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Kaffeetasse

So verschüttest du nie wieder Kaffee

Ein Physiker hat es untersucht, die Umsetzung scheint aber schwierig. Teil der Lösung: Rückwärts laufen.

von Nick Rose
22 August 2016, 5:00am

Foto von Alexandra E Rust via Flickr

Obwohl die Menschheit tagein, tagaus Kaffee aus schlicht-eleganten Tassen trinkt, schafft es die Mehrheit immer noch, sich von Kopf bis Fuß mit Kaffee zu besudeln, selbst wenn die Tasse nicht bis zum Rand gefüllt ist. Das ist eine der Schattenseiten des wohl beliebtesten Getränks—und psychoaktiven Droge—der Welt. Doch dieses Risiko gehen Kaffeejunkies für ihren morgendlichen Koffeinkick gerne ein.

Die Wissenschaft erinnert uns immer wieder gern daran, dass wir allein an unseren kaffeebefleckten Hosen schuld sind, und erklärt uns nicht nur, warum das so ein weitverbreitetes Phänomen ist, sondern will jetzt auch herausgefunden haben, wie man seine Kaffeetasse am besten hält, ohne alles einzusauen.

Ein Forscher aus Korea hat sich in einer Untersuchung die Bewegung von Flüssigkeiten genauer angeschaut und versucht herauszufinden, inwiefern diese durch eine bestimmte Art, den Kaffeebecher zu halten, beeinflusst wird. Er wollte endlich wissen, warum Kaffee in einer Tasse dazu neigt, „mit voller Wucht gegen den Tassenrand zu schlagen", anders als in einem Weinglas, wo sich der Wein „wie ruhige, sanft dahinplätschernde Wellen" verhält.


Auch bei MUNCHIES: Die Kaffeekultur in Los Angeles


In der Einleitung zum Paper schreibt Jiwon Han:„Man kann nur schwer mit einer Kaffeetasse in der Hand gehen, ohne dabei auch nur einmal zu kleckern. Und genau weil dieses Phänomen so weit verbreitet ist, hinterfragen wir es nicht, sondern denken uns einfach nur: ,Ich Schussel hab' einfach zu viel Kaffee in die Tasse gemacht!'"

Um den Myriaden an verschlafenen und verpeilten Kaffeetrinkern da draußen zu helfen, hat sich Jiwon Han auf die Suche nach der besten Art, eine volle Kaffeetasse zu halten, gemacht und hat dabei auch nicht vor ausführlichen Berechnungen und Diagrammen zurückgeschreckt. Und siehe da: Du Schussel hast gar nicht zu viel Kaffee in deine Tasse gegossen. Du Dummerchen hättest deinen Kaffeebecher einfach anders halten müssen: Krümm deine Hände einfach wie Mr. Burns und fass die Tasse dann einfach klauenartig am Rand an. In etwa so:

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Foto via Achievements in the Life Sciences / Creative Commons

Jiwon Han hat sich die Frequenz der Schwingungen in der Kaffeetasse bei verschiedenen Trageweisen genauer angeschaut und festgestellt, dass in puncto Verschütten zwischen der Henkel-Methode und der Klauen-Methode ein ziemlicher Unterschied besteht. Danach folgen ein paar schwindelerregende Berechnungen, um genauer zu erklären, warum das so ist. Jiwon Hans Lösung für das Welt-Kaffee-Verschüttungsproblem:

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Screenshot via Achievements in the Life Sciences / Creative Commons

„Da die erfahrene Beschleunigung bei der Klauen-Methode geringer ist, sinkt das Risiko, Kaffee zu verschütten." Außerdem hat er noch herausgefunden, dass Rückwärtslaufen auch für weniger Flecken sorgen könnte: „Da wir es nicht gewohnt sind, rückwärts zu gehen, werden unsere Bewegungen unregelmäßig und langsamer und unser Körper versucht durch Seitwärtsbewegungen das Gleichgewicht zu halten."

Jetzt stellt sich nur die Frage, ob du der Typ auf Arbeit sein willst, der mit seiner Kaffeetasse in der Klauenhand rückwärts durchs Büro läuft.

Vielleicht ist es einen Versuch wert, haben wir uns gedacht und sind mit einer normal gefüllten Tasse ein paar Meter durch die Redaktion gelaufen. Und siehe da: Mit der normalen Henkel-Methode schwappte der Kaffee in Tasse ordentlich hin und her, aber bei der Klauen-Hand bewegte sich die Flüssigkeit fast gar nicht. Rückwärtsgehen war uns dann doch ein bisschen zu viel.