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Eine neue chinesische Drohne soll Klausur-Schummler ausmerzen

Der Kampf Uni gegen Studenten läuft schon längst auf hoch technologisierter Ebene.

von Christine Kewitz
03 Juni 2015, 8:43am

Bild: imago

Chinesische Universitäten haben ein Betrugsproblem. Jedes Jahr zur Zeit des Gaokao, der nationalen Aufnahmeprüfung für die Universitäten, herrscht unter den zukünftigen Studenten ein enormer Druck. Während dieses Auswahlverfahrens wird über Erfolgschancen und Karrieren entschieden, denn nicht jede Uni bietet die gleichen Möglichkeiten und erst recht nicht jeder der neun Millionen Anwärter bekommt auch einen Studienplatz.

So ist Spicken ein verbreitetes Mittel, um einen guten Abschluss zu erreichen. Doch die Behörden halten dagegen. Besonders einfallsreich ist dabei die Stadt Luoyang, die einfach eine Überwachungsdrohne in den Kampf gegen das Abgucken schickt.

Spicken bedeutet beim Gaokao jedoch schon längst nicht mehr, Zettel mit mathematischen Formeln im Klo zu verstecken oder sich Eselsbrücken auf die Handinnenflächen zu schreiben. Der Betrug in den chinesischen Prüfungen findet auf technologisierter Ebene statt und treibt spektakuläre Blüten vollständig unsichtbarer Vorsage-Gadgets. So lassen sich einige verzweifelte Teilnehmer die richtigen Antworten per Funksignal an versteckte Minikopfhörer im Ohr senden, die so winzig sind, dass sie sich nur mit Hilfe eines Magnets entfernen lassen.

Lernen für Gaokao. Bild: imago

Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Behörden aufrüsten. Seit einem ersten Testflug am 29. Mai zieht nun eine Drohne in den Kampf gegen das Vorsagen und ortet die Funksignale über den Köpfen der Studenten. Der spezielle Hexacopter, hergestellt von einem chinesischen Technikunternehmen, kann eine Flughöhe von bis zu 500 Metern erreichen, hat einen Flugradius von einem Kilometer und überwacht die Teenager mit den rauchenden Köpfen mittels 360-Grad-Scan.

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Sobald die Drohne verdächtige Signale empfängt, schickt sie die Daten an einen Kontrollcomputer oder ein Tablet, dessen Anzeige die Quelle des Betrugs ortet. Der jeweilige Student lässt sich nun leicht aus der Masse herauspicken und aus der Prüfung nehmen.

Die Examensdrohne. Bild: Sina Weibo

Der Testflug scheint ein Erfolg gewesen zu sein, denn die Examensteilnehmer rüsten in alter Tradition ebenfalls auf. Bisher mussten sie sich schon gegen Fingerabdruckscanner behaupten, die ihre wahre Identität überprüfen sollten. Im Gegenzug kamen einige Teilnehmer nun mit integrierten Scannern an der Brille, Stiften mit eingebauter Kamera oder auch einer ungewöhnlichen Kombination aus Portemonnaie, Plastikflasche und Empfangsgerät.

Vielleicht lassen sich durch besonders geschickte Spick-Innovationen ja auch talentierte IT- oder Physikgenies ausmachen. Die Drohne ließe sich also gleichzeitig noch als Headhunter für besondere Talente einsetzen.

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