After the Killing Fields: Die kambodschanische Diaspora der USA

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The Photo Issue 2015

After the Killing Fields: Die kambodschanische Diaspora der USA

Magnum-Fotograf Pete Pin dokumentiert die kambodschanischen Flüchtlinge, die sich in den USA niedergelassen haben, hauptsächlich in Gemeinden, die mit Armut und urbaner Gewalt zu kämpfen haben.
09 September 2015, 5:00am

Sunny Vaahn, 25, ein Absolvent der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, Pennsylvania, hält den Flüchtlingsausweis seiner Familienmitglieder. Das Bild entstand, als sie nach dem Ende des Regimes der Roten Khmer aus Kambodscha über die thailändische Grenze flohen. Die Familie nahm den strapaziösen Marsch auf sich, weil man ihnen gesagt hatte, es gäbe auf der anderen Seite der Grenze Lebensmittel.

In den 1980ern ließen sich fast 150.000 kambodschanische Flüchtlinge in den USA nieder, hauptsächlich in Gemeinden, die mit Armut und urbaner Gewalt zu kämpfen hatten. Cambodian Diaspora ist ein laufendes Projekt, das die Erfahrung von Flüchtlingen und deren Nachkommen in kambodschanisch-amerikanischen Gemeinden über Generationen hinweg untersucht. Drei Jahrzehnte nach den Killing Fields sind die Schatten des Genozids noch immer in der US-Diaspora spürbar. Sie äußern sich in einer Zersplitterung der Familiengeschichte und einem tiefen Schweigen über die Zeit nach dem Völkermord. Viele Kambodschaner und Kambodschanerinnen, die den Genozid überlebt haben, schweigen heute, weil sie nicht wissen, wie sie über das sprechen sollen, was sie durchgemacht haben, und auch, weil sie so häufig nicht dieselbe Sprache sprechen wie ihre kambodschanisch-amerikanischen Kinder. Das Schweigen wird durch generationsübergreifende Traumata nur tiefer—die Älteren haben die Killing Fields von Kambodscha überlebt und ihre amerikanischen Kinder die Gefahren der innerstädtischen Viertel der USA.

Die Bronx, August 2011. Om Savaeth, 58, im Garten des Hauses der Familie Vaahn

Von links nach rechts, Joshua Vatthnavong 11, Joey Vatthnavong, 16, und Sanet Kek, 28, fischen ohne Rute in Ferry Point in der Bronx. „So hat mein Vater gefischt, bevor er nach Amerika kam", sagte Joey. Bronx, New York, Juli 2011.

Drei Generationen der Familie Duong sehen sich im Wohnzimmer ihrer Wohnung in der Bronx alte Familienfotos und Dokumente aus den Flüchtlingslagern an, September 2011.

Football-Trophäen, die Sovann Ith, 23, angesammelt hat. Die Bronx ist ein ethnisch vielfältiger Bezirk. Kambodschanische Jugendliche haben in der Gegend um Fordham im Westen der Bronx Football gespielt, um „racial respect" in dem Viertel zu fördern.

Kambodschanischer Buddhisten-Tempel in der Bronx, New York, der kollektiv von Mitgliedern der Diaspora finanziert und gegründet wurde, kurz nachdem sie in den Staaten ankamen. Die jüngere Generation beteiligt sich nur wenig an Tempelaktivitäten und viele Ältere befürchten, die Tempel könnten mit der ersten Generation vollständig verschwinden.

Thon Khoun, 47, kocht in der Küche ihrer Wohnung in der Bronx. Khoun wanderte 1985 als Flüchtling in die USA ein und ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern. Wie viele kambodschanische Flüchtlinge spricht sie kein Englisch und ihre Kinder sprechen kein Khmer. Bronx, New York, Oktober 2011.

Sovann Ith, 23, sitzt bei seiner Großmutter Somaly Ith, 83, im Wohnzimmer ihrer Wohnung in der Bronx. Der Gebäudekomplex war einst hauptsächlich kambodschanisch, doch inzwischen sind es nur noch fünf Familien. September 2011.

Klassenzimmer für Bürgerschaftskunde und Englisch im St. Ritas Refugee Center in der Bronx, wo viele kambodschanische Flüchtlinge Englischunterricht erhielten, als sie in den Staaten ankamen. Zwar erhielten die meisten Kambodschaner Englischstunden, doch viele waren aufgrund des häufig vorkommenden Analphabetismus und den einzigartigen Umständen ihrer Flucht dennoch nicht in der Lage, die Sprache zu lernen. Oktober 2011.

Thanna Son, 15, und Moleca Mich, 19, in traditioneller kambodschanischer Kleidung. Moleca Mich war die zweitbeste Schülerin ihres Highschool-Jahrgangs und studiert nun im ersten Semester. Wie viele Kambodschanerinnen ihrer Generation spricht sie kein Khmer.

Chhan Hui, 59, mit ihren Enkeln, Keinna Lawrence, 2, und Shania Brown, 6, im Wohnzimmer ihrer Wohnung in der Bronx. Hui wanderte 1982 in die Staaten ein und ist zusammen mit ihrer Schwester die einzige Überlebende ihrer unmittelbaren Familie. Wie viele kambodschanisch-amerikanische Kinder sind ihre Enkel gemischter Abstammung.