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Warum in Metal Gear Solid V auf einmal alle für die nukleare Abrüstung kämpfen

Spieleentwickler Hideo Kojima hat ein soziales Experiment aus dem Spiel ins echte Leben geholt.
1.12.15
Bild: Konami

Das Universum des Spieleentwicklers Hideo Kojima ist ein im besten Sinne chaotisch-sozialkritisches, und sein jüngstes Spiel Metal Gear Solid V: Phantom Pain wird nicht nur von Kritikern für sein phantasievolles Gameplay, seinen kruden Humor und seine kreativen Details gelobt, sondern auch von über 5 Millionen Spielern innig geliebt.

Schon häufiger enthielten die einzelnen Teile der Metal Gear Solid-Reihe direkte Kritik an einer Welt, die Gefahr läuft, durch eine bis an die Zähne mit tödlichen Kernwaffen aufgerüsteten Menschheit zu eskalieren. In einem neuen, geheimen Feature, das Konami vor sechs Tagen verkündete, können die Spieler nun eine geheime Cutscene sehen und einen Alternativ-Narratie entdecken—wenn sie sich zusammentun und ihre gesamte Spielwelt vollständig nuklear abrüsten.

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Kojima ist alles zuzutrauen: Ist die erste Kopftransplantation der Welt nur ein PR-Gag für Metal Gear Solid V?

Wurde der Bau von Kernwaffen ursprünglich als Abwehrmechanismus zum Schutz der eigenen Basis entdeckt (es können nur Spieler, die ebenfalls Atomwaffen besitzen, deine Basis betreten), nehmen nach Konamis Ankündigung nun [bandenmäßige Überfälle]( bandenmäßige Überfälle ) auf Kernwaffendepots anderer Spieler stetig zu. (Im Gegensatz dazu versuchen Troll-Gruppen, so viele Waffen wie möglich in ihre Gewalt zu bringen, um dieses friedvolle Szenario um jeden Preis [zu verhindern](Im Gegensatz dazu versuchen Troll-Gruppen, so viele Waffen wie möglich in ihre Gewalt zu bringen, um dieses friedvolle Szenario um jeden Presi zu verhindern)). Wer vergessen hat, wie man die Nuklearwaffen anderer Spieler stiehlt und entschärft, kann es sich hier noch einmal angucken:

Das Ziel scheint ambitioniert, vielleicht sogar unmöglich. Doch bislang sieht es so aus, als würden die Spieler zum größten Teil mitmachen: Die Anzahl der Atomwaffen sank in den letzten Tagen rapide. Seit heute sind die Nutzer der Xbobx360 haarscharf am Traum einer atomwaffenfreien Welt dran: Nur noch 35 Atomwaffen befinden sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch auf den Servern. Die Steam-User müssten sich allerdings noch ein Weilchen dransetzen und 11.473 Waffen vernichten.

Here are the numbers for nuclear weapons owned per platform. By Nov 29th - PS4:188, PS3: 140, One: 52, 360: 35, Steam: 11473
— METAL GEAR OFFICIAL (@metalgear_en) November 30, 2015

Für die Abrüstung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

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  • Du darfst keine Kernwaffe besitzen oder entwickeln. Falls du doch eine besitzt, musst du sie entschärfen und auseinandernehmen.
  • Du musst Mission 31 gespielt haben.
  • Lokale, serverspezifische Bedingungen zur nuklearen Abrüstung müssen erfüllt sein
  • Die Gesamtmenge aller Kernwaffen auf deinem regionalen Server oder auf deiner Konsole muss gleich null sein.

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Sind alle diese Bedingungen erfüllt, wird das (nicht mehr ganz so) geheime Event der Entwaffnung in Kraft treten, sobald du zur Mother Base zurückkehrst oder eine Mission komplett gespielt hast, erklärt Konami in einer Anleitung, die die Spielefirma auf ihrer Website postete. Die Spieler bekommen dann diese exklusive Cutscene zu sehen (jaja, ihr könnt sie unten anschauen, aber wir hoffen, dass ihr dadurch nicht die Motivation zum eigentlichen Spielen und das große Ziel aus den Augen verliert):

Nun steht einer atomwaffenfreien Welt tatsächlich nichts mehr im Wege als störrische User, die egoistisch handeln („Nee, scheiß drauf, Mann! Ich hab 24 Stunden daran gebaut, ich will meine Waffen behalten!"—ein Twitter-User)—also ganz wie im echten Leben. Ein weiterer, feinsinniger sozialer Kommentar von Video Kojima, der das Prinzip der Peer Pressure aus dem Spiel ins echte Leben holt.