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Reisen

Oh Gott, Afrika! Ist das dein Ernst?

Weißt du was „Leblouh" ist? Nein? Naja, dann bereite dich aufs Lekotzen vor.

Weißt du was „Leblouh" ist? Nein? Naja, dann bereite dich aufs Lekotzen vor. Leblouh ist die traditionelle mauretanische Praxis, bei der Frauen zwangsgefüttert werden, bis sie dick und schön sind. Wir sind ja bekanntlich große Verfechter der „Yes Fat Chicks" Bewegung, aber es hört auf, wenn man 5-jährige Mädchen mit Kamelmilch zwangsernährt bis sie kotzen und Nudelhölzer benutzt, damit sie Dehnungsstreifen bekommen.

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Mauretanien ist sogar nach afrikanischen Standards ein armes Land. Ein Fünftel der Bevölkerung lebt von weniger als 90 Cent am Tag. Außerdem ist die Bevölkerung traditionell nomadisch (etwa 90% bei der Unabhängigkeit 1960), das alles erklärt vielleicht warum einige Mauretanier die traditionelle westafrikanische Vorliebe für breitere Figuren zu einem übelkeitserregenden Extrem treiben. Wenn der Großteil deines Tages daraus besteht durch die Wüste zu laufen, was erscheint dann anziehender als jemand, der offensichtlich so reich ist, dass er ein oder zwei Monate auf dem selben Platz sitzen bleiben kann? Ein ähnlicher Gedanke steht hinter der westlichen Fixierung auf Körper, die nur durch ein strenges Regiment bestehend aus Fitnessstudio und Kokain erreichbar sind. Die luxuriösen Assoziationen von fülligster Körperfülle sitzen so tief in der mauretanischen Kultur, dass klassische Dichter die Tebtah (Dehnungsstreifen) ihrer Geliebten „die Juwelen meiner Dame" nannten.

Viele ältere mauretanische Frauen glauben immer noch, dass dick zu sein der einzige Weg ist, einen anständigen Mann zu finden und sind damit auch diejenigen, die dafür kämpfen Lebouh am Leben zu erhalten. Laut einer Studie von 2007, die von der Social Solidarity Association durchgeführt wurde, glauben über 70% der Mauretanier über 40, das Leblouh nötig für eine Ehe ist. Nicht hilfreich, sondern nötig! So beängstigend sich auch diese Zahl anhört, es wir immer noch schlimmer.

Mauretanien war auf einem gutem Weg und hatte verscheiden Gesundheitskampangen gegen Leblouh, bis im August 2008 General Mohamed Ould Abdelaziz durch einen Militärcoup den gewählten Präsidenten Sidi Ould Cheikh Abdallahi entmachtete. Der General und seine Leute legen ziemlich viel Wert auf das, was sie „die Rückkehr zu traditionellen Werten" nennen, was wir aber als das „Wiederaufleben von fürchterlichen Zwangsernährungslagern für kleine Mädchen, die von Mauretaniern ironisch ‚Fat Farms' genannt werden" bezeichnen. Die Mädchen auf diesen Farmen werden dazu gezwungen zu essen bis sie fast platzen und wenn sie die ganze Kamelmilch (im Ernst), den Hirsebrei, die Eier und die Butter über sich selbst und auf den Boden gekotzt haben, zwingen die Mäster (so werden die Arbeiter auf der Farm genannt) sie, das Ganze wieder zu essen. Ihre Kotze.

Wenn dir das noch nicht an die Nerven geht, dann vielleicht die anderen Leblouh-Taktiken, zu denen gehört, die Schenkel junger Mädchen mit Nudelhölzern zu bearbeiten, um das Bindegewebe zu zerstören, und sie damit noch schneller fetter zu machen oder Zayer, wobei die Zehen der Mädchen in Holzstücke geklemmt werden, die fest zusammengepresst werden, wenn das Mädchen sagt, dass es voll ist.

Die Assoziation der weiblichen Haushaltsvorstände hat eine große Rolle dabei gespielt, die Öffentlichkeit über die furchtbare Praxis von Leblouh aufzuklären, aber hat auch Angst, dass es das Ziel der neuen Militärjunta ist, mauretanische Männer und Frauen in ihre traditionellen Rollen zurück zu drängen und eine Fat-Farm-freundliche Umgebung zu schaffen. Fatimata M'baye hat dem Guardian vor Kurzem gesagt: „Ich habe es noch nie geschafft, den Fall eines zwangsernährten Kindes vor Gericht zu bringen. Die Politiker haben Angst davor, ihre eigene Geschichte zu hinterfragen."

Trotz der Laissez-Faire-Politik der neuen Regierung bezüglich Leblouh, gibt es trotzdem ein paar junge Städter, die die Praxis scheiße finden. Die Farmen sind meistens in ländlichen Gebieten und es ist für Mütter auf dem Land üblicher Leblouh mit ihren Töchtern durchzuführen. Die Krankenhäuser in Mauretanien bekommen jede Woche hunderte neue Fälle von Herzerkrankungen bis hin zu Arteriosklerose. Zu sehen wie diese Patienten angeliefert werden (und der bessere Zugang zu medizinischer Hilfe und einer größeren Menge an Kontakten außerhalb ihrer Familie) könnte ein Grund dafür sein, dass Fettleibigkeit in den städtischen Gegenden Mauretaniens weniger verbreitet ist. Es ist wahrscheinlich auch die Möglichkeit für Gruppen wie die AWH ihren Landsleuten klarzumachen, dass der beste Weg ins Herz eines Mannes nicht unbedingt durch den Magen eines fünfjährigen Mädchens führt.