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Sex

Mit diesen Leuten wirst du an der Uni vögeln

Du kannst gerne ein Bingospiel aus dieser Liste machen und im Laufe deines Uni-Lebens abhaken.

von Emma Garland und Joel Golby
26 August 2016, 4:00am

Titelfoto: Jake Lewis

Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abi! Nach all der Plackerei kommt jetzt endlich die Phase der sexuellen Experimente. In deiner neuen Uni-Stadt kennt dich niemand. Du bist wieder ein unbeschriebenes Blatt und kannst ganz von Vorne anfangen. Karriere, Bildung und endlich erwachsen werden sind alles nur vorgeschobene Rechtfertigungen für deine Eltern. Seien wir ehrlich: Am Ende geht ein Studium vor allem darum, möglichst viele Sexpartner auszuprobieren.

Gleich in der Einführungswoche oder auf der Kennenlernfahrt zum Beispiel, wenn alles neu und aufregend ist. Anstand, Gewissen und Moral sind bei Mama und Papa geblieben. In den langen, kalten Wintern, wenn die Tage kürzer und die Bäuche vom bedingungslos frittierten Mensafraß und den Tiefkühlpizzen etwas dicker geworden sind, sehnt sich eigentlich jeder nach körperlicher Nähe. Und dann gibt es noch den "Gold Rush Sex", wenn man kurz vor dem Abschluss steht, bald wegzieht und ein letztes Mal die Freiheit genießt.

Ja, die Studentenzeit ist ein echtes Sex-Buffet. Aber welche Miniwürstchen, Krabbencocktails und faden Eintopfgerichte erwarten dich dort? Nett wie wir sind, haben wir mal alle für dich aufgelistet:

Dein Mitbewohner

Sex mit einem Mitbewohner mutet auf den ersten Blick vielleicht wie die beste Idee überhaupt an. Das lustvolle Abenteuer wartet nur zwei Türen von deinem Zimmer entfernt. Perfekt für eine faule Socke wie dich. Trotzdem: Lass es! Wenn es eine Gefahrenskala für Ideen mit potentiell verheerendem Ausgang gäbe, würden wir uns hier bereits im tiefsten Orange bewegen. Ihr habt vielleicht ein, zwei Mal richtig abgefahrenen Sex, aber wenn es dann doch nicht mehr so cool läuft ... Etwas zu beenden ist manchmal auch schon schwer genug, selbst wenn man sich nicht Klo und Kühlschrank miteinander teilt und es weitere Mitbewohner gibt, die durch die dünnen Wände alles mitbekommen. Aber hey, vielleicht habt ihr schon bald wieder ein freies Zimmer. Bitte gut abwägen!

Das Mädchen mit dem festen Freund in ihrer Heimatstadt

Da sitzt sie an der Theke, kippt einen Sambuca nach dem anderen und beschwert sich bei jedem in Hörweite über ihren Freund, mit dem sie seit der siebten Klasse zusammen ist, der immer noch bei seinen Eltern wohnt und sie bestimmt betrügt. Nach einer Stunde bist du, ist sie, sind alle davon überzeugt, dass ihr Freund der schlimmste Typ auf Erden ist. Eigentlich kann sie gar nicht anders, als ihn mit Fremdgehen zu bestrafen. Das findest du, das findet sie. Du lallst irgendwas in die Richtung von "du hast etwas Besseres verdient", dann folgen etwa sechs Minuten verkrampft-besoffener Geschlechtsverkehr. Keiner kommt. Danach weint sie. Zwei Wochen später steht eine Kante namens René vor deiner Tür und macht dir deine Xbox kaputt.

Dein Dealer

Was du unbedingt über Dealer in Unikäffern wissen solltest, die ihre Geschäfte bei sich zu Hause abwickeln, ist: 1) Sie sind wahrscheinlich ein paar Semester über dir und ihre Ware ist beschissen. Sie werden nämlich von ihren Quellen selbst nach Strich und Faden verarscht, wissen das auch, haben aber keine bessere Alternative und zu viel Angst, sich zu beschweren. 2) Du wirst lange dort rumsitzen und warten müssen, während er dich wiederholt fragt, ob du nicht Lust auf Sex hast. Und anstatt ihm einfach still dabei zuzuschauen, wie er bei Mario Kart Wii den Regenbogen-Boulevard verkackt, sagst du: Och joa, warum eigentlich nicht?

Jemand, der hier wohnt, aber nicht zur Uni geht

Das Komische an typischen Unistädten ist, dass das Leben der Studierenden und der Einheimischen durch eine Art unsichtbare Mauer voneinander getrennt ist. Es gibt Eckkneipen, in denen man als Student sofort als Fremdkörper wahrgenommen wird, und es gibt Studentencafés, um die jeder Einheimische aufgrund der prätentiös und pseudointellektuell aufgeladenen Atmosphäre einen großen Bogen macht.

Früher oder später wirst du aber auf einer Party im einzig annehmbaren Club der Stadt mit einem Einheimischen abstürzen und diese Person zwecks Geschlechtsverkehrs ins Wohnheim schleifen. Was für ein exotisches Früchtchen, denkst du dir. Beim Wohnheim angekommen stellst du aber verwundert fest, dass dein Aufriss den Zahlencode für die Eingangstür schon kennt. "Ah, du lebst im 3. Stock? Ich kenne nur den 1. und den 2. ... Aber die sehen ja auch irgendwie alle gleich aus, nicht?" Als der Mensch dann nach getaner Tat für eine Kippe nach draußen geht—"Ich weiß ja, wie ich reinkomme. Kein Stress!"—durchsuchst du schnell seine Tasche, findest seinen Ausweis und—Scheiße, Alter! Du hast gerade mit einer/einem 38-Jährigen geschlafen!

Jemand aus dem Wohnheim, bei dem postkoitale Verwerfungen zwangsläufig 15 bis 20 Menschen betreffen

Wohnheimflure sind in sich geschlossene, kleine Gesellschaften. Es wird in deiner Zeit dort nur wenige Menschen geben, mit denen du dich mehr verbunden fühlst, als mit diesen acht bis achtzehn Menschen, mit denen du notgedrungen zusammenlebst. Insgeheim hasst du sie eigentlich alle, aber dir bleibt keine andere Wahl. Durch diese unglaublich sensible Zwangskonstellationen hat jeder Kontakt mit benachbarten Wohnheimen oder auch Stockwerken allerdings das Potential, ein gigantisches Feuerwerk zu entfachen. Irgendwie lernt man immer ein paar Nachbarn kennen und geht für einen lustigen Trink- und Spielabend rüber. Einerseits sieht bei ihnen alles genau so aus wie bei euch. Der Grundriss, die Wandfarbe, der graue Linoleumboden. Bei einer Runde Wahrheit oder Pflicht schaust du etwas zu tief ins Glas. Irgendwann berühren fremde Hände intime Zonen, Zärtlichkeiten und Körpersäfte werden ausgetauscht, etc. pp. Soweit ganz schön. Doch dann: Entweder streitest du dich selbst mit deinem Absturz oder jemand anderes von deinem Flur. Jedenfalls werden alle Umstehenden gnadenlos mit reingerissen und dank des diffizilen Sozialgefüges ist die Kacke richtig am Dampfen.

Dieser Typ, der dir so lange die Jeff-Buckley-Version von "Hallelujah" auf seiner Akustikgitarre vorspielt, bis du nachgibst

Vielleicht einer von denen? Foto: imago | Rolf Zöllner

Dieser Typ—und ja, es wird definitiv ein Typ sein—ist einer von der schlimmsten Sorte. Wenn du mal irgendwas anderes als fröhlich bist, taucht diese Kreatur wie aus dem Nichts aus. Er hat einfach die ganze Zeit notgeil darauf gewartet, dass ein Mann nicht nett zu dir ist, damit er mit dir über ihn herziehen und erprobten Schmalz auf seiner Gitarre vorspielen kann. Mit geschlossenen Augen einen Radiohead-Song summend führt er dich schließlich zum Bett.

Ein Mädchen vom Uni-Sport, das härter und stärker ist als du

Wenn im Wald ein Baum umfällt und niemand da ist, um es zu hören, hat es dann überhaupt ein Geräusch gegeben? Und wenn du studierst, ohne dabei fast von einer richtig toughen Studentin mit kurzer Pferdeschwanz-Frisur, einem burschikosen Spitznamen, unfassbaren Ess- und Trinkfähigkeiten und quasi ausschließlich aus Handballhosen und personalisierten Handballpullovern bestehender Garderobe "gepeggt" zu werden, warst du dann überhaupt auf der Uni?

Ein Mädchen, das einen Seidenschal über ihre Lampe hängt, der Feuer fängt, während du sie leckst

Die Schnittmenge zwischen "Leuten mit einem Faible für Räucherstäbchen" und "sexuell sehr aktiven Menschen" liegt bei gefühlten 100 Prozent. Einerseits ist das nett, weil es im Schlafzimmer immer gut duftet, aber andererseits ist es auch scheiße, denn nichts törnt mehr ab, als mit nassem Mund und Schwanz auf Halbmast vor dem Studentenwohnheim zu stehen, während ein wütender Feuerwehrmann das Gebäude nach dem Brandherd absucht. Und dann schickt dir deine Uni eine Rechnung über 800 Euro für den Einsatz und du musst dir zwei Nebenjobs zulegen, um deine Schulden zu bezahlen.

Alle Freunde der Person, mit der du Sex haben willst, aber nicht die Person selbst

Irgendwann triffst du ihn, diesen Menschen, dessen Aussehen so widerwärtig perfekt ist, dass du anfängst, an Gott zu glauben. Diese Person ist völlig unantastbar. Du baust dich selbst schon geistig auf, um was Cooles zu sagen, aber sobald du dich auf einen Meter näherst, kommen aus deinem Mund nur noch Lügen oder Würgegeräusche.

"Hey, den Pulli hab ich auch!", sagst du (hast du nicht). "Ja, den Kurs hab ich auch belegt. Ich kann dir meine Notizen kopieren, wenn du magst." (Hast du nicht und kannst du nicht.) "Was ist denn Kurkuma?" (Argh.) Du weichst darauf aus, dir einen Weg ins Leben der Person zu bahnen, indem du mit dem Freundeskreis abhängst und dich dabei wie ein normales menschliches Wesen verhältst. In der Zwischenzeit hat die wunderschöne Person auf dem Campus ein ebenbürtiges Gegenüber gefunden. Vier Jahre später bist du auf ihrer oder seiner Hochzeit—fürs Gästebuch zuständig.

Die Jungfrau (die Jungfrau ist immer ein Junge)

Nachdem du die Tatsache, dass er dir tatsächlich zuhört, anstatt dir in den Ausschnitt zu schauen, mit Charme verwechselst, kommt es zu einem vielversprechenden Vorspiel. Vielversprechend deswegen, weil er an dieser Stelle noch weiß, was er tut, und weil Hetero-Männer, die schon "richtigen Sex" hatten, absichtlich scheiße im Vorspiel sind. Sie wissen nämlich, dass das, was als Nächstes kommt, viel besser ist (für sie zumindest). Und dann gibt es da ein paar unbeholfene Minuten, in denen er öfter fragt "Wie ist das?", bevor er in seine Hand kommt und du die nächsten drei Wochen der Einladung zu seinen Eltern ausweichen musst.

Der Typ aus deinem Studentenwohnheim, der zwar keine Ahnung vom Flirten hat, aber dennoch offensichtlich auf dich steht und deshalb ganz oft fragt, wo denn "seine Umarmung" bleibt

Irgendwann wirst du seinen Annäherungsversuchen nachgeben. Meistens passiert das um 01:00 Uhr nachts, wenn dich ein Kerl in Jeansjacke gerade sitzen gelassen hat und du draußen eine Kippe anzündest. Dann kommt der Typ runter und fragt mit zittriger Stimme, ob alles OK ist. Schließlich führt eine Sache zur anderen und du merkst richtig, wie sich der Typ vorher den WikiHow-Eintrag zum weiblichen Orgasmus durchgelesen und eingeprägt hat. Und nach dem Akt macht er dann noch irgendetwas richtig Unangenehmes, wie sich zum Beispiel in der Löffelchen-Position richtig eng an dich ranzukuscheln und dich dabei "Schatz" zu nennen.

Abgewrackte D-Promis, die kurz vor ihrem endgültigen Karriereende noch mal als "DJs" durch die Unis des Landes touren

Egal wie schlecht die Übergänge der vorgefertigten 80er-Hits-Playlisten und wie schmierig die "lustigen" Anekdoten auch sein mögen, irgendwie schaffen es diese Menschen trotzdem, sich am Ende des Abends irgendeine der anwesenden Damen auszusuchen und ins Bett zu kriegen. Und das schließt auch dich mit ein.

Der Wohnheim-Aufseher-Nerd, der trotz seines relativ hohen Alters immer noch im Wohnheim lebt und dessen einzige Aufgabe scheint, wegen des Lärmpegels und des nicht erledigten Abwaschs herumzuschreien

Je nachdem, wen man fragt, heißen diese Leute entweder "Wohnheim-Aufseher" oder "Vollidiot". Im Grunde handelt es sich bei ihnen aber einfach nur um ältere Studenten, die am Lernstoff wiederholen sind und eigentlich nur dann auftauchen, wenn sie in einer Warnweste lautstark die Brandschutzübung leiten. Eines Abends—wahrscheinlich irgendwann um Weihnachten herum—lassen sie sich dann neben dir auf der Gemeinschaftscouch nieder, greifen sich an den Nasenrücken und meinen mit zusammengekniffenen Augen: "Weißt du, ich glaube, ich bin hierfür nicht gemacht." Dann teilt ihr euch eine Flasche Billigwein und landet im Bett. Anschließend sind sie erstmal wieder für sechs Wochen verschwunden, bis sie um 01:00 Uhr plötzlich an deiner Tür klopfen und dich anweisen, die Lautstärke des Fernseher runterzudrehen. Was soll das, Alter? Du hast schon mal mein Arschloch gesehen. Zeig mehr Respekt.

Niemand

Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass du zwei oder drei der sexuellen Szenarien dieses Artikels abhakst und dann gegen Ende des ersten Semesters deinen Uni-Freund beziehungsweise deine Uni-Freundin kennenlernst. Dabei handelt es sich entweder um einen Kapuzenpullover tragenden, unscheinbaren Typen namens Tobias oder ein langweiliges Mädchen mit perfekt sitzendem Haar namens Laura. Ihr bleibt dann für die kommenden drei Jahre zusammen, geht gemeinsam zu Uni-Veranstaltungen und verbringt den Sommer damit, mit dem Zug quer durchs Land zu fahren, um euch sehen zu können. Ihr glaubt dabei noch an die echte Liebe und wenn ihr euch im dritten Jahr dann abends ins Bett legt und ganz fest Händchen haltet, dann redet ihr über eure Zukunft, eure zukünftigen Kinder, eure baldigen Jobs in der Großstadt, eure Hochzeit und euer gemeinsames Haus.

Sorry, dass ich euren Traum jetzt platzen lassen muss, aber ihr werdet beide euer Studium beenden, zurück in euer jeweiliges Heimatkaff ziehen, erkennen, wie langweilig eure Beziehung eigentlich ist, und das Ganze deshalb auf total unemotionale Art und Weise beenden. Und genau dann wird es dir unglaublich peinlich sein, wie oft ihr euch gegenseitig vom Uni-Sport abgeholt habt, um euch in der sicheren, kleinen Studiums-Blase nach Hause zu bringen. Wenn dich schließlich der Ernst des Lebens bei deinem beschissenen Bürojob im Genick packt, dann wirst du erkennen, dass du die besten Jahre deines Sexlebens auf nur eine einzige Person verschwendet hast, mit der dann nicht mal etwas anderes drin war als die Missionarsstellung. Herzlichen Glückwunsch!