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Kairo, Stadt im Wandel oder so

Wenn man hört, dass sich die Zustände in Kairo „normalisieren“ sollte man immer bedenken, dass alles relativ ist. Ich meine – es ist erst drei Wochen her – wie lange sollte eine Revolution eigentlich erwartungsgemäß dauern?
8.2.11

Wenn man hört, dass sich die Zustände in Kairo „normalisieren“ sollte man immer bedenken, dass alles relativ ist. Ich meine – es ist erst drei Wochen her – wie lange sollte eine Revolution eigentlich erwartungsgemäß dauern? Außerdem ist es doch so, dass selbst wenn in Kairo etwas Ruhe einkehrt, der „normale“ Zustand für Kairo-Verhältnisse irgendwie nur dann als „freundlich“ zu bezeichnen ist, wenn man das Sozialverhalten eines Tasmanischen Teufels zum Maßstab nimmt.Die letzten zehn Jahre über war Ägypten ein Magnet für terroristische Anschläge. Bevor der Tahrir-Platz also mit Panzern und wütenden Teenagern mit Molotowcocktails gepflastert wurde, haben die Ägypter bereits jede Art an „konventionellem“ Terrorismus erfahren- von Bus-Bombern über Schießereien bis hin zu Selbstmordattentaten auf öffentliche Einkaufsstraßen oder in privaten Ferien-Anlagen.

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Natürlich war es nicht immer so. Tatsächlich war Ägypten auch schon ein beliebtes Ausflugsziel für Aliens die ihre Pyramiden bauen wollten, weil’s doch einfach eine irrsinnig witzige Sache gewesen sein muss, einer frisch zivilisierten Spezies einen Streich zu spielen. Nach den Aliens wurde Ägypten zum Hotspot für reiche weiße Leute. 1938 wurde die Stadt zur Touristenhochburg deklariert und Regisseur James A. Fitzpatrick nahm eine Kamera und ein Team mit nach Kairo und drehte den Kurzfilm Cairo, City of Contrast als Teil einer Reisesendung für MGM. Macht also eine Reise in eine schlichtere, einfachere Zeit Ägyptens, in vergangene Tage, als die Straßen noch nicht blutrot gefärbt waren- oder zumindest in eine Zeit, bevor der jüngste Terror die Straßen von Kairo mit dem Blut Unschuldiger geflutet hat.