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Patti Smith zeigt sich beim Station to Station-Event in St. Paul, Union Depot Bahnhof

Josh und Justin, die Ingenieure aus dem Aufnahme-Wagen schleichen mit Patti Smith auf die Bühne. Patti Smiths Auftritt im St. Paul Union Depot Bahnhof ist zur Hälfte vorbei.

von River Donaghey
15 September 2013, 5:33pm

Josh und Justin, die Ingenieure aus dem Aufnahme-Wagen schleichen mit Patti Smith auf die Bühne. Patti Smiths Auftritt im St. Paul Union Depot Bahnhof ist zur Hälfte vorbei. Justin lässt sich hinter dem Schlagzeug nieder und nimmt Joshs Bass. Patti sollte eigentlich ein Solo mit ihrem Sohn Jackson spielen, der sie auf der Gitarre begleitet. Aber Josh, Justin und ein paar andere Typen springen hinter ihr auf die Bühne, und plötzlich steht da eine vollständige Band. 

"Das ist der Spirit von Station to Station," sagt Patti der Menge. "Jackson und ich kamen alleine, und jetzt haben wir uns vervielfältigt.“ 

Dann tauchen sie ein, in eine Interpretation von "Because the Night."

Patti Smith und ihre Station to Station-Band spielen zu Ende und verschwinden Backstage. Francis, der rothaarige Schlagzeuger von White Mystery, gibt Patti einen Kuss, als sie an ihm vorbei geht. Die nächsten fünf Minuten verbringt er in der Embryonalstellung auf dem Boden und kichert. Patti hat diese Wirkung auf Leute. Sie verschwindet in den Tiefen des Backstage-Bereichs und die Saalbeleuchtung geht an. Aber die Menge gibt nicht auf. Das Publikum will eine Zugabe. 

"Wir kennen keine anderen Lieder," sagt mir Josh im Aufnahmestudio-Wagen. "Alles, was wir gespielt haben, haben wir heute Nachmittag gelernt. Mehr haben wir nicht."

Aber das Publikum gibt nicht auf. 

Wir sind beim vierten Halt unserer Station to Station-Tour, die kreuz und quer durchs ganze Land führt. Alle fangen langsam an, aufzutauen. Normalerweise brauchen Fremde eine Weile, bis sie sich einander öffnen. Wenn man in einem wunderschönen Zug, der mit Instrumenten und Alkohol gefüllt ist, durch Amerika fährt, dann beschleunigt das den Prozess etwas. 

Bei der After-Show-Party in Chicago, nahm Randy Randall von No Age dann die Soundcloud-Gitarre und spielte spontan eine Interpretation von "Somewhere Over the Rainbow" für den ganzen Waggon. Am nächsten Tag, als wir von Chicago nach Minnesota zogen, spielte die Band White Mystery ein paar Stunden im Aufnahmestudio-Wagen. Schnell kam auch Chris, der Peitscher, mit seinem Tamburin dazu. Tobias, ein europäischer Künstler mit pinkem Haar, nahm einen Moog Synthesizer in Beschlag und alle begannen zu jammen. 

White Mystery eröffnete den Abend im St. Paul Union Depot Bahnhof, gefolgt von No Age und Eleanor Friedberger von den Fiery Furnaces. No Age werden den Zug nach dem Auftritt in Minnesota verlassen und erst später wieder dazustoßen, weshalb das hier für eine Weile ihr letzter Auftritt war. Das Publikum wandelte durch die Zelte, schaute sich Bands an und ließ sich für eine Porträt-Sammlung für Levi’s® fotografieren. Als jedoch Patti Smith auf die Bühne kam, hörte jeder mit dem, was er gerade tat, auf. Die Pressefotografen rannten in Scharen auf die für sie vorgesehene Freifläche, zwischen Publikum und Bühne. Auch ich quetschte mich durch. Aber Patti schmiss uns dann nach den ersten Liedern raus. 

"Wenn ein Fotograf 25 Dollar für ein Ticket zahlt, dann darf er auch vorne stehen," sagte sie. Dann schloss sich ihr die Station to Station-Familie an, und sie spielten ihre kaum geprobte zweite Hälfte herunter. Irgendwie gelingt es ihnen. 

Nach dem letzten Lied winkt Patti und verlässt die Bühne. Der Applaus hört nicht auf. Das Gerücht verbreitet sich hinter der Bühne, dass Patti seit drei Monaten auf Tour und erschöpft ist. Aber die Menge lässt sie nicht gehen. Sie und ihre spontan entstandene Band stecken die Köpfe zusammen, und sie überzeugt sie, sich ihren Weg durch ein Lied, das niemand von ihnen je zuvor gespielt hat, zu bahnen.

"Wie ist der Bass-Teil?" fragt Josh, der Ingenieur aus dem Aufnahme-Wagen.

"Spiel einfach eine Weile D-Noten," sagt Patti. Der Raum verdunkelt sich wieder und die Band folgt ihr zurück auf die Bühne. 


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