings, dem Erfinder und Autor, dem Mastermind hinter der James Bond-Figur und all den weiblichen Abziehbildchen, die er mit seinem erigierten Geist erdacht hat. 

Am Freitag darauf sitze ich im ICE gen Wien. Ich beschließe, die Ruhe im Psst-Abteil zu nutzen, um endlich mal das zu schaffen, was in den letzten Tagen liegen geblieben ist. Ich will heute zwei James Bond-Filme schauen.  

Feuerball (1965) ist schrecklich, was aber auch am Wackelkontakt meines Arbeitslaptops liegt. Bei jeder Erschütterung wird das Bild für einen Sekundenbruchteil schwarz. Und wer die Strecke Berlin-Wien kennt, oder jede andere Strecke der Deutschen Bahn, der weiß, dass diese im Prinzip nur aus Wackeln und wahnsinnig wenig WLAN besteht.

Der Film hat einige spannende Elemente. Zum Beispiel Largo, den Obergangster. Er trägt eine Augenklappe. Bonds Gegner sind meistens auf eine Weise körperlich versehrt. Oft auch gruselig entstellt. Dr. No mit seinen Metallhänden, der Nordkoreaner Zao mit Diamanten im Gesicht oder Francisco Scaramanga mit der dritten Brustwarze. Bosheit zeigt sich in der Welt Bonds auch durch eine Abweichung von der körperlichen Norm.

Er kriegt jede Frau, die er will, ob sie will oder nicht

Auch der Titelsong des Films ist erwähnenswert. Hier zählt Tom Jones Bonds wichtigste Eigenschaften auf

He knows the meaning of success,
His needs are more so he gives less,
They call him the winner who takes all,
And he strikes like Thunderball.

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Any woman
He wants he'll get
He will break any heart without regret.

His days of asking are all gone,
His fight goes on and on and on,
But he thinks that the fight is worth it all,
So he strikes like Thunderball.

Feuerball zeigt nämlich auch die erste handfeste Vergewaltigung Bonds. Da küsst er eine Frau gegen ihren Willen und erpresst sie, damit sie mit ihm schläft. "Ich nehme an, mein Schweigen könnte einen Preis haben". Denn any woman he wants, he’ll get. Und dafür bricht er nicht nur Herzen, sondern notfalls auch das Gesetz. Und zwar tatsächlich without regret.

Zu wie wenig Bedauern Bond fähig ist, zeigt der Film auch an anderer Stelle. Da stirbt seine Assistentin. Und Bond nimmt das völlig emotionslos hin. Auch so ein Motiv, das ich in späteren Filmen wiederfinden werde. Bond kümmert sich nicht um den Tod seiner Partner, Gespielinnen oder derer, die es noch hätten werden sollen. His needs are more, so he gives less. 

Auf der Rückfahrt dann Man lebt nur zweimal (1967). Sean Connery ist nun ein mittelalter Mann, dem der Speck schon in die Wangen wuchert. Wieder einmal wollen Gangster die Sowjetunion gegen die USA ausspielen. England muss als Stimme der Vernunft einschreiten und England heißt, natürlich, British Naval Commander James Bond. 

Ich habe an diesem Vormittag keine Muße für echte Arbeit. Das passt also schon deshalb, weil Bond ja selbst beim Arbeiten nie so richtig arbeitet. Er trinkt und raucht, hat Sex und prügelt sich. Wenn er keinen Anzug tragen würde, könnte er auch in einer Eckkneipe sitzen und die weiblichen Stammgäste belästigen.

Wie soll ich von dem Typ etwas lernen? Klar, er ist charmant und entscheidungsfreudig. Er ist immer vorbereitet und bestens informiert. Er trinkt, ohne betrunken zu werden und ist bis ins hohe Alter potent. Er ist gewitzt und eloquent, beherrscht alle Sprachen, die ihm unterkommen und kennt alle Arten von Alkoholika. Er kann schießen und laufen und schwimmen und bumsen. Aber sein Verhalten gegenüber Frauen disqualifiziert ihn doch eigentlich als Vorbild. Eigentlich könnte ich das ganze Projekt hier abbrechen. Aber ich habe mir viel vorgenommen und wer weiß, es kommen ja noch etwa 20 Filme.

Eine neue Ära? 

Es gibt noch einen anderen Grund um weiterzumachen. Sean Connerys Ära als Bond endet schon 1967 wieder. Jetzt also ein neuer Bond, George Lazenby. Ein sympathischer Typ, etwas jünger, äußerlich aber Sean Connery sehr ähnlich. Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969) ist richtig gut. Zum ersten Mal passiert wirklich etwas in diesen Filmen. 

Theresa, so der Name des Bondgirls, hat so etwas wie einen Charakter. Sie trägt eine innere Motivation, ergibt sich Bond nicht willenlos, und ist sogar irgendwie Teil der Handlung. Man meint, eine wirkliche Frauenfigur erkennen zu können, ohne dass sie sich dafür ausziehen müsste. Das heißt nun nicht, dass der Film ohne sexistische und rassistische Klischees auskäme – in einer Szene essen Frauen verschiedener Ethnien das, was Klischees mit ihrer vermeintlichen Kultur verbinden, die Asiatin also Reis und die Schwarze – eine Banane?! 

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Trotzdem ist er der erste Film dieser Reihe, bei dem ich etwas spüre. Bond heiratet Theresa und als sie am Ende erschossen wird, ist das traurig. Der Film gefällt mir bisher am besten. Leider hat Lazenby sich wohl hinterher nervig verhalten, seinen Vertrag nicht rechtzeitig unterzeichnet und sich geweigert, auf der großen US-Marketingtour seinen Vollbart zu rasieren. Deswegen sollte Connery im nächsten Teil zurückkommen und Lazenby der Bond-Darsteller mit den wenigsten Auftritten bleiben (1). Trotzdem ist er der erste, bei dem ich denke, dass ich so sein wollen könnte wie er.

Diamantenfieber (1971). Connery hat mittlerweile einen sichtbaren Bauch und gelbe Zähne. Er ist ein bisschen eklig und könnte selbst den Antagonisten spielen. Muss er aber nicht, denn die beiden Killer, mit denen er sich rumschlagen muss, sind mehr oder weniger offen schwul. Als der Film erschien, muss das gleichbedeutend gewesen sein mit einer körperlichen Versehrung. 

Jedenfalls ist der Film wieder schrecklich. Wieder erhält eine Frau eine scheppernde Ohrfeige von Bond im Gegenzug für Informationen. Connery ist zurück.

Jetzt aber wirklich

Mit Roger Moore beginnt danach eine neue Ära. Es wird nicht lange dauern, bis ich ihn genauso nervig finde wie Connery, aber jede Abwechslung tut gerade gut.

Leben und sterben lassen (1973) beginnt im Schwarzen Milieu New Yorks. Damals war das Blaxploitation-Genre in aller Munde. Afroamerikaner durften plötzlich auch in Mainstream-Filmen Helden sein. So auch hier. Später driftet der Film ab in seltsame Voodoo-Folklore, was dann auch schon wieder rassistisch wirkt. Aber bis dahin eben sehr modern. 

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Moderner ist auch Moore. Er ist noch ironischer, ja alberner als Connery, aber auch ein vielseitigerer Schauspieler. Nicht, dass der Film oder die Rolle sein Spektrum ausschöpfen würden, aber allein seine Augenbrauen sind so beweglich und aktiv, dass in seinem Gesicht immer irgendetwas passiert. 

Nach dem Film, dem achten, zähle ich und sehe, dass da jetzt schon zwei Arbeitstage in diesem Projekt stecken. Und dass es sich mittlerweile nicht mehr wie Freizeit bei der Arbeit anfühlt, sondern wie der nervigste Teil meines Jobs. Vielleicht bleibt Arbeit einfach Arbeit, selbst wenn man sie gern macht?

Wie macht James Bond das, dass er stets gut gelaunt daherkommt und sich jeder neuen Aufgabe mit voller Hingabe widmet? Ich kann sie ja alle schon nicht mehr sehen, M, den Chef und Moneypenny, die Sekretärin und Q, den Waffenmeister und Felix Leiter, den CIA-Agenten. Es ist so ermüdend, mein Gott.

Kulturelle Aneignung

Also weiter.

Der Mann mit dem goldenen Colt (1974). Früher für mich einer der besten Bonds. Junge, Junge bescheißt mich meine Erinnerung. Der Film ist purer Trash. Ein kleinwüchsiger Mensch als Handlanger, mit dem Bond sich prügeln muss? Sumo-Ringer, die er besiegt, indem er ihnen das Tuch untenrum hochzieht? Warum nur hat das Interesse an diesen Filmen so lange angehalten? Sie sind doch echt alle nicht so gut.

Vielleicht ist es die Fähigkeit der Filme, aktuelle Trends aufzugreifen und in das eigene Werk zu pressen. So gibt es hier Kung-Fu-Einlagen, die so hölzern und langweilig wirken, dass man sich fragen muss, ob Bond den damals aktuellen Bruce-Lee-Hype nicht lieber ausgesessen hätte. Hat er nicht. Weil man das eben sehen wollte. Als Scaramangas Hauptquartier am Ende explodiert, kann ich gar nicht fassen, wie erleichtert ich bin. Was ein alberner Klamauk.

Rambo?

Der Spion, der mich liebte (1977), nun ja. Keine Ahnung, worum es geht, aber wieder arbeitet Bond mit einer russischen Agentin zusammen. Der Endgegner heißt Stromberg und wird im Finale regelrecht hingerichtet. Er sitzt verwundet in seinem Stuhl, als Bond aus nächster Nähe mehrfach auf ihn schießt. Das wirkt kaltblütig und erstmals irgendwie erwachsen. Der Rest hingegen ist auch eher trashig. Bunte Beleuchtung und ein cartoonhafter Gegner, der mich in seiner physischen Präsenz und Unzerstörbarkeit an den Terminator erinnert: Der Eisenbeißer. Ein Riese mit Metallgebiss, das ihn dicke Stahlkabel durchbeißen lässt. 

Am Ende wird Bond eine internationale Großlage gelöst haben, fast im Alleingang. Nur fünf Jahre später kam Rambo in die Kinos. Und der ist in gewisser Weise das Gegenteil von Bond. Beide sind unbesiegbar, aber Rambo ist sich seiner eigenen Unzulänglichkeit bewusst. Er kann kämpfen, aber sonst nichts. Bond hingegen ist die Selbstwirksamkeit in Person. Er hat immerhin gerade einen Atomkrieg verhindert (oder so, ich weiß es wirklich nicht mehr). Bond ist Diplomat und Stratege, er kann schießen und laufen und schwimmen und bumsen. Rambo muss sich seinen Frust über die Verrohung des Menschen und die Unendlichkeit des Krieges aus der Seele brüllen. Bond klärt das einfach. Er verkörpert alle Aspekte des Kriegs, ohne sie zu thematisieren. James Bond arbeitet nicht für England, er ist England, ja der Westen. Moralische Ambiguität hat dabei keinen Platz, denn am Ende siegt er ja. Für das Gute.

Trotzdem sehe ich: Es wird schon wieder Zeit für einen neuen Bond. Moore ist alt, alt, alt. Sein Humor wirkt nicht mehr frisch und aufgeweckt, er ist der Opa, der seinen Enkeln Sprüche drückt, wenn die ihn nach Süßigkeiten fragen. Trotzdem, MoonrakerStreng geheim (1979). Wieder ein Klassiker. Diesmal greifen die Macher den Space-Hype auf. Star Wars war kurz zuvor der große Hit. 

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James Bond muss irgendwas im Weltraum machen? Der Eisenbeißer ist wieder dabei, diesmal aber verliebt und am Ende sogar auf Bonds Seite. Er bekommt die letzte emotionale Szene für die nächsten 30 Jahre geschenkt, als er am Ende mit seiner Freundin auf den nahenden Tod durch eine Raumstationsexplosion wartet.

Moore ist so alt. Ian Fleming soll mal gesagt haben, er stelle sich Bond so um die 35 vor. Roger Moore ist 52. Überall wabbeln Hautlappen in seinem Gesicht herum. 

Ein neuer Plan, ein Plan im Plan

An einem Freitagabend sitze ich mit meinen Freunden Alex und Alex in einer Bar und erzähle ihnen von meinem Projekt. Alex winkt mitleidig ab, die seien doch alle scheiße, sagt er über die Filme. Aber Alex fängt Feuer. "Geil!", sagt er. "Lass mal einen Tag lang so viele James Bond-Filme gucken, wie wir schaffen und dabei nur Bier trinken und trashiges Essen essen." Ich finde die Idee gut, sage sofort zu. Nicht nur der Idee wegen, sondern vor allem, weil ich mittlerweile daran zweifle, alle Filme vor dem Start des neuen zu schaffen. Wenn wir an einem Tag drei oder vier schauen, wäre das schon ein großer Fortschritt. Und in Gesellschaft wird es auch nicht so langweilig.

Doch der nächste Termin, an dem wir Zeit dafür haben, ist erst in mehreren Wochen. Also weiter allein. Noch drei Roger Moores liegen vor mir: In tödlicher Mission, Octopussy und Im Angesicht des Todes. Ich beiße die Zähne zusammen, lege direkt am nächsten Montag los und mich dafür in die Badewanne. Das habe ich mir verdient, weil es draußen regnet und der Laptop nicht mir gehört, sondern der Arbeit. 

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In tödlicher Mission (1981) markiert den Beginn der 80er für James Bond. Überall pumpt Synthie-Pop, die Autos werden eckig und auf die Art futuristisch, von der man in den 80ern dachte: Wow, das sieht aus wie die Zukunft. Der Film ist derweil eher langweilig. In der Gun-Barrel-Einstellung trägt Moore jetzt freshe Schlaghosen.

In Octopussy (1983) verschlägt es Bond nach Berlin. Während er auf dem Kudamm rumfährt, sitze ich im Homeoffice und spare auf einen Laptop, der nicht flackert. 

James Bond ist das Leben

Diese Filme sind sich alle so unerträglich ähnlich. Bond kriegt einen Auftrag, reist hierhin und dorthin, wird währenddessen von den Schergen des Endgegners verfolgt, dann bricht Bond in dessen Basis ein und tötet ihn. Aber in meinem Alltag ist ja auch jeder Tag wie der davor. 

Wenn ich schon nichts von Bonds Verhalten lernen kann, dann vielleicht auf einer Metaebene. Vielleicht muss ich die ganze Reihe als Metapher für das Leben betrachten. Es macht keinen Spaß, wird mitunter reichlich anstrengend, aber ab und zu passiert etwas und am Ende jeder größeren Aufgabe steht ein kleines Erfolgserlebnis, bis man schließlich stirbt. Und Alkohol und Sex, klar.

In Im Angesicht des Todes (1985) spielt Christopher Walken mit und damit der erste Schauspieler, der heute noch eine gewisse Relevanz besitzt (King Louie im neuen Dschungelbuch). Bond kommt in der Gegenwart an, zumindest in meiner. So geht es hier auch um Mikrochips, das Silicon Valley und dessen Flutung. Aufregend! 

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Nicht so der Film. Es ist auch interessant, wie selbstverständlich Frauen in diesen Filmen ermordet oder entführt werden, nur um Männer abzufucken, als Pseudo-Motivation.

Und, auch wenn Moore hier so aussieht, als habe er schon die ein oder andere Schönheitskorrektur vornehmen lassen, ist es doch schön zu sehen, dass sein Schauspiel durch das Alter komplexer wird, weil er mehr Hautlappen hat, die er in Bewegung setzen kann. 

Und dann habe ich Roger Moore besiegt. Jetzt kommt die Übergangsphase des Timothy Dalton, dessen beiden Filme ich immer mochte. Ich habe sie im Kopf als laute 80er-Jahre-Actionfilme im Stile Stallones oder Schwarzeneggers.

Die Watch-Party

Die Bedeutung hinter dem Titel Der Hauch des Todes (1987) muss man mir erst mal erklären. Der Film ist geil! Und er ist in meinem Geburtsjahr erschienen. Ein junges Kerlchen also, dieser Film. Er beginnt in Gibraltar, da leben Affen und einer davon hat mich mal gebissen, als ich einen Ausflug dorthin gemacht habe. Bond wird nicht gebissen, legt sich auch gar nicht mit Affen an, muss dafür einen Verräter besiegen, und, Junge, Junge, das ist ganz schön brutal. So viel Blut und Gewalt gab es in den Filmen vorher nicht. Das Finale spielt dann in Afghanistan, wo Bond sich mit den Mudschaheddin verbündet wie Rambo später in Rambo III. Gegenwart also, zumindest ein bisschen.

Dann kommt der Sonntag, an dem Alex und ich Zeit haben. Montag habe ich mir freigenommen. Ich habe den Rucksack voller Bier, Haribo und Chips, als ich bei Alex ankomme und noch bevor der erste Film läuft, haben wir schon zweimal angestoßen. 

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Lizenz zum Töten (1989) ist wieder richtig geil. Südamerikanische Drogengangs foltern Felix Leiter, den CIA-Agenten und Kumpel Bonds, bei dessen Hochzeit er eben noch Trauzeuge war. Leiter hängt mit den Beinen im Wasser, Haifische fressen ihm eins ab, Bond schwört Rache und liefert zwei Stunden brutale Unterhaltung in einer Mischung aus Miami Vice, Scarface und Phantom Commando

Währenddessen wird hier erstmals explizit Zustimmung einer Frau zum Geschlechtsverkehr thematisiert und das fühlt sich in der Logik der Filmreihe fast schon falsch an, so sehr bin ich es mittlerweile gewöhnt, dass Bond einfach macht, was er will. Aber der schlägt jetzt keine Frauen mehr, er vergewaltigt nicht.

Ich frage mich, wie wohl meine Eltern dieses Thema verhandelt haben, als sie sich kennenlernten, also ein paar Jahre vor dem Film. Wurden all unsere Mütter, die in der James Bond-Zeit aufgewachsen sind, noch von unseren Vätern zum Sex genötigt? Ich will lieber keine Antwort auf die Frage.

Nach dem Film gibt es Fertigpizza und die Brosnan-Ära. Das ist der Bond, mit dem ich aufgewachsen bin. Ich kenne sie alle. Leider werden meine Notizen dazu zunehmend einfältig. 

GoldenEye (1995) spielt im post-sowjetischen Russland. M, also Bonds Chefin, ist nun eine Frau und Bond selbst gar nicht so anders als Dalton. Die beiden sind vom Typ her genau die gleiche Person, nur dass Pierce Brosnans schwarze Haare gegelter sind. Der Film macht richtig Spaß. Brosnan kann auch alles und sieht dabei fast langweilig gut aus. Also klar, Bond sah immer gut aus. Aber halt nicht so Model-gut. 

In Der Morgen stirbt nie (1997) geht es um einen Medienkonzern, der ziemlich offensichtlich dem Murdoch-Imperium nachempfunden ist. Fake News, Manipulation, Marktmacht, irgendwie so. Auch heute noch zeitgemäß – aber boring. Mittlerweile schaukelt die Erinnerung in meinem Kopf hin und her. 

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In Die Welt ist nicht genug (1999) geht es um eine Pipeline in Aserbaidschan, was interessant ist, weil Aserbaidschan und Pipelines derzeit in aller Munde sind und ein Teil der Gelder, die damit verdient werden, in den Taschen einiger deutscher Politiker. 

Zum letzten Brosnan-Bond, Stirb an einem anderen Tag (2002), finden sich in meinen Aufzeichnungen die Wörter "Keine Notizen" und damit ist zu dem Film bereits alles gesagt. Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich mitten in der Nacht auf Alex' Couch liege und er mehrmals meinen Namen brüllt, bis ich wach werde. Ein grandioses Ende für Pierce Brosnan und seine Gel-Tolle.

Erfolgserlebnisse und mehr James Bond

Ich wache gegen Mittag auf und habe einen mittelgroßen Kater, bin aber auch high von dem, was ich geleistet habe. Fünf Filme auf einmal, jetzt kann ich alles schaffen! Ich mache also Casino Royale (2006) an, den ersten Bond der aktuellen Ära. Der erste mit Daniel Craig.

"Puh", denke ich mir, als es losgeht, schon wieder Bond. Aber "puh" muss sich auch James Bond denken. Wie er da schwitzt und ächzt, blutet und stöhnt und immer wieder aufs Maul bekommt – ist das noch James Bond? Ein Mann, der nicht selbstverständlich alles kann und alle besiegt und immer jede Situation dominiert. Einer, der richtig leidet und verliert und sogar vorübergehend stirbt? Das ist schon sehr viel nahbarer, so als würde ich da, na ja, einem Menschen zuschauen. 

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Und wie gut mir dieser Film gefällt. Früher habe ich immer latent auf Menschen herabgeblickt, die meinten, Casino Royale sei ihr Lieblings-Bond. Ich dachte mir dann, na ja, du kennst halt nur den. Aber dieser Film ist der erste Bond, der mich richtig packt. 

Das liegt daran, dass er richtige Charaktere schafft. Als Bonds Girl, das man gar nicht Bondgirl nennen will, weil es der Figur nicht gerecht wird, traumatisiert unter der viel zu heißen Dusche steht und geradezu paralysiert wirkt, nimmt Bond sie in den Arm, und hält sie einfach nur fest, während das Wasser aus dem Duschkopf sein Hemd durchsichtig werden lässt und so zeigt, wie verwundbar er selbst in diesem Moment ist. Da habe ich einen Klos im Hals. Zum ersten Mal, nach 40 Stunden Bond-Filmen, ist da ein echtes, heftiges Gefühl in mir drin. 

Außerdem bricht er die Struktur auf. Der Plot des Films wird nämlich immer wieder unterbrochen von Poker-Szenen. Die werden von Mal zu Mal aufregender. Und dann geht die Story weiter, die auch zunehmend aufregender wird, am Ende sogar einen kleinen Twist mitbringt. Das ist eigentlich kein James Bond-Film mehr, das ist einfach ein geiler, moderner Agentenfilm.

Und jetzt, da ich so viel Spaß habe, glaube ich zu verstehen, warum diese Filme so lange so erfolgreich sind. Erst als der Film sich den gängigen, langweiligen Bond-Klischees verweigert, wird mir klar, wie wichtig diese sind.

Kein Wunder nämlich, dass es damals so einen Aufschrei gab, weil James Bond mit Daniel Craig erstmals keine dunklen Haare haben sollte. Der Bond davor war identitätsstiftend für mehrere Generationen von Männern. Wenn die ihren Söhnen zeigen wollten, was Männlichkeit ist, dann haben sie ihnen James Bond gezeigt. Und wenn der nicht mehr das darstellte, womit sie sozialisiert wurden, dann fühlte sich das für sie an wie Verrat. Als wollte man ihnen ihre Identität stehlen.

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Tatsächlich ist Ein Quantum Trost (2008) dann aber leider furchtbar konfus und vor allem: schrecklich langweilig. Mein Elan ist sofort wieder dahin. Es dauert wieder einige Tage, bis ich mich an den nächsten wage: Skyfall (2012).

Warum Craig die besten Bonds gemacht hat

Hier wird es wieder persönlich für Bond. Und das funktioniert toll. Javier Bardem spielt einen sexuell ambitionierten Ganoven, der ein nachvollziehbares Motiv hat. Und er schafft es, Bonds eigene Heterosexualität brechen zu lassen, als der andeutet, schon mal mit einem Mann Sex gehabt zu haben. Ich kann mir gut vorstellen, wie einige Väter nach dem gemeinsamen Kinobesuch glaubten, jetzt ernste Gespräche mit ihren Söhnen führen zu müssen, in denen sie diese Progressivität einzufangen versuchten. 

Mein Vater etwa meinte mal, er habe sich die Fähigkeit, Schönheit bei Männern zu erkennen, dadurch angeeignet, dass er im Laufe der Jahre so viele Bilder von Prominenten gesehen habe, dass er durch den Vergleich eine Art objektives Verständnis davon gewonnen habe. Ich glaube heute, er wollte nur nicht, dass man ihn für schwul halten könnte, wenn er gesagt hätte: Pierce Brosnan sieht gut aus. 

Auch weint Bond. Noch bevor ich die letzten beiden Bond-Filme gesehen habe, kann ich also sagen: Daniel Craig mag nicht der beste Bond-Darsteller gewesen sein. Dafür sind seine Filme die besten, weil sie mehr sein wollen, als Bond-Filme. Craig war der erste Bond-Darsteller, der schauspielen musste. Er ist der erste Bond mit einem Charakter, der über "Martini. Geschüttelt, nicht gerührt." und "Bond. James Bond" hinausgeht.

Nach Spectre (2015) verkündete Daniel Craig, dass er sich eher die Pulsadern aufschneiden würde, als nochmal Bond zu spielen. Es kam anders. Für seinen wirklich letzten Film wäre Spectre auch ganz schön beschissen gewesen.

Trotzdem ist der Moment, als die End Credits laufen, mein Erfolgserlebnis. Ich habe es geschafft. Ich habe das Monster besiegt und diesmal endgültig. Na gut, ich habe meinen Zeitplan nicht ansatzweise eingehalten, aber ich bin auch nicht James Bond.

Am nächsten Tag gehe ich mit Alex, Alex und Matti ins Kino. Bei billigem asiatischen Essen fasse ich zusammen, was bisher geschah, fühle mich wie ein Experte und schlinge fettige Udon-Nudeln in mich hinein. 

Keine Zeit zu sterben (2021) ist dann…nun ja…wieder mehr wie ein klassischer Bond. Es passieren ein paar krasse Dinge, die uns zeigen sollen, dass hier erstens wirklich etwas zu Ende geht und dass zweitens die Craig-Ära eine besondere war. Eine aber, die man wohl außerhalb der Bond-Timeline sehen muss. 

Nix gelernt

Das finde ich schade. Ich hatte das Gefühl, Bond habe in den letzten Jahren unter Craig das geschafft, was Männer auch in der Realität schaffen mussten: Sich bewusst werden, dass auch sie verwundbar sind. Dass auch sie sich anstrengen müssen. Dass Frauen ihnen nicht gehören und sie ihnen auch nicht überlegen sind. 

James Bond macht mich nicht zum besseren Menschen. Seine endlose Souveränität kam ja nur daher, dass er selbst keinerlei Gefühle hatte. Dass ihm in jeder Situation alles und jede Person um ihn herum egal war. 

Bis zu Daniel Craig war Bond ein Psychopath. Einer, den alle mögen, der aber in seinem Innern tot war, gefühllos. Bond war der Typ, den die meisten wohl im entfernteren Freundeskreis haben. Dieser Bekannte, der alle Frauen rumkriegt, seiner Freundin aber notorisch fremdgeht. Der Typ auch, über den man spricht, wenn mal wieder ein Metoo-Fall publik wird, ein Fall von sexualisierter Gewalt. Wenn alle, die ihn kennen, plötzlich ganz betreten wirken und sagen: Man wisse ja nichts genaues, aber vorstellen könne man es sich bei dem schon.

Ich bin jedenfalls froh, nicht James Bond zu sein. Ich komme mit Todesangst nicht gut klar, bin schon bei Höhen raus. Ich verliebe mich zu schnell und will mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn eine Frau, die ich mag, meinetwegen sterben müsste. 

Ich bleibe also lieber der Typ, der sich auf Partys awkward an ein bisschen Small Talk versucht und die schönste Frau im Raum aus der Entfernung anblinzelt. Ich gehe dann einfach früh nach Hause, esse einen billigen Döner auf dem Weg, bei dem ich immerhin das Alter des Fleischs rausschmecke (mehrere Stunden), schaue zum Einschlafen einen James Bond-Film und träume vielleicht doch davon, eines Tages auf Skiern durch Feuerbälle zu fliegen.

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Ein Mann liegt auf einer schwarzen Couch und trägt einen Smoking mit roter Fliege. Er hält eine Tüte Popcorn in der Hand. Im Hintergrund fliegt ein Mann auf Skiern vor einer Explosion davon

Ganz ehrlich, wir konnten uns nicht entscheiden, welches Bild geiler ist. Deswegen hier unsere zweite Option. Foto und Bearbeitung: Philipp Sipos | Hintergrund: IMAGO / United Archives