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Schnelle Hilfe nach Pariser Anschlägen: Facebook schaltet Safety-Check frei

Mit dem Tool kann jeder sofort einsehen, ob es den eigenen Facebook-Freunden gut geht, die sich im Umkreis der Anschläge aufhielten.
Bild: Imago

Wenige Stunden nach der schrecklichen Anschlagsserie von Paris hat Facebook reagiert und den Safety Check „Paris Terror Attacks" aktiviert. Das Tool bietet einen schnellen Überblick darüber, ob eigene Facebook-Freunde von den Anschlägen betroffen sind, und ob diejenigen, die sich in der Nähe der Anschlagsorte aufhielten, in Sicherheit sind.

Bereits Freitagnacht bekamen alle Facebook-Nutzer im Umkreis von circa 20 Kilometern von dem sozialen Netzwerk mitgeteilt, dass sie den Safety Check nutzen können, um ihren Freunden mit einem Klick mitzuteilen, dass es ihnen gut ginge.

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Die englische Seite des Facebook Safety Checks

Facebook ermittelte den Aufenthaltsort der Nutzer basierend auf den GPS-Daten der Smartphone-App bzw. den Standortdaten von W-Lan und Internetanschlüssen bei Desktop-Usern. Sobald jemand im Facebook Safety Check bestätigte, in Sicherheit zu sein, bekommen alle Freunde von dem sozialen Netzwerk automatisch eine entsprechende Benachrichtigung gesendet.

Wenn ihr Freunde habt, die sich während der Anschläge in Paris aufgehalten haben, könnt ihr hier ihren aktuellen Status beim Safety Check prüfen. In einer übersichtlichen Liste wird dort angezeigt, wer in Sicherheit ist und auch, wann die Markierung erfolgte.

Aktuelle Informationen über die Hintergründe und Entwicklungen in Paris findet ihr bei VICE News

Der Safety Check zeigt auch an, welche Freunde sich im Umkreis der Anschläge aufhielten, aber noch nicht in dem Tool angegeben haben, wohlauf zu sein. Die Markierung eines Profils als „in Sicherheit" kann dabei auch von Freunden für andere durchgeführt werden, beispielsweise nach dem man sich telefonisch versichert hat, dass alles ok sei. So sollen sich die wichtigen Informationen schnell über das soziale Netzwerk in einen möglichst großen Bekanntenkreis verteilen.

Bisher wurde das Tool nur nach Naturkatastrophen eingesetzt.

Ein Facebook-Sprecher erklärte nach der Anschlagsserie, dass das soziale Netzwerk den Safety Check erstmals in einer solchen Situation anbiete. Im vergangenen Jahr wurde das Tool fünf Mal nach Naturkatastrophen aktiviert, unter anderem Ende Oktober nach dem verheerenden Erdbeben im Nordosten Afghanistans und nach dem Beben in Nepal. Mit dem „Disaster Message Board" hat Facebook bereits 2012 in Japan einen Vorläufer des Safety Checks getestet.

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Während einige Nutzer dem sozialen Netzwerk heute vorwarfen, das Tool nur selektiv zu aktivieren, wenn „reiche Länder" betroffen seien, wiesen andere zu Recht darauf hin, dass der Safety Check weltweit bereits in unterschiedlichsten Gebieten angeboten wurde.

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Die Kriterien nach denen Facebook auswählt, wann das Tool aktiviert wird, sind zwar bisher nicht genauer bekannt, aber fest steht, dass zahlreiche Nutzer äußerst dankbar waren, nach dieser schrecklichen Pariser Nacht so schnell zu wissen, dass ihre Angehörigen, Freunde und Bekannten in Sicherheit sind.

Die deutsche Botschaft hat unter 0033- 153 83 4500 eine Hotline für weitere Informationen aus Paris eingerichtet und auch die Stadtverwaltung von Paris bietet unter 0033-0800-40 6005 eine Notfall-Hotline für Angehörige.