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Roboter filmt mysteriöses grünes Leuchten im Inneren der Fukushima-Ruine

Und keiner kennt den Grund.
21.4.15
Grünes Leuchten in der Fukushima-Ruine
Screenshot ​Youtube

Der verlassene Reaktor von Fukushima wäre der ideale Drehort für einen Film über die ausgestorbene Erde nach einem Atomunglück. Die letzten mutierten Menschen dringen auf ihrer deprimierenden Suche nach weiteren Überlebenden in die Kühltürme ein, doch das Einzige, was ihnen begegnet ist die beängstigende Dunkelheit und ein mysteriöses grünes Leuchten.

Zum Glück hat sich der Großteil dieser Geschichte bisher nicht bewahrheitet—bis auf das unerklärliche Leuchten. Ein aktuelles Video, das ein TEPCO-Roboter im Keller des Kernkraftwerkes aufgezeichnet hat, zeigt eindrücklich, wie es in der Dunkelheit der Atomruine unheilvoll schimmert.

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Der Roboter verzeichnete, wie CNN berichtet, geringere Strahlungswerte und Temperaturen als erwartet, was nach einer offiziellen Erklärung von TEPCO für die funktionierenden Kühlsysteme spricht. Laut dem Tokioter Energieunternehmen beruht das Leuchten möglicherweise auf einer Verfärbung des Gitterwerks—eine Erklärung hierfür wiederum hat die Firma jedoch nicht. Aus anderen Aufnahmewinkeln soll sich der grüne Schimmer nicht gezeigt haben.

Die Roboter werden zur Untersuchung der Schäden und Einschätzung der aktuellen Situation in den Reaktor geschickt, da das Betreten des Gebäudes für Menschen noch immer eine zu große Gefahr darstellt. Auch vier Jahre nach dem Atomunfall sind die Strahlungswerte im Inneren noch extrem hoch und TEPCO versucht mit den unmöglichsten Mitteln, wie zum Beispiel dem Bau einer Eismauer, den gigantischen Schaden einigermaßen in den Griff zu bekommen.

Für das beunruhigende grüne Leuchten gibt es bisher keine wirklich aufschlussreiche Erklärung, was die Dystopien um die Atomruine nicht gerade entschärft. Radioaktive Objekte geben übrigens entgegen des Hollywood-Klischees keinen grünen Schimmer ab.

Möglicherweise handelt es sich bei den Aufnahmen um eine harmloses Fluoreszieren, wie iO9 vermutet. Eher unwahrscheinlich ist Ursache durch eine Tscherenkov-Strahlung, eine bläuliche Leuchterscheinung die entsteht, wenn geladene Teilchen Wasser durchqueren. Oft lässt sich diese Strahlung in Abklingbecken von Kernkraftwerken beobachten, doch die Voraussetzungen in Fukushima sprechen nicht unbedingt für dieses Phänomen.

Die Ursache für das Leuchten bleibt also vorerst ein unschönes Geheimnis, welches uns noch einmal die kleinen Überraschungen beim Energiespiel mit der Atomkraft vor Augen führt.

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