TV-Koch

Tim Mälzer, der Anti-Geschäftsmann

Der TV-Koch hat eine wunderbar-kuriose Pleite in NY hingelegt, von der er erst Monate später erfuhr. Zeit für ein Lob.
19.12.16
Der doppelte Mälzer, Bild via Imago.

Die Frau, der Tim Mälzer zum ersten Mal unter den BH ging, tut ihm bis heute noch leid. Er mochte das „weiche Brustfleisch" und wollte sehen, wie weit er es drehen konnte. „Das war Hu-Hu", fasst er das Erlebnis zusammen. Wortgewandt war er nie, doch sein Herz liegt ihm auf der Zunge, so geht doch das Sprichwort. Deswegen ist er immer ein gern gesehener Gast in Talkshows, langweilig wird es mit ihm nie. Und so saß er mal wieder in der Sendung von Markus Lanz, der Gelfrisur unter den deutschen Talkmastern.

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Es gibt eine Person, die Mälzer noch mehr leid tut, als diese Frau aus seiner Vergangenheit und das ist sein Steuerberater. Da sitzt er nun und sagt diesen unglaublichen Satz: „Ich weiß wirklich nicht, was ich einnehme und ich weiß wirklich nicht, was ich ausgebe". Der Steuerberater ruft ihn an, wenn seine Ausgaben aus dem Ruder laufen, so ist es wirklich. Mälzer hält sich nicht für klug im klassischen Sinne - obwohl er in der Grundschule einen Vorlesewettbewerb in Plattdeutsch gewann - „straßenschlau" sei er aber, sagt er über sich. Er habe einen „Riecher" für gute Gelegenheiten und er liebt New York. Er hatte dort einen Laden, der immer größer, wichtiger wurde dann, oh, „nicht mehr zu wuppen das Projekt" und zog sich daraus zurück. 80 Prozent der neuen Restaurants gehen in den ersten sechs Monaten Pleite in New York, dozierte Lanz dazwischen. Eine Menge Geld hat er dort verloren, macht nichts, denn mit der Pleite hätte er es geschafft „endlich mal zur Mehrheit" zu gehören.

Die Stadt wollte er aber nicht aufgeben und so investierte er in einen kleinen Italiener auf der Chrystie Street in Manhatten, ihm gefiel der Laden. Vor etwa zwei Wochen rief er dort an, er wollte hören, wie die Geschäfte dort so laufen und dann hat man ihm gesagt, dass es den Laden seit zwei Monaten schon nicht mehr gäbe.

Tim Mälzer mag sich für seine „Eingeschränktheiten", so muss er nicht über die Verantwortungen nachdenken, die er hat, so macht er, was ihn reizt, er brauche immer was neues in seiner ADHS-Art, sagt er. Mal kommt dabei etwas unbestritten gutes heraus, wie das „Madame X" in Hamburg, einer der besten Läden der Stadt, mal eine Pleite. Man könnte Mälzers Verhalten furchtbar naiv finden–oder aber furchtbar sympathisch.