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10 Fragen an eine Dschungelcamp-Kandidatin, die du dich niemals trauen würdest zu stellen

Warst du pleite oder wolltest du bekannter werden? Schämst du dich, dass du im Dschungel warst? Wie fühlt sich eine Kakerlakendusche an?
12.5.20
Dschungelcamp-Teilnehmerin Giselle Oppermann
Foto: imago images | Future Image
10 Fragen, die du dich niemals trauen würdest zu stellen. Wirklich nicht.

Zwölf eher weniger bekannte Prominente leben in einem Dschungel, essen Känguruhoden und lassen sich mit Kakerlaken überschütten. Das klingt nicht nach einem passenden Gesprächsthema für das Abendessen mit den Schwiegereltern, aber nach ordentlich Trash-TV. Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! läuft seit 2004 mit hohen Quoten im deutschen Fernsehen. RTL greift für die Show gerne auf Kandidatinnen und Kandidaten zurück, die in anderen TV-Shows negativ aufgefallen sind. Gisele Oppermann, 32, nahm 2019 teil. Elf Jahre zuvor hatte sie ihre ersten größeren TV-Auftritte als Kandidatin bei Germany's next Topmodel. Dort hinterließ sie einen bleibenden Eindruck, weil sie ständig weinte und niemanden mochte. Im Dschungel sorgte Gisele dann wahrscheinlich für genau das, was RTL sich erhoffte: Sie jammerte, weinte und wurde so oft hintereinander wie niemand zuvor zur Dschungelprüfung gewählt.

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Wir haben Fragen.

VICE: Hast du am Dschungelcamp teilgenommen, weil du pleite warst, oder wolltest du bekannter werden?
Gisele Oppermann: Nein, ich war weder pleite noch wollte ich bekannter werden. Das Geld hat mich einfach gereizt und sie haben mich öfter gefragt.


Ich habe meine Doppelgänger im Fernsehen auftreten lassen und um die Welt geschickt


Wie viel hast du verdient?
Darüber darf ich nicht sprechen und würde es auch nicht machen, wenn ich dürfte. Ich kann aber sagen, dass es genug war.

Wie negativ hat dein Umfeld reagiert, als du deine Teilnahme bei der Show bekannt gegeben hast?
Zwei Familienmitglieder und eine Freundin haben mich mehrmals gefragt, ob ich es wirklich machen will, und mir geraten, nicht teilzunehmen. Mein Vater stand hinter mir, andere Freunde auch und wenn ich etwas wirklich will, lasse ich mir nicht reinreden. Nach meiner Teilnahme bei Germany's next Topmodel hatte ich eine Zeit lang keinen Kontakt zu meiner besten Freundin, weil sie es nicht mochte, immer darauf angesprochen zu werden. Nach dem Dschungelcamp wurde aber keine Freundschaft gekündigt.

Hat das Dschungelcamp deiner Karriere geschadet?
Nein, davor hatte ich keine Karriere. Durch die Teilnahme habe ich wieder einen Fuß in das Geschäft bekommen und kann jetzt Trash-TV-Sternchen werden. Ich habe auch schon neue Anfragen.

Wie viel ist beim Dreh gescriptet?
Beim Dschungel ist im Gegensatz zu anderen Formaten nichts gescriptet. Wir waren den ganzen Tag alleine im Camp ohne andere Menschen. Nur die Person, die zur Prüfung geht, hat Kontakt zum Kamerateam – die dürfen aber nicht mit uns sprechen oder uns die Uhrzeit sagen. Im Camp wollten alle immer die Uhrzeit wissen. Mir war das egal, weil ich in Deutschland auch immer zeitlos bin. Auf dem Weg zu den Prüfungen konnte ich manchmal auf eine Uhr eines Teammitglieds schauen, worüber die Mitcamper sich immer gefreut haben.

Wie fühlt sich eine Kakerlakendusche an?
Es war widerlich. Eine Freundin von mir züchtet Kakerlaken und bevor ich ins Camp bin, habe ich eine angefasst. Es sind eigentlich keine schlimmen Tiere, aber sie bewegen sich so schnell und Ängste sind nicht immer erklärbar. Mein Plan war es eigentlich, vor meiner Teilnahme eine Hypnosetherapie zu machen, um meine Angst vor diesen Tieren zu verlieren – ich hätte es machen sollen. Ich bin davon ausgegangen, dass ich durch die Konfrontation mit den Tieren im Camp meine Angst verliere – das war aber nicht so.

Wieso hast du bei einer Fernsehshow mitgemacht, die Tiere so schlecht behandelt?
Ich weiß, dass es den Tieren im Camp nicht schlecht geht. Die sind alle gezüchtet und werden nicht gequält. Es kann zwar passieren, dass Mehlwürmer oder Kakerlaken bei einer Prüfung zerquetscht werden, aber ich weiß nicht, inwiefern diese Tiere Gefühle empfinden und ob man sie mit anderen Tieren gleichsetzen kann. Außerdem gibt es Fortschritte: Seit diesem Jahr lässt RTL keine lebenden Tiere mehr verspeisen.

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Den Tieren bei GNTM ging es wesentlich schlechter. Einmal habe ich ein Shooting mit einem Affen abgebrochen. Das Tier musste stundenlang in einem winzigen Käfig in einem Kofferraum warten. Außerdem war es richtig kalt und der Affe musste die ganze Zeit barfuß herumlaufen. Das Team wollte, dass ich weiter mit dem Affen posiere, obwohl mein Foto innerhalb weniger Minuten fertig war. Das hat mich fertig gemacht.

Hattest du damit gerechnet, so oft zu Prüfungen zu müssen?
Ja, auf jeden Fall. Ich wusste aus den vorherigen Jahren, dass Topmodel-Kandidatinnen häufig zur Prüfung gewählt werden. Ich hatte gehofft, die Show als erste Topmodel-Kandidatin zu gewinnen. Das war aber leider nicht so. Mir war klar, dass mich viele nicht mögen werden. Das ist OK, jeder darf seine Meinung haben. Ich verstehe aber immer noch nicht, wieso es negativ für mein Image ist, wenn ich meine Gefühle zeige.

Wie ist es, auf der Dschungeltoilette sein Geschäft zu verrichten?
Der Weg zur Toilette ist schon schrecklich, weil überall Spinnen, Echsen und andere Tiere lauern. Es steht immer jemand vor der Tür. Das ist unangenehm. Außerdem gehe ich nicht gerne auf Toiletten, die von mehreren Personen benutzt werden. Ich habe mich auch nie richtig draufgesetzt, obwohl das in der Gruppe beschlossen wurde. Was nicht im Fernsehen zu sehen ist: Das Plumpsklo muss auch von den Camperinnen und Campern geleert werden. Ich war aber glücklicherweise immer bei den Prüfungen, als sie das machen mussten.

Schämst du dich, dass du im Dschungel warst?
Ich feier die Show selbst und habe sie mir immer gerne angeschaut. Ich habe mich auch über die Leute kaputtgelacht. Man weiß also, worauf man sich einlässt. Ich würde vielleicht eine Prüfung antreten, die ich abgesagt habe. Darüber ärgere ich mich immer noch. Ansonsten stehe ich aber zu allem, was ich gesagt oder getan habe.

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