Zimmer frei: Wie sich Berliner Hostels an den Flüchtlingen bereichern

Wo einige Hostels keine Flüchtlinge mehr unterbringen wollen, stehen anderen Millionenumsätze ins Haus. Wir haben uns angesehen, wie Hostelbetreiber Menschen in Not ausbeuten—und wie unsere kurzsichtige Flüchtlingspolitik ihnen dabei noch hilft.

"Zimmer frei" hat bei den Webby Awards 2016 einen Webby People's Voice gewonnen. Wir danken allen, die für unsere Doku abgestimmt haben.

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Fünfzigtausend Flüchtlinge werden bis Ende des Jahres in Berlin erwartet—viermal so viele wie im letzten Jahr. Seit Wochen bilden sich lange Schlangen vor der Erstaufnahmestelle am Landesamt für Gesundheit und Soziales; jeden Tag versuchen dort auch ehrenamtliche Helfer, hunderten Neuankömmlingen eine temporäre Bleibe zu organisieren.

Wer keinen Schlafplatz in den überfüllten Notunterkünften mehr bekommt, erhält vom Amt einen Hostel-Gutschein und muss auf eigene Faust loszuziehen, um in einem der rund 390 Berliner Hostels einen Schlafplatz zu finden. Das Hostel: Was als kurzfristige Alternative gedacht war, ist zur Dauerlösung verkommen. Während sich bei den Behörden die Rechnungen stapeln und viele Hostelbetreiber niemanden mehr beherbergen wollen, weil vermietete Zimmer zu spät bezahlt werden, haben sich andere auf die Unterbringung von Flüchtlingen regelrecht spezialisiert. Spezialisiert darauf, aus Menschen in Not mit unlauteren und unmenschlichen Methoden so viel Profit wie möglich herauszuschlagen.

VICE-Host Filippa von Stackelberg hat mit Helfern, Hostelbetreibern, Hausbesetzern und Berliner Politikern gesprochen, Flüchtlinge bei der Schlafplatzsuche begleitet und mit versteckter Kamera recherchiert: wie das mangelhafte Krisenmanagement der Behörden Menschen wochenlang ohne feste Bleibe sitzen lässt, wie sehr das Resultat der deutschen Versäumnisse in der Flüchtlingspolitik ist, warum manche Hostels Millionen Euro daran verdienen und wie erträgliche Alternativen der Unterbringung aussehen könnten.

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