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Design-Fail der Woche: Das Ladegerät mit dem Jews-Schriftzug

Wenn ein kleiner Fehler im Logo zum Verhängnis wird.
Foto: Liya Hoshi

Als Grafikdesignerin Liya Hoshi vor kurzem ihr Handy aufladen wollte, fiel ihr auf, dass mit ihrem Reiseladegerät etwas nicht stimmte. Auf dem Gerät, dass sie auf Amazon bestellt hatte, um ihre Gadgets auch unterwegs aufladen zu können, prangte ein sehr spezieller Schriftzug.

Auf den ersten Blick sah das Logo so aus, als würde auf dem Adapter „+Jews!" stehen. Es dauerte einen Moment, bis sie realisierte, dass der Schriftzug des Logos eigentlich „iSmart" heißen soll, erklärte Hoshi in einem Facebook-Post.

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„Zuerst dachte ich, dass der Designer wohl jüdisch gewesen sein muss", sagte sie gegenüber Motherboard.

Nachdem Hoshi ein Foto des Design-Fails auf Facebook und Reddit postete, ging das Bild viral—und weil das Internet nun mal ist, wie es ist, wurde es auch gleich zum Quell wilder Verschwörungstheorien.

„Wir hatten zwar Glück, dass die meisten Leute uns glaubten, dass es ein versehentlicher Fehler gewesen war, doch gleichzeitig war die ganze Geschichte für uns eine Lektion darüber, worauf man achten sollte, wenn man ein Logo entwirft."

„Die folgenden Wortspiele und Illuminati-Witze waren tatsächlich ziemlich komisch", erzählt Hoshi.

Tatsächlich war Hoshi nicht die erste, der das missglückte Design aufgefallen war. Laut einem Kommentar des Redditors Kerbonaut2014 hat iSmart das Logo bereits vor über einem Jahr geändert, nachdem ein anderer Kunde das missverständliche Ambigramm bemerkt hatte.

Der Mitbegründer des Herstellers RAVPower, Allen Fung, bestätigte gegenüber Motherboard, dass der Design-Fail vor über einem Jahr von einem Kunden gemeldet und daraufhin auch umgehend geändert wurde.

„Eines Tages rief eine Kundin an und beschuldigte uns alle, Nazis zu sein. Wir hatten nicht den leisesten Schimmer, worum es ihr ging, bis sie uns empfahl, das Ladegerät doch mal umzudrehen. Als wir das Logo so herum betrachteten, war uns klar, dass wir ziemlichen Mist gebaut hatten. Zu dem Zeitpunkt war die Info aber schon längst auf Reddit. Wir hatten zwar Glück, dass die meisten Leute uns glaubten, dass es ein versehentlicher Fehler gewesen war, doch gleichzeitig war die ganze Geschichte für uns eine Lektion darüber, worauf man achten sollte, wenn man ein Logo entwirft."

Das neue Logo.

Fung sagt, dass schon ein kleiner Handgriff gereicht hat, um das Problem zu lösen. „Der Knackpunkt war das kleingeschriebene ‚r', das umgedreht wie ein ‚j' aussah. Wir haben das sowie ein paar andere Kleinigkeiten angepasst, und schon stimmte das Logo. Es war nie unsere Absicht, jemanden zu verletzen. Als wir den Fehler erkannt hatten, haben wir ihn sofort behoben."

Ältere Modelle des Ladegeräts mit dem ursprünglichen Logo sind trotzdem noch immer im Umlauf—und können offensichtlich auch noch immer online gekauft werden. Doch letztlich hatte dieser Design-Fail neben dem viralen Wortspiel-Spaß auch noch einen anderen, überraschenden Nebeneffekt: Er entpuppte sich als große, virale Werbeaktion für RAVPower und seine iSMART+ Geräte.