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Gesundheit

Alkohol könnte der direkte Auslöser von sieben Arten von Krebs sein

Bei einer Untersuchung von internationalen Forschungsergebnissen hat sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Alkohol und Mundhöhlen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Leber-, Dickdarm-, Enddarm- und Brustkrebs gezeigt.

von Phoebe Hurst
25 Juli 2016, 8:00am

Foto: Yutacar | Unsplash | CC0

Wir alle wissen, dass bei allem, was wir tun, ein gewisses Risiko mitschwingt. Wenn wir zum Beispiel versuchen, kreative Tweets beim Gehen zu verfassen, kann das im schlimmsten Fall zu Kopfverletzungen führen oder zumindest einem kaputten Display. Wenn du deinen Salat (trotz aller Warnungen) nicht wäschst, kannst du dir E.coli-Bakterien einfangen. Wenn du Freitagabend zu tief in die Weinflasche geschaut hast, erhöht das das Risiko für Leberversagen. So ist nun mal das Leben, denkst du dir…

Einer neuen Studie zufolge müssen wir die Risiken unseres Alkoholkonsums wohl etwas ernster nehmen.

Wie es in der Untersuchung, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Addiction veröffentlicht wurde, heißt, ist Alkohol die Ursache für sieben Krebsformen, wobei auch ein moderater Konsum riskant sei. Zwischen Alkohol und Krebs gibt es nicht nur einen statistischen Zusammenhang, der sich auch durch andere Faktoren erklären ließe—Alkohol ist eine direkte Krebsursache.

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Autorin Jennifer Connor vom Institut für Präventiv- und Sozialmedizin der University of Otago in Neuseeland hat für ihre Untersuchung verschiedene Forschungsergebnisse der letzten zehn Jahre ausgewertet, unter anderem der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderer Gesundheitsbehörden. Dabei hat sie herausgefunden, dass allein 2012 schätzungsweise eine halbe Million Menschen weltweit durch eine Krebsform gestorben sind, die durch Alkohol verursacht wurde.

„Es gibt eindeutige Beweise, dass Alkohol an sieben Stellen im Körper Krebs verursacht, wahrscheinlich auch noch in anderen Körperregionen. Obwohl wir die biologischen Mechanismen [wie Alkohol Krebs verursacht] nicht komplett verstehen, können die epidemologischen Erkenntnisse die Aussage unterstützen, dass Alkohol Mundhöhlen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Leber-, Dickdarm-, Enddarm- und Brustkrebs verursacht", erklärt Connor.

Außerdem meint die Forscherin, dass es auch bei geringem Alkoholkonsum ein Krebsrisiko gibt. Und die alte Weisheit, dass Rotwein gesund ist? Auch nur ein Mythos, so Connor.

Das höchste Krebsrisiko gibt es bei Starktrinkern, fügt sie hinzu, allerdings haben auch Menschen, die wenig bis mäßig viel Alkohol trinken, „eine erhöhte Belastung".

Deshalb fordert sie zusammen mit anderen Gesundheitsorganisationen die Gesundheitsminister dazu auf, nicht nur Problemtrinker, sondern die gesamte Bevölkerung zu weniger Alkohol zu animieren.

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Trotz all der Beweise meinen viele Krebsforschungsinstitute, dass viele Menschen nicht wissen, dass es einen Zusammenhang zwischen Krebs und Alkohol gibt. Bei einer Umfrage von Cancer Research UK wusste nur ein Fünftel der Befragten, dass Brustkrebs durch Alkohol verursacht werden kann.

Im Gespräch mit dem Guardian über die neuen Forschungsergebnisse meint Dr. Jana Witt von Cancer Research UK: „Wir wissen, dass neun von zehn Menschen der Zusammenhang zwischen Alkhol und Krebs nicht bewusst ist. Diese Untersuchung verdeutlicht, dass beide nachweislich zusammenhängen."

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