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Sex

Surrealistische Onanie in China

Softpornos zu drehen ist einfach: man nimmt ein paar Mädchen, lässt sie ein wenig aneinander rumfummeln und zum Schluss wird alles in eine nette Story mit vagem Inhalt verpackt.
1.2.11

Softpornos zu drehen ist einfach: man nimmt ein paar Mädchen, lässt sie ein wenig aneinander rumfummeln und zum Schluss wird alles in eine nette Story mit vagem Inhalt verpackt. Regeln die wirklich jeder versteht und an die man sich gerne hält. Deswegen sieht man in Kuschel-Pornos auch keine Sodomie, Nekrophilie, Pädophilie, Paraphilie oder sonst eine Perversion die auf -lie endet. Wenn dich so kranker Scheiß richtig geil macht, dann sieh dich lieber im Hardcore-Regal um.

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Einige Schwarzhändler, die in den finsteren Seitengassen von China ihr Unwesen treiben, finden diese klare Trennung von Soft und Hard nicht so wichtig.

Im Schatten der japanischen Pornoindustrie fällt es auch leicht, diesen Bereich abzudecken und es scheint, dass China diesen Weg einschlagen wollte. Es gab nur eine Hürde, die Zensurgesetze. China hatte sofort eine Antwort auf die schmutzige Schmuggelware: es wurde eine massive Firewall installiert, damit Unsittliches draußen bleibt. Doch eigentlich sollten die Chinesen wissen, dass wenn Man(n) einen Porno will, dann kann ihn nichts aufhalten. Nachdem tauende Internetseiten durchschnüffelt und über (allein im Jahr 2009) 5.000 angebliche Pornographen verhaftet wurden, schlüpft immer wieder einer durchs Netz.

Heute hat sich die Internet-Polizei ein wenig beruhigt, hin und wieder gibt es eine illegale Seite, doch meist wird nicht mehr viel Zeit in die Verfolgung unsittlichen Verhaltens investiert. Hier bei uns im Westen, würde man das als großen Fortschritt im sonst so verklemmten China ansehen doch es gibt einen Haken: In China werden seit Jahrzehnten Pornos auf dem altmodischen Weg, in Form von raubkopierten Kategorie III Hong Kong Sexploitation-Filmen geschmuggelt.

Kategorie III steht für keinen bestimmten chinesischen „Sex und/oder Gewalt“ Fetisch und es ist verdammt unmöglich irgendeinen Zusammenhang in diesen Filmen zu finden. Meistens geht es in die Richtung: man macht einen schmutzigen Film ohne Altersbeschränkung, aber man ist zu faul und alles wird so zusammen gewürfelt das es letztendlich doch den „für Kinder ungeeignet“ Stempel bekommt. Filme wie Ang Lee`s historischer Streifen „Lust Caution“ und Johnnie To´s „Election“ stehen im selben Regal wie der harte Hong Kong-Scheiß „Vergewaltigt von einem Engel: die Vergewaltigungs-Union“. Macht das Sinn? Für mich auch nicht.

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Normalerweise werden in solchen Filmen geschichtliche Dramen mit Unmengen Blut und nackter Haut vermischt. So ergibt das dann einen Periodenporno aus Kung-Fu/Comedy/Drama/Folter, wie du ihn noch nie gesehen hast. Das muss nicht gleich heißen, dass es ein billiger Kategorie III Film ist, denn diese Fick-Feste bringen soviel Geld ein, dass wir im Westen nur staunen können.

Würde so ein Film in den ländlichen Regionen Chinas herauskommen, würde er sofort verboten und als illegal abgestempelt. Finden kann man ihn dann nur auf dem Schwarzmarkt. In den großen Metropolen sieht man ganze Basare, die mit der Schmuggelware übersät sind. Es ist kein großes Geheimnis, dass raubkopierte DVDs das Grundnahrungsmittel chinesischer Schwarzmärkte sind und China damit zum Marktführer bei Raubkopierten-DVDs machen. Hier kann auch keine Internet-Firewall schützen, denn die „soften“ Filme liegen überall frei herum.

VIVA EROTICA

Diese Szene wirkt sehr familiär. Ein beschleunigtes Gruppensex-Schauspiel. Es ist ein 'Remake' der Szene aus Pfahl in meinem Fleisch, die angeblich auch Stanley Kubrick für Clockwork Orange geklaut hat.

Wenn du jetzt immer noch nicht ganz mit dem Konzept vertraut, oder einfach zu doof bist, gibt es hier ein schönes Beispiel eines Kategorie III Sexploitation-Films: Viva Erotica war bei den Hong Kong-Film-Awards 1997 für den besten Film und beste Regie (und in vielen weiteren Kategorien) nominiert. Der Film könnte auch eine Collage aus 8 ½ und Boogie Nights sein, nur mit mehr Sex und weniger Mark Wahlberg. Hier sieht man die Beispiele, für die „Softheit“ dieser chinesischen Kategorie III Erotik Filme. Zudem sind die Darsteller Leslie Cheung und die junge Shu Qi beide große Stars in ihrer Heimat. Bestimmt hatte auch Jackie Chan eine schmutzige Karriere in den 70igern.

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SEX AND ZEN

Dieser Film hat mich irgendwie desensibilisiert. Wer hätte gedacht, dass ein toter Pferdepenis im Mund eines Mannes, Mädchen die mit ihren Vaginas Kaligraphie zeichnen, oder die gelegentliche dramatische Pferde-Vergewaltigung wirklich langweilig werden könnten? Bei Sex and Zen geht es nicht wirklich viel um Zen. Wenigstens macht niemand Witze darüber, dass dein Penis amputiert und von einem Hund gefressen wird.

THE FORBIDDEN LEGEND: SEX AND CHOPSTICKS

Das war der erste Kategorie III Film, über den ich in Chinatown gestolpert bin. Welch witziger Fundort. Er war gut auf Augenhöhe platziert und ich fragte den Ladenbesitzer, was das denn für ein Film sei. Er wirkte verstört und behauptete nichts über den Inhalt zu wissen. Es wäre wohl eine Erotik-Geschichte aus dem 17. Jahrhundert., wie The Plum in the Gold Vase. Die Story zeigt detailliert das Leben eines taoistischen Erotikkünstlers und irgendeine Untergangsfantasie Chinas. Man bekommt das Gefühl der Kameramann hat das gesamte Lehrbuch seines Faches auswendig gelernt und dann probiert wirklich jedes filmische Stilmittel einzubauen.

A CHINESE TORTURE CHAMBER STORY

Trotz des wirklich fröhlichen Titels, ist dieser Film noch trauriger als Sex and Zen oder Sex and Chopsticks. Versteht mich nicht falsch, explodierende Schwänze, vergewaltigte Nympho-Nannies und auch eine überraschend anspruchsvolle Blut-Ejakulation, empfinde ich durchaus als sehr spaßig. Ich war nur die ganze Zeit damit beschäftigt, die verschiedensten Vergewaltigugs-Möglichkeiten zu verstehen und zu hinterfragen. Trotz allem ist A Chinese Torture Chamber Story einer der bekanntesten Kategorie III-Produktionen. Sieh ihn dir aber nur an, wenn du gerne mal jemanden sehen willst, der mit Fingernägeln erstochen wird oder riesige Schwänze die Geräusche wie Laserkanonen machen. Beides eigentlich wirklich gute Gründe.