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Am Wochenende erreicht der diesjährige Geminiden-Schauer seinen Höhepunkt

In der Nacht zum Montag werden wieder über 100 Sternschnuppen pro Stunde in die Erdatmosphäre eintreten.

von Christine Kewitz
11 Dezember 2015, 11:38am

Der Geminidenschauer. Bild: Wikipedia, Asim Patel | CC BY-SA 3.0

Auch wenn das laue Wetter kaum Weihnachtsstimmung aufkommen lässt, beschert uns der Sternenhimmel in der Nacht vom dritten Advent ein festliches Erlebnis. Dieses Wochenende erreicht uns nämlich der Höhepunkt des diesjährigen Geminiden-Schauers, dem rechtmäßigen Star unter den Meteoren-Duschen.

Der Anstieg des Geminiden-Schauers zieht sich bereits über einige Tage spannungsgeladen und recht langsam hinweg, bis er uns am 13. Dezember einen wahren Sternschuppenregen in den Nachthimmel zaubern wird. Sein Ende geht nach diesem Höhepunkt dann allerdings ziemlich rasch von statten.

Die besten Chancen für die Beobachtung der vollkommenen Pracht bestehen in der Zeit von Sonntag Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden des Montag und das natürlich vor einem möglichst dunklen Nachthimmel. Da wir uns am Sonntag kurz nach Neumond befinden werden, und der Mond lediglich zu drei Prozent sichtbar ist, herrschen perfekte Verhältnisse für eine romantische Himmelsbeobachtung.

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Die Aktivität der Geminiden hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich erhöht, so dass der aktivste Meteorstrom des Jahres mittlerweile bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde aus dem Sternbild Zwillinge in die Erdatmosphäre streut. Wir können also jede Menge Weihnachtswünsche abschicken und das sogar schon in den frühen Abendstunden.

Der Radiant der Geminiden, also der Punkt am Himmel, dem der Meteorschauer zu entspringen scheint, befindet sich nahe der hellen Sterne Castor und Pollux.

Bild: Wikimedia, AstroFloyd | CC BY-SA 3.0

Die Menge der Geminiden-Sternschnuppen übertrifft mittlerweile sogar die der jährlichen Perseiden, die auch unter dem schönen Namen Larentiustränen bekannt sind und im August auftreten. Im Dezember 2013 konnte man während der Geminiden gar Fallraten von bis zu 140 Sternschnuppen pro Stunde zählen. Doch nicht nur die Menge ist beachtlich, die Meteorite sind auch in ihrer Pracht besonders eindrucksvoll, da sie viele helle, typischerweise gelb-weiß leuchtende Sternschnuppen hervorbringen.

Bei ihrer Reise durch den Orbit kommt die Erde an verschiedenen kosmischen Trümmerhaufen vorbei, Ansammlungen kleiner Partikel, die Kometen im Laufe der Zeit verloren haben. Bei den Geminiden handelt sich um eine, die Sonne umkreisende Staubwolke, die ihren Ursprung in einem Asteroiden hat. (Nicht wie bei den meisten anderen Meteorschauern in einem Kometen.)

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Der Ursprung der Geminiden führt auf den 1983 entdeckten Asteroid namens 3200 Phaeton zurück. Er zieht seine Bahn ähnlich der eines Kometen um die Sonne und kreuzt die Erdbahn dabei von außen her. Durch seine starke Annäherung von 21 Millionen Kilometern an die Sonne (er kommt ihr damit näher als jeder andere Asteroid) heizt sich seine Oberfläche auf Temperaturen von bis zu 750 Grad Celsius auf.

Seine Bahn ist die gleiche wie die der langgezogenen Staubwolke, welche den Geminiden-Schauer hervorruft, und seine Oberfläche besteht im Gegensatz zu der eines Kometen aus festem Gestein und zeigt schwache Anzeichen von Materieemissionen. Diese Tatsachen und seine relativ geringe Masse verglichen mit der Gesamtheit der Geminiden, verleiteten Astronomen zu der Theorie, dass ein Auseinanderbrechen Phaetons zu der Geminiden-Staubwolke geführt haben könnte.

Die Geminiden wurden im Jahr 1862 zum ersten Mal entdeckt und scheinen vorher wohl kaum in bedeutender Weise aufgetreten zu sein. Seitdem ist der Meteorenregen jedoch jedes Jahr konstant angewachsen. Heute können bei seinem Auftreten sogar über hundert Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Der Grund für die kontinuierliche Zunahme der Himmelsereignisse liegt vermutlich darin, dass sich der Orbit der Geminiden-Meteore in seinem Schnittpunkt mit der Erdbahnebene durch die Schwerkrafteinwirkung von Jupiter und Erde verschiebt.

Während der Schnittpunkt im Jahr 1700 noch um die 20 Millionen Kilometer innerhalb des Erdorbits lag, näherte er sich bis zum Jahr 1900 auf knapp drei Millionen Kilometer an, um dann im Jahr 2100 wiederum 16 Millionen Kilometer außerhalb der Erdbahn aufzutreten. Der Meteorschauer ist damit also eine vorübergehende Erscheinung, und wir dürfen uns glücklich schätzen, seine volle Schönheit erleben zu dürfen.

Früher hielt man Meteore übrigens für „Putzabfälle" von Sternen. Der Name Schnuppe ist im nord- und mittelhochdeutschen ein Synonym für den verkohlten Docht einer Kerze. Wenn das nicht zum Wünschen anregt...