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Anonymous-Aktivisten greifen den Ku-Klux-Klan an

Nachdem der Ku-Klux-Klan die Demonstranten in Ferguson als Terroristen beschimpft und ihnen mit „tödlicher Gewalt“ gedroht hatte, haben Anonymous-Aktivisten am Wochenende OpKKK gestartet.
18.11.14
​Demonstranten in Anonymous-Maske bei einem Ferguson-Protest. Bild: Steven Sweetleaf | Flickr​

Nachdem Mitglieder des Ku-Klux-Klans Flyer verteilt haben, auf denen sie den Demonstranten in Ferguson mit „tödlicher Gewalt" drohen, haben Anonymous-Aktivisten nun zurückgeschlagen: Im Namen der immer noch andauernden Proteste gegen Polizeigewalt und rassistische Diskriminierung in und um St. Louis haben einige Hacker, die im Namen von Anonymous agieren, am Wochenende OpKKK gestartet.

Die Hacktivisten griffen dabei eine Reihe von Webseiten des Ku-Klux-Klans wie kkk.com, unskkk.com und traditionalistamericanknights.com mit DDoS-Attacken an. Die Seiten gingen sofort offline und sind zumindest teilweise bis heute nicht zu erreichen.

​Auch mindestens zwei Twitter-Accounts sind angegriffen worden: @KuKluxKlanUSA und @YourKKKCentral. Dort wird der geneigte Nutzer nun mit den typischen Expect-Us-Anon-Botschaften oder Anti-KKK-Hymnen begrüßt.

​Der KKK hatte in seiner rassistischen Propaganda zuvor ​behauptet, dass die Ferguson-Demonstranten nichts anderes als Terroristen seien, die nur vorgeben würden, friedlich zu sein. In bewährt schwer nachvollziehbarer, verdrehter Logik drohte der KKK dabei mit Konsequenzen „wegen der Aktionen gegen die friedliebenden und gesetzestreuen Bürger Missouris."

Auch wenn die Anonymous-Hacktivsten in einem ​YouTube-Video behaupten, das Recht auf Redefreiheit des KKK zu respektieren, hatten die Hacktivisten entschieden, dass die Androhung von körperlicher Gewalt entschieden zu weit ging—insbesondere im Angesicht der rassistischen Spannungen von Ferguson, die durch den Tod des afroamerikanischen Teenagers durch den Polizisten Darren Wilson ausgelöst worden waren. Während manche Anonymous-Hacktivisten sich mit ihren Aktionen in der Vergangenheit durchaus im Sinne von neurechter Ideologie positioniert haben, so scheinen die Hacker, die hier im Namen von Anonymous auftreten, diesmal eine klare anti-rassistische Agenda zu verfolgen.

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OpKKK reiht sich dabei nahtlos neben ​OpFerguson ein, die schon kurz nach dem Tod von Brown gestartet wurde. Damals wurde die Einführung von Kontrollmaßnahmen in der Führung von US-Polizisten gefordert. Außerdem drohten die Anons damit, interne Informationen über die Polizei von Ferguson zu veröffentlichen, sollte die Polizei auf die Proteste mit Gewalt reagieren. Der ​OpFerguson Twitter-Account hat in den vergangenen Tagen auch die Aktionen von OpKKK unterstützt und beworben.

Während die DDoS und Twitter-Attacken erfolgreich waren, so ist nicht eindeutig klar, welche kompromittierenden Daten Anonymus gegen den KKK sammeln konnte. Die Betreiber des @OperationKKK Twitter-Accounts behaupteten in Direktnachrichten, persönliche Informationen über Mitglieder der KKK gesammelt zu haben, ohne spezifizieren zu wollen, wie sie an diese Daten gelangt seien.

Ein Datenberg, den Motherboard einsehen konnte, und der in einer IRC-Chatgruppe des OpKKK-Teams verlinkt worden war, enthielt kaum mehr als einige E-Mail-Adressen angeblicher KKK-Member. Ein YouTube-Video, dass ursprünglich von einer australischen Anonymous-Gruppe gepostet worden war, zeigte außerdem einige Social Media Profile und andere persönliche Daten angeblicher KKK-Unterstützer.

Der OpKKK-Twitternutzer erklärte mir gegenüber, dass die Anons momentan noch dabei seien, weitere Informationen zu sammeln und diese zu überprüfen: „Die Daten sind momentan noch geheim, da wir sicherstellen wollen, dass alle Informationen 100% korrekt sind, bevor wir sie irgendwo veröffentlichen. Der KKK behauptet, keine Angst zu haben, aber nachdem das Video veröffentlicht wurde, haben sie ihre persönlichen Daten geändert."

„Zu den Daten, die wir bisher sammeln konnten, gehören auch Facebook-Accounts von KKK-Mitgliedern, E-Mail-Konten, Twitter-Nutzer, etc."

Die Hacktivsten behaupteten außerdem, dass schon innerhalb der nächsten Stunden weitere Informationen veröffentlicht werden. Sie scheinen dabei darauf zu hoffen, dass es ihnen durch das eigenmächtige Entblößen der KKK-Mitglieder gelingt, ein Ende der Gewaltdrohungen herbeizuführen. Der OpKKKler auf Twitter erklärte, dass die Angriffe aufhören würden, „wenn die Bürger von Ferguson wieder in Freiheit leben und friedlich demonstrieren können, ohne von Organisationen wie dem KKK bedroht zu werden."

Unterdessen wird mit einem staatlichen Urteil im Fall der Todesschüsse gegen Brown in der nächsten Woche gerechnet.