Will Boase ist ein 23-jähriger britischer Fotograf, der in Jinja in Uganda lebt. Er und sein Geschäftspartner Steven Creswell haben die unkluge Entscheidung getroffen, Ostafrikas einziges Bulli-Tourunternehmen zu eröffnen und das obwohl ihre Flotte zehn Jahre älter ist, als sie es sind und es nahezu unmöglich ist, VW-Teile in Uganda zu finden.
Das Ziel ist es, den Kunden die langsamere Seite des Landes zu zeigen, mit Trips die sich nicht speziell auf Safaris konzentrieren. Ich bin eine der ersten "Kombi Nation"-Touren mitgefahren, über die Ssese Inseln im Lake Victoria und südlich zum Lake Bunyonyi, welcher genau an den Grenzen von Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo liegt. Es war ein wildes Abenteuer, im Sinne davon, dass alles sehr eindrucksvoll schief ging—wir verloren Radkappen, erlitten Alkoholvergiftungen, uns ging der Sprit aus, wurden wütend an verschieden Stellen und wurden festgenommen. Es war immer noch tausend mal besser, als in einem von 25 Transportern zu sein, die um einen Löwen kreisen, das gleiche Foto 50 Mal zu machen und mit feuchten Augen über die Erhabenheit Afrikas zu staunen.
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Wir durchkreuzten die Hauptstadt Kampala, um unsere Fähre zu erreichen. Dort befinden sich Hunderte von wütenden Polizisten, die darauf warten ein paar Köpfe einzuschlagen. Kampala kann manchmal ein bisschen unruhig sein. Präsident Yoweri Museveni ist hart mit Demonstranten umgegangen, die sauer sind über die Arbeitslosigkeit und die steigenden Benzin- und Lebensmittelpreise. Aus irgendeinem Grund hatte er an dem Wochenende buchstäblich Hunderte von wütenden Polizisten überall in Kampala verteilt, bereit für einen Kampf. Als wir auf die Fähre warteten, sahen wir einen Haufen von Demonstranten in Pick-ups, kreischend und schreiend auf ihrem Weg um die Bullen zu treffen. Ich weiß nicht, was danach passiert ist, aber man kann mit Sicherheit sagen, das einigen der Kopf eingetreten wurde.
Steven Craswell und Anna Kucma sind unsere beiden Reiseführer, die für "Kombi Nation" arbeiten. Creswell gehören die Transporter und Kusma organisiert hauptsächlich das Leben der Leute.
Der Bulli rasselt und stöhnt ziemlich viel, die Tür ist klebrig, die Fenster funktionieren nicht immer, die Radkappen verschwinden bei bösen Schlaglöchern, es gibt kein 4WD, es riecht innen wirklich stark nach Benzin und der Spiegel ist gesprungen.
Das ist eine riesige, schreckenerregende goldene Radnetzspinne.
Wir haben dieses Nest in Entebbes botanischen Garten gefunden, während wir auf unsere Fährte warteten. Spinnen sind das Schlimmste.
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Creswell und Boase sind sehr amüsante Briten und planen immer ihr nächstes großes unternehmerisches Vorhaben. Sie sagen Sachen wie "herumbimbeln" und singen Monty Python-Lieder, wenn der Transporter aufhört zu funktionieren.
Auf der Fähre von Entebbe nach Bugala, der größten der Ssese Inseln. Unsere Zigaretten wurden für die gesamte vier Stunden Fahrt konfisziert, was schlimm war. (Foto von Will Boase)
Das ist der Hornbill Campingplatz auf Bugala, die größte der Ssese Inseln im Lake Victoria.
Tina Penn ist eine Auswandererin, die jetzt seit 17 Jahren in Bugala lebt. Ihr gehört und sie leitet den Hornbill Campingplatz. In ihrer Freizeit hat sie Freude daran Gras zu rauchen, super betrunken zu werden und Babyaffen zu adoptieren. Sie hat mir erzählt, dass eins ihrer Waisenäffchen eine Liebesbeziehung mit ihrem deutschen Schäferhund anfangen wollte und imstande war an dem besagten Hund Oralsex auszuführen. Tatsächliches Zitat: "Affen sind sehr sexuelle Kreaturen". Stell dir das auf Englisch in einem turbo-deutschen Akzent vor und du wirst verstehen, warum ich lachend von meinem Barhocker gefallen bin. Ich hab ihr gesagt, dass sie nur Scheiße labert und sie beschimpfte mich ungefähr eine Stunde und rief dann den Hausmeister, um ihre Geschichte zu bestätigen.
Tim Lukyamuzi plant die Routen für "Kombi Nation". Hier steht er gerade am Strand. (Will Boase hat dieses Foto geschossen.)
Boase zeigt uns etwas Faszinierendes auf Bugala Island im Lake Victoria. Fahrten auf dem Autodach sind die besten.
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Auf dem Dach des Busses durch die holprige Insel zu fahren, war ein Riesenspaß …
… auch wenn die Palmöl-Plantagen die gesamte Inseln entlang beschissen sind. Das meiste von Ugandas genießbarem Öl wird aus Malaysia importiert, aber die Regierung in Uganda hat die landwirtschaftliche Entwicklung als ihre Top-Priorität in ihrem neusten Finanzplan gelistet und Landraube sind kein großes Ding für sie. Das bedeutet, dass die Einwohner Bugalas gebeten/gezwungen wurden, ihr Land für neue Palmöl-Plantagen aufzugeben, welche die natürliche Schönheit der Umgebung komplett zerstören. Lonely Planet hat Uganda gerade als Touristenziel Nummer Eins genannt, also hab ich keine Ahnung, warum man sowas einem Ort wie Bugala antut. Geld regiert eben doch die Welt, schätz ich mal?
Aber der Spaß hört auf, als wir für vorsätzliche Gefährdung oder irgendwas blödes, in der Nähe vom Hafen von Masaka festgenommen wurden. Ein Verkehrspolizist auf Bugala bemerkte uns auf einer Dachfahrt in der Nacht, bevor wir die Insel verließen. Als wir am nächsten Morgen zum Hafen fuhren, erkannte uns ein Bulle und drehte durch. Er fing an zu kreischen und kommandierte uns herum, dann rief er seinen Freunden zu "die Zellen vorzubereiten". Diese befanden sich in einer Zweiraum-Hütte, dem Polizeihauptquartier. Er schickte uns rein, um den Mann zu treffen, den man auf dem Bild sehen kann.
Wir mussten argumentieren, plädieren und jeden Polizisten auf der Insel eine Weile besänftigen und diese hatten alle Sorten von schwachsinnigen Anklagen —"vorsätzliche Gefährdung" eingeschlossen. Glücklicherweise brauchte ein anderer Typ in richtigen Handschellen die einzige Gefängniszelle, also kam es gar nicht erst in Frage eingesperrt zu werden, während wir verhandelten. Im Grunde genommen sind die Polizisten dort mittellose Ärsche und sie wollten "eine Geldstrafe verhängen" und das, obwohl wir einen riesigen Transporter mit ungefähr 20 Leuten ungeniert auf dem Dach vorbeifahren sahen, ungefähr fünf Minuten, nachdem wir rauskamen. Der VW zieht große Aufmerksamkeit auf sich und Ausländer haben Geld, somit verstehe ich da die Logik, aber es war immer noch unglaublich nervig. Letztendlich ließ er uns gehen. Dann poste er äußerst dramatisch für eine Erinnerungsfoto.
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Glücklicherweise verpassten wir nicht die Fähre zurück zum Festland, weil sie drei Stunden Verspätung hatte.
Super-Erleichterung: Fähre zurück zum Festland > eine Gefängniszelle. (Foto von Will Boase)
Marabus scheinen majestätisch, wenn sie fliegen, aber eigentlich sind sie dreckige Schmutzvögel, die Müll fressen und ekelhaft aussehen.
Lake Bunyonyi, das Zuhause der Dope-rauchenden Batwas (es ist nicht OK, sie weiterhin "Zwergmenschen" zu nennen). Das Wasser hier ist vollkommen warm, abgesehen davon, dass er der zweittiefste See in Uganda und von Bergen umgeben ist.
Es fing an, das zweite mal an zu regnen, als wir zum Lake Bunyonyi kamen und es hörte nicht mehr auf für ungefähr zwölf Stunden. Hier posen wir gerade vor dem schönsten Aussichtspunkt in ganz Uganda. Spektakulär, oder?
Aber dann hörte es auf zu regnen und wir machten Einbaum-Kanuing.
Inmitten Lake Bunyonyis 29 Inseln befindet sich die Insel der Bestrafung, wo unverheiratete schwangere Mädchen hingeschickt wurden, um zu verhungern oder beim zurück schwimmen zu ertrinken.
Dann hörte es auf zu regnen und wir sahen endlich die Inseln. Hurra!
Die terrassenförmigen Berghänge in Süduganda sind wirklich schön.
Würdest du nicht gerne die Straßen Ugandas hier drin unsicher machen? (Foto von Will Boase)
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