FYI.

This story is over 5 years old.

Zürich: KNALL ist ein Unikat

Alle Phasen des Nachtlebens führen ins Museum.
28.8.12

Das Nachtleben ist wohl einer der verführerischsten Prädatoren unserer Generation, erst lockt es dich und wenn du mal drinhängst, spuckt es dich erst um die zehn Jahre später wieder aus. Bevor das passiert durchläufst du mystische drei Phasen:

Während der ersten Phase merkst du gar nicht in was für beschissenen Läden du abhängst. Du denkst zwar, du hättest es drauf, weil du das regionale Jugendlokal als unwürdig zu erkennen vermochtest, wirst aber von Securities wie Vieh behandelt und zahlst dich dumm und dämlich um deinem persönlichen Megastar eine elend hohe Gage mitzufinanzieren, die er oder sie für ihr 30 minütiges DJ- Set kassiert. In dieser Phase bringst du deine Getränke noch selbst mit und versteckst sie in einem Busch vor dem Club.

In der zweiten Phase bist du langsam abgehärtet und gerade darum bereit alles auszuprobieren, auch Drogen. So endest du zu allen abartigen Tageszeiten an wirklich abartigen Orten wie Mittwoch morgens um halb neun in einem abgedunkelten Lieferwagen, der von dem Freund von „der von vorhin" gefahren wird. Vor zehn Minuten hast du den Typen auf der Toilette kennengelernt während er sich eine „Kombizange" reingedonnert hatte. Dein Kollege reihert sich, wenn du richtig hörst, am anderen Ende des Laderaums gerade übers Hemd. Du wirst Sonntag mittags bewusstlos auf einem Friedhof vom Gärtner aufgefunden. Man fragt dich (später) wo du gestern warst, du sagst „Tanzen" während sich hinter deinem Hirnlappen eine „Hieronymus Bosch in 3–D"- Szenerie breit macht. Dein gegenüber denkt an ihren Salsa Kurs, legt ein verzeihend-mitfühlendes Lächeln auf und meint: „Schön". Du kennst plötzlich alle an der Party, einfach deshalb weil du sie öfters siehst als deinen Vorgesetzten, deinen Professor oder deine Verwandten. Zudem ist dein Schwengel (respektive Kitzler) die einzige wahre Macht im Staate Dänemark und geißelt dich Nacht für Nacht um die Häuser.

Das treibst du dann so weit, dass plötzlich auch die ganz normalen Sachen abnormal wirken. Wie beispielweise an einem Nachmittag Tee zu trinken mit deiner Tante, welche dich von den Freuden des Wirtschaftsstudiums überzeugen will. Oder deine Mitarbeiter. Du bist Keith Richards und dein Leben fühlt sich an wie eine Explosion in Zeitlupe. Du hast sogar aufgehört die einzelnen zerplatzenden Gegenstände retten zu wollen, das Feuer ist immer und überall.

An dieser Stelle entwickelst du dich schrittweise in die Phase drei. Neuerdings fahren dir alle Drogen mehr oder weniger gleich ein und du hast auch gesundheitlich langsam ein bisschen Bedenken. Du gehst grundsätzlich nur noch einmal irgendwo hin: Also entweder wird etwas eröffnet und du bist da wegen des Freibiers, die Veranstaltung ist illegal oder sonst wie einmalig, alles andere vermag dich kaum mehr hinter dem sprichwörtlichen Ofen hervor zu locken. In dieser Phase passiert es dir mal dass du mal nüchtern in eine After-Hour reinstolperst - und die Blase platzt endgültig. Die Illusion des glitzernden Planeten „Disko" wird von einer Handvoll Untoter mit zitterndem Kiefer auf den klebrigen Tanzboden getrampelt. Du beschließt, dass deine Nächte ferner von sich aus ereignisreicher sein sollten. Du gehst mal wieder gut essen und um vier aus dem Club nach Hause. Mit deiner Freundin. Oder eben ins Museum.

So, wir verlosen unter den glücklichen zwischen den Phasen Zwei und Drei 5x2 VIP Badges an die einmalige „Knall"-Party im Landesmuseum, die findet diesen Samstag den 1. September ab 19h auf dem Vorplatz des Landesmuseums statt und ist überdacht. Mit so einem Badge kommst du dort, wohl zum ersten und letzten Mal während einer Party, auf den Balkon des ehrwürdigen Kulturtempels. Auflegen tun durchs Band lokale Superhelden wie: Go Ape, After Grauer, Johnny Roxx und Ray Douglas. Zudem gibt's einen Überraschungsauftritt von einer sehr guten Band, auf einem Bus im Hof. Deren Namen dürfen wir allerdings noch nicht verraten. Falls du also gerne mit Begleitung dorthin möchtest, schreibe uns ein paar Zeilen in denen steht in welcher Phase du dich gerade befindest an: info@viceland.ch

Im Landesmuseum selbst findet übrigens zeitgleich die Ausstellung: Postmodernism; Style and Subversion 1970–1990 statt, falls du das mit der Abwechslung ernst nehmen möchtest, bist du dort bestimmt bestens bedient.