Dead Traffic - Geschundene Gesichter aus Sierra Leone

Die letzten Jahre verbrachte Kim Thue damit, in einem der gefährlichsten Slums von Sierra Leone zu fotografieren. Die Bewohner dort nennen ihn nun nur noch liebevoll „The Notorious K.I.M.".

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März 28 2012, 9:00am

Der dänische Fotograf Kim Thue ist einer der Typen, die man im allgemeinen wohl als knallharten Kerl bezeichnet. Die letzten Jahre hat er damit verbracht, in Big Wharf, einem der wohl gefährlichsten und größten Slums in Freetown, Sierra Leone, zu fotografieren, wo ihn die Bewohner nun liebevoll „The Notorious K.I.M.“ nennen. Die düsteren schwarz-weiß Fotos, die Kim Thue während seiner Reise durch Westafrika aufnahm, sind jetzt in einem Fotoband mit dem ominösen Titel Dead Traffic erschienen (Dienacht Verlag).

In einem kürzlich geführten Interview sagte Kim über sein neues Buch:

"Auch wenn Sierra Leone vor allem durch seinen brutalen Bürgerkrieg bekannt ist, hatte ich weder eine versteckte politische Agenda, noch eine spezielle humanitäre Frage und geschweige denn eine klare Geschichte im Kopf, während ich das Buch machte. Ich ging nicht als Fotojournalist nach Freetown, sondern als Fremder mit einer Kamera und einem offenen Herz. Ich hoffe, etwas geschaffen zu haben, das den Betrachter emotional involviert. Etwas, das einen Nerv trifft ohne dem Betrachter eine bestimmte Art von alleiniger Wahrheit aufzuzwingen. Einfach eine Sammlung von Bildern, die zeigt, dass es eine untrennbare Koexistenz von Schönheit und Schrecken in dieser starken und rauen Stadt gibt. "

Kim Thues Ausstellung zum Buch wird diesen Donnerstag in der Freelens Galerie in Hamburg eröffnet. Hier kannst du das Buch vorbestellen, ein Video dazu sehen, ein Interview mit Kim lesen und seine Arbeit für die Prospekt Agency verfolgen.

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