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Die Pokémon-Jagd ist eröffnet: Pokémon Go-Downloads gehen in die Hunderttausende

Noch nie wurden in Deutschland so viele Pokémons gesichtet wie in den letzten 24 Stunden.

von Motherboard Staff
07 Juli 2016, 8:45am

Pokémon Go erobert Deutschland im Sturm. In der Nacht zu gestern hatte Entwickler Niantic das wohl am sehnlichsten erwartete Mobile Game des Jahres heimlich, still und leise in den App Stores von Australien, den USA und Neuseeland freigeschaltet. Es dauerte allerdings nicht lange, bis sich der Hype um das Augmented Reality-Game rasend verbreitete und auch deutsche Nutzer begannen, mit Hilfe eines kleinen technischen Kniffs die App noch vor der offiziellen Veröffentlichung in Deutschland auf ihren Android-Geräten zu installieren. Allein über Chip.de wurde die APK-Datei der App innerhalb von 24 Stunden bereits knapp 250.000 Mal heruntergeladen.

Gestern machten dann bereits massig Pokémon-Jäger die Straßen ihrer Heimatstadt unsicher—denn das innovative Augmented Reality-Prinzip treibt Gamer auf die Straße, wo sie mit aktivierter Smartphone-Kamera und eingeschaltetem GPS ihre Umgebung nach den kleinen Fantasiewesen absuchen, die bisher nur in Video- und Kartenspielen ihr Unwesen trieben.

Nun sind Pokémons Teil einer gigantischen digitalen Schnitzeljagd und dürfen so lange gejagt werden, wie der Akku reicht. Anhand einer auf Google Maps basierenden Karte, auf der die bekannte Umgebung in verschiedene Landschaftstypen eingeteilt ist, startet man seinen Spaziergang. Befindet sich ein Pokémon in unmittelbarer Nähe, vibriert das Smartphone und das Pokémon erscheint auf der Karte.

So verändert es dein Leben und deine Stadt, wenn du tagelang ein AR-Game zockst

Die technischen Möglichkeiten aktueller Smartphones werden dabei so gut ausgereizt wie es geht: Die Position des Spielers zum Pokémon wird so berechnet, dass er es auch nicht mehr sieht, wenn er sich umdreht. Außerdem wirft das kleine virtuelle Wesen einen Schatten auf die von der Smartphone-Kamera eingefangene reale Umgebung. Die grafischen Ergebnisse fallen dabei noch höchst unterschiedlich aus, sind teilweise aber bereits wirklich beeindruckend.

Der Spieler muss nun per Streichgeste einen Pokéball abfeuern, um das Pokémon einzufangen, darf dabei aber nicht zu weit daneben liegen, da es sonst möglicherweise das Weite sucht. Das erste Pokémon wartet dabei auf den Spieler stets in unmittelbarer Nähe. So konnten wir unseren ersten Fang im Garten unmittelbar vor der Tür unserer Redaktion machen—da er direkt an der Spree liegt, war die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass es ein Wasser-Pokémon sein würde. Und siehe da: Wir fingen Schiggy.

Eingefangene Monster werden automatisch dem Pokédex zugerechnet, man kann hier also bestens seiner Sammelleidenschaft frönen. Hat ein Spieler Level 5 erreicht, kann er seine Pokémon in einem Team gegen die von anderen Spielern antreten lassen. Dazu muss er eine sogenannte Arena aufsuchen.

Eine Arena ist ebenso wie die wichtigen Pokéstops, an denen man unter anderem neue Pokébälle oder Pokémon-Eier bekommt, an prägnanten physischen Orten in der Stadt verteilt, das können Denkmäler, Sehenswürdigkeiten oder auch ein auffälliges Graffiti sein. Nicht zufällig erinnert dieses Gameplay an das Augmented-Reality-Spiel Ingress, welches ebenfalls von Niantic, das als internes Start-up von Google gestartet worden war, entwickelt wurde.

Pokémon Gó wird in der einfachen Version kostenlos bleiben, allerdings kann man durch eine Ingame-Währung, welche wiederum echte Euros kostet, zusätzliche Features freischalten. Für die Hardcore-Fans des Spiels soll es außerdem ein Controller-Armband namens Pokémon Go Plus zu kaufen geben, welches die Spielerfahrung um einiges komfortabler als mit dem Smartphone machen dürfte.