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Wir haben Menschen mit Donald-Trump-Tattoos gefragt, warum

Ein amerikanisches Tattoo-Studio bietet kostenlose Trump-Tätowierungen an. Wir haben ein paar Kunden gefragt, warum sie sich den Präsidentschaftskandidaten auf ihrer Haut verewigen lassen.

von Harmon Leon
06 März 2016, 5:00am

An dem Tag, nachdem Donald Trump die Vorwahlen in New Hampshire gewonnen hatte, machte ich mich auf zum Clay Dragon Tattoo Studio in Seabrook, New Hampshire. Inhaber Bob Holmes hatte für einige Schlagzeilen gesorgt, nachdem er öffentlich bekanntgegeben hatte, kostenlos Trump-Tattoos zu stechen.

Holmes, der seit 32 Jahren als Tätowierer arbeitet und noch nie in seinem Leben wählen war, gibt an, dass er in den letzten Wochen bereits 41 Trump-Tattoos gestochen hat—natürlich alle gratis—und die Zahl steige täglich. Allein diese Woche, so erzählt er mir, wäre eine Mutter mit ihrer Tochter vorbeigekommen und hätte sich gewünscht, dass er beiden Trumps Slogan „Make America Great" über die Brust tätowiert.

Alle Fotos: bereitgestellt vom Autor

„Die Leute wählen den Slogan, sie wählen Trumps Kopf, sie wählen abgeänderte Flaggen—sie wollen alles Mögliche", berichtet Holmes. „Hast du jemals dieses Donald-Trump-Bild von ihm als Uncle Sam gesehen? Das würde ich unglaublich gerne mal stechen!"

Bis ich Clay Dragon besuchte, hatte ich noch nie mit Trump-Unterstützern gesprochen. In dem Tattoo-Studio saß ich plötzlich Menschen gegenüber, die sich aus freien Stücken Trumps Gesicht unter die Haut haben stechen lassen. Vier von ihnen habe ich dann gefragt, warum sie sich ihre „Trump Stamps" (Tramp-Stamp = Arschgeweih, du verstehst schon, oder?) haben machen lassen und ob sie es irgendwie bereuen.



Bill, 46, freiwilliger Gesetzeshüter

„Man verpflichtet damit sich zu etwas. Man kann sagen, dass man einen Kandidaten unterstützt; man kann sagen, dass man eine Ansicht oder einen Glauben unterstützt. Wenn man sich aber ein Tattoo stechen lässt—etwas, das für den Rest deines Lebens bleibt—dann ist das eine Verpflichtung. Und ich wollte damit auch ein Statement machen. Ich glaube daran, Amerika groß zu machen, und ich gehe damit sogar so weit, diese Meinung für den Rest meines Lebens mit mir rumzutragen. Die Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, sehen das genau so."

„Die Tätowierung soll zeigen, wie wichtig uns das ist—nicht nur Donald Trump, sondern diese Vorstellung, Amerika wieder groß zu machen. Er hat diesen Spruch in die Welt gesetzt und ich nehme ihn auf und trage ihn weiter—für den Rest meines Lebens. Es macht dabei keinen Unterschied, ob die Tätowierung jetzt umsonst war oder 100 Dollar kostet. Der Preis ist irrelevant. Es ist etwas, an das man glauben kann. Wer will Amerika bitte nicht groß machen?"



Dmitri, 24, Angestellter in einer Pizzeria

„Ich habe die Trump-Tattoos in den Nachrichten gesehen und am gleichen Abend noch angerufen. ‚Willst du den Slogan?', fragten sie mich. ‚Nein, ich will das Gesicht!'"

„Für mich ist das eine Story. In zehn Jahren werde ich den Leuten sagen: ‚Ja, dieser Typ hat wirklich für die Präsidentschaft kandidiert.' Wenn er wirklich Präsident werden würde, dann wäre das eine Sache. Das wäre großartig. Wenn er Präsident werden und dann bei einem Attentat umgebracht werden würde, dann wäre das noch mal eine ganz andere Sache. Oder? So, ‚Alter, ich hab einen toten Präsidenten auf meinem Bein.' Das Tattoo ist ein Win-Win—und ein Win-Win-Win, weil es kostenloste Tinte auf meiner Haut ist."

„Meine Mutter hasst es. Sie findet Donald Trump dumm. Das ist mir egal. Mir ist auch total egal, wer Präsident wird. Ich bin vorbestraft—ich kann überhaupt nicht wählen. Für mich ist das nur eine Story."



Cody, 24, Bauarbeiter

[Anmerkung des Verfassers: Codys Tattoo gehört zu den Aufwändigeren. Es zeigt Donald Trump vor der amerikanischen Flagge, wie er sein Hemd aufreißt und ein T-Superman-Logo darunter freilegt.]

„Es ist einfach was Gestörtes und ich wollte ein neues Tattoo. Das hier ist einfach abgefahren. Alle haben über Trump-Tattoos gesprochen und ich dachte mir nur: ‚Scheiß drauf. Warum nicht?' Trump nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, was er denkt. Das mag ich an ihm. Das, und ich kann Bernie Sanders nicht leiden."



Max, 26, Bauarbeiter

„Ich habe das Porträt vor etwa einer Woche machen lassen. Es hat vielleicht eine Stunde gedauert und es war gar nicht so schlimm. Ich unterstütze Trump. Er steht hinter mir und ich stehe hinter ihm—wortwörtlich. Er ist eine Ikone—er ist Popkultur. Ihn gibt es schon seit meiner Kindheit. Er badet einfach im Erfolg und er ist jemand, zu dem man aufschauen und den man sich als Vorbild nehmen kann. Also ja, ich finde es cool."

„Ich traue keinem der anderen Kandidaten. Mit Trump kann ich was anfangen und ich stimme mit vielen Dingen überein, die er sagt. Ich bin Arbeiter, also unterstütze ich ihn und das, woran er glaubt. Ich vertraue auf das, was er sagt. Während der letzten Wahl hatte ich noch keine Kinder, jetzt habe ich aber Kinder. Ich schaue also in die Zukunft. Es dreht sich alles um meine Zukunft und die Zukunft meiner Kinder. Wenn er nicht dabei ist, dann wähle ich nicht.

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Alle meine arbeitslosen Freunde meinten: ‚Das Tattoo ist dumm. Ich finde das nicht gut. Bla bla.' Alle, die wie ich über 40 Stunden auf dem Bau arbeiten, meinten: ‚Alter, das ist episch! Ich liebe es!' Ich finde, das sagt schon eine Menge aus. Die ganzen Leute, die ich kenne, die den ganzen Tag lang nichts machen, sich von der Regierung durchfüttern lassen, auf ihren Ärschen sitzen und nur abhängen, die hassen es alle. Das sagt doch schon eine Menge aus."

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