Anzeige
leben im rampenlicht

Warum Cristiano Ronaldo Jr. nicht vor die Kameras gehört

Cristiano Ronaldos Sohn posiert auf Instagram und ist regelmäßig bei öffentlichen Auftritten zu sehen, wo er vor Kameras den Mittelfinger zeigt oder Erzrivale Messi feiert. Kein Wunder, denn der Medienzirkus ist nichts für Fünfjährige.

von Jermain Raffington
16 Oktober 2015, 11:00am

Screenshot instagram.com/cristiano

Wenn es eine Sache gibt, von der Cristiano Ronaldo nicht zu wenig hat, dann ist es Selbstvertrauen. Doch auch ein riesiges Ego kann angekratzt werden. Vor allem, wenn sich der eigene Nachwuchs gegen einen stellt. Allein diese Woche tauchten gleich mehrere Videos auf, deren Hauptfigur nicht der Weltfußballer, sondern sein Sohnemann Cristiano Ronaldo Jr. war. Sie wurden von den Medien ausgeschlachtet, verurteilt und kritisiert.

Mal zeigt der Fünfjährige seinem Vater den Mittelfinger während einer Preisverleihung, mal vergisst er seinen vollen Namen und mal lässt der Kleine raushängen, dass er ausgerechnet Fan von Ronaldos größtem Rivalen Lionel Messi ist. Aber sind wir mal ehrlich, welcher Fünfjährige macht das nicht und welches Kind ist kein Messi-Fan? Doch bei einem gewöhnlichen Kind in seinem Alter stehen nicht unzählige Fotografen und Fernsehkameras parat, um jeden Fehltritt des Vaters oder eben auch seines Sohnes einzufangen.

Doch im Hause Ronaldo werden Fehltritte nun mal nicht akzeptiert, weswegen der Senior die Szene, in der der Junior seinen Namen nicht aufsagen kann, kurzerhand aus dem kommenden Kinofilm entfernen ließ.

Tatsächlich kann sich das Verhalten seines Sohnes für Ronaldo Senior in Zukunft zu einer unkontrollierbaren Situation entwickeln—und das wäre einzig und allein die Schuld vom Vater selbst. Man muss sich nur mal vorstellen, wie sein kleiner Racker in der Pubertät sein wird, wenn er sein Leben weiter im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit verbringen wird.

Das zeigt alleine die Eigenwilligkeit des Filius auch während der Verleihung des Goldenen Schuhs. Noch bevor der Papa seine Ansprache halten konnte, löcherte klein Ronaldo seine Großmutter, wie viele Goldene Schuhe Messi hätte. Eine Frage, die sie „geschickt" versuchte zu umgehen. „Ich möchte nichts über Messi hören! Dein Vater hat drei Balon D'Ors und vier Goldene Schuhe!" Damit schien die Sache für sie erledigt zu sein. Vorerst. Doch dieser Ausbruch wird nicht der Letzte gewesen sein. Aber woher kommt die Revolte des Eigengewächses?

Es sind Trotzreaktionen eines Fünfjährigen, dem der Rummel um die Person seines Vaters zu viel zu werden scheint. Ein Junge, der sich zu jedem Zeitpunkt einer unglaublichen Medienpräsenz ausgesetzt sieht, dabei von den scharfen Linsen der Paparazzi beäugt und auf Schritt und Tritt von TV-Kameras eingefangen wird. In letzter Zeit begleitet der Kleine den Vater immer häufiger bei öffentlichen Auftritten. Man muss kein Erziehungswissenschaftler sein, um festzustellen, dass dies kein geeignetes Umfeld für einen kleinen Jungen ist.

Doch Ronaldo hat sich diese Situation selbst eingebrockt. Er ist ein alleinerziehender Vater, ein Weltstar mit Millionen von Fans. Wenn man sich als eine solche Person dazu entscheidet, seinen Sohn der rauen Medienwelt auszusetzen, dann führt es irgendwann zwangsläufig zu einem Kollaps. Ronaldo ist sicherlich alles andere als ein schlechter Vater und man sieht ihm die Liebe zu seinem Sohn an. Doch aus den zahlreichen Bildern von seinem Sohn auf Instagram wurden gemeinsame Besuche zu Preisverleihungen und diverse Szenen in Dokumentationen. Wenn er sich bewusst dafür entscheidet, dass sein Sohn genauso im Rampenlicht stehen soll wie er selbst, sei es aus Stolz oder welchem Grund auch immer, dann sollte er sich nicht über das Resultat wundern.

Vergleicht man Cristiano Ronaldo und die Zurschaustellung des eigenen Sohnes mit anderen Superstars, wird einem schnell klar, dass die frühe Öffentlichkeit den Promi-Kindern selten gut tut. Aber Ronaldo lässt sich auch hier nicht reinreden, was sein gutes Recht ist. Aber wäre es nicht besser, wenn das Kind über Lionel Messi schwärmt und munter den Mittelfinger zeigt ohne, dass es eine Kamera sieht? Mit 18 kann der kleine Junior dann ja selbst entscheiden, ob er das Rampenlicht wirklich will.

Folgt Jermain auf Twitter & Instagram: @jayraff